22. September 2026

‚Wie das Moos auf dem Stein‘: Pinas letztes Werk

Es ist ein eine Art künstlerisches Vermächtnis. "Wie das Moos auf dem Stein" („Como el musguito en la piedra, ay, sí, sí, sí“) ist das letzte fertiggestellte Werk von Pina Bausch. Es entstand 2009 nach einer Recherchereise des Tanztheaters nach Chile. Zu einem Zeitpunkt, an dem die weltberühmte Choreografin zumindest schon ahnte, dass nicht mehr lange zu leben haben würde. 17 Jahre später steht es wieder auf dem Spielplan.

Das Ensemble des Pina-Bausch-Klassikers „Wie das Moos auf dem Stein“ bei den Proben – © Ralf Silberkuhl

„Wie das Moos auf dem Stein“ verarbeitet die Kultur in Chile, die Begegnungen mit Menschen und auch die Spuren der Militärdiktatur von Augusto Pionochet. Gleichzeitig verstehen viele das Stück als eine emotionale Feier der Lebenskraft und (weiblichen) Schönheit, deren Titel auf eine Liedzeile von Víctor Jara zurückgeht, einem chilenischen Sänger, Musiker und Theaterregisseur. 

Die Gesellschaft Chiles befand sich in einem Prozess der Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit und der blutigen Diktator von General Pinochet (*25.11.1915 – †10.12.2006). Aber Pina Bausch interessierte sich nicht für eine historische Erklärung. Sie suchte nach dem, was Menschen trotz ihrer Geschichte miteinander verband: Nach Nähe und Distanz, Angst und Mut, Einsamkeit und Gemeinschaft, nach dem Bedürfnis, gesehen zu werden und füreinander da zu sein.

Den Tänzerinnen und Tänzern schien damals voll bewusst gewesen zu sein, dass die Lebenszeit von Pina Bausch (*27.07.1940 – †30.06.2009) sich rasant dem Ende näherte. Dennoch wirkt „Wie das Moos auf dem Stein“ nicht wie ein wehmütiger Abschiedsgruss. Im Gegenteil! Das Stück vermittelt eine große, offene Hinwendung zum Leben – voller Tanz, Humor, Zärtlichkeit, Erinnerung und einer erstaunlichen körperlichen Freiheit.

Versprühen Lebensfreude pur, die drei Tänzerinnen des Pina Bausch Tanztheaters – © Ralf Sillberkuhl

„Wie das Moos auf dem Stein“ wurde am 12.06.2009 im Wuppertaler Opernhaus uraufgeführt, 18 Tage vor Pinas Tod. Ihr letztes Werk, das ideale Stück, um die Spielzeit 2026/27 zu eröffnen, mit einer handverlesenen Besetzung. 

„Wie das Moos auf dem Stein“: Pina Bausch (Choreografie – Inszenierung) – Peter Pabst (Bühne) – Joanna Surowiec (Bühnenbildassistenz) – Marion Cito (Kostüme) – Svea Kossack (Kostümassistenz) – Daphnis Kokkinos – Azusa Seyama-Prioville – Robert Sturm (Probenleitung) 

Tänzerinnen & Tänzer: Edd Arnold – Emma Barrowman – Rainer Behr – Andrey Berezin – Dean Biosca – Emely Castelli – Maria Giovanna Delle Donne – Samuel Famechon – Ditta Miranda Jasjfi – Nayoung Kim – Nicholas Losada – Alexander López Guerra – Melanie Martinez – Eddie Martinez – Azusa Seyama-Prioville – Tsai-Wei Tien – Tsai-Chin Yu

Die Tänzerinnen und Tänzer des Pina-Bausch-Ensembles halten die Erinnerung an die weltberühmte Choreografin lebendig – © Ralf Silberkuhl

Termine: 23.09. – 25.09. – 26.09. – 27.09.2026

Tickets: 35€/7,50€, 45€/10€, 55€/15€

Opernhaus – Kurt-Drees- Str. 4 – 42283 Wuppertal 

Eine Koproduktion mit Festival International de Teatro Santiago a Mil in Chile und mit Unterstützung des Goethe-Institut Chile – in Zusammenarbeit mit Andres Neumann International

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