24. September 2026Peter Pionke
Mozarts Oper „Figaro“ erklingt im Ratssaal
Präsentiert Mozarts abgewandelte Oper „Figaros Stimmen“ im Essener Ratssaal: Das Ensemble der Komischen Oper am Rhein – © Komische Oper am RheinDie Komische Oper am Rhein präsentiert ihre Interpretation, das an das Meisterwerk des berühmten Komponisten angelehnt ist, ohne Bühne und ohne Orchestergraben. Der Begriff „Wandeloper“ ist dabei wörtlich zu nehmen: Das Publikum geht mit den Sängerinnen und Sängern durch die Flure des Rathauses und nimmt im Ratssaal auf den Plätzen der Gewählten Platz. Gespielt wird eine Fassung für vier Solistinnen und Solisten, Klavier und zwei Chöre.
„Figaros Hochzeit“ erzählt von Dienenden, die klüger sind als ihr Herr, und von der Frage, wer mitredet und wer gehört wird. Beaumarchais schrieb die Vorlage 1778, Ludwig XVI. ließ sie verbieten. In einem Saal, in dem tatsächlich über die Stadt entschieden wird, klingt diese Frage anders als im Theater.
Die Oper ist von Anfang an ein Spiel mit vertauschten Identitäten: Cherubino, der jugendliche Page, wird seit der Uraufführung von einer Frau gesungen. Das Ensemble dreht diese Tradition um. Die Gräfin, bei Mozart eine Sopranpartie, singt der argentinische Tenor und Drag-Künstler Ignacio Muñoz.
Tenor singt die Partie der Sopranistin
Er verkörpert sie vollständig, in Kostüm und Maske, vom ersten Auftritt bis zum Schlussensemble. „Die Partie liegt für Sopranistinnen in einer heiklen Mittellage, eine Oktave tiefer liegt sie im Kern der Tenorstimme. Für das Publikum vertraut und dennoch anders“, so Elsa García Tárraga, künstlerische Leiterin des Ensembles. Dass ein Tenor eine der großen Frauenpartien Mozarts vollständig übernimmt, ist nach Kenntnis des Ensembles bisher nicht geschehen.
Neben den vier Solistinnen und Solisten singen zwei Bürgerchöre aus der Region, von vierzehn bis über achtzig. Sie proben seit dem Sommer. „Müsste ich Figaro auf einer Bühne inszenieren, würde ich ihn in einen Ratssaal verlegen. Dort geht es um Menschen, die eine Stimme haben und sie einsetzen. Also gehen wir gleich in den echten Saal und machen ihn zur Bühne“, sagt Elsa García Tárraga. Gesagt, getan!
Das Künstlerkollektiv aus NRW wurde 2017 gegründet und spielt Oper an Orten, die Teil der Aussage sind: Mozart im Aquarium zwischen Haien, in einer Bibliothek, in einem Club. Mit Figaros Stimmen schließt es seine Mozart-Da-Ponte-Trilogie ab, nach Così fan tutte und Don Giovanni. Weitere Vorstellungen finden im Haus der Geschichte in Bonn und im Goethe-Museum Düsseldorf statt.
Das Plakat zur Opernaufführung – © Komische Oper am RheinTermin:
Komische Oper am Rhein
„Figaros Stimme“
Freie Fassung der Oper „Figaros Hochzeit“ von Wolfgang Amadeus Mozart
Montag – 12.10.2026 – 17:00 Uhr – Premiere
Rathauses Essen – Ratssaal – Porscheplatz 1 – 45121 Essen
Dauer: ca. 2 Stunden mit Pause. Gesungen auf Italienisch, gesprochen auf Deutsch.
Tickets: 20 bis 36 Euro, unter www.komischeoperamrhein.de
Weitere Termine:
Donnerstag – 08.10.2026 – 19:00 Uhr – Haus der Geschichte – Bonn
Samstag – 10.10.2026 – 18:30 Uhr – Goethe Museum/Schloss Jägerhof – Düssseldorf
Montag – 09.11.2026 – 17:00 Uhr – Rathaus Essen – Ratssaal
Samstag – 14.11.2026 – 18:30 Uhr – Goethe Museum/Schloss Jägerhof – Düsseldorf
Sonntag – 06.12.2026 – 19:00 Uhr – Haus der Geschichte – Bonn
Freitag – 11.12.2026 – 17:00 Uhr – Rathaus Essen – Ratssaal
In Kooperation mit der Stadt Essen, dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und dem Goethe-Museum Düsseldorf. Gefördert von kubia, Kompetenzzentrum für Kulturelle Bildung im Alter und inklusive Kultur sowie Musik für alle! (BMCO).
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