1. September 2026Peter Pionke
„Sinneswandel“: Kultur-Fans fingen sofort Feuer
Christian Knust vor seinem Werk Feuer (2026). Ein Teil des Künstlergeprächs entstand mit der Geige vor dem Gemälde – © Kintopp Film / Sandy Haustein65 Kultur-Interessierte gingen bei der ersten Station mit auf die performativen Reise durch die vier Elemente. Die Eventschmiede Solingen wurde dabei selbst zum Bühnen-, Ausstellungs- und Begegnungsraum.
Zwischen Schmiedefeuer, Werkzeugen und Industriegeschichte bewegten sich die Gäste durch zwölf eigens für das Projekt entstandene Kunstwerke, Theater, Musik und sechs kulinarische Stationen. Kunst wurde betrachtet und diskutiert, Essen selbst gestaltet und das mFeuer zum realen Bestandteil des Abends.
Der Abend begann mit echtem Schmiedefeuer, Musik und zunächst verhüllten Kunstwerken. Zwölf Gäste enthüllten gemeinsam die zwölf Arbeite. Die Tücher wurden anschließend zu Tischdecken und damit selbst Teil der Transformation. Die besondere Geschichte des Ortes – hier wird bis heute mit echtem Feuer geschmiedet – wurde so unmittelbar in die Dramaturgie einbezogen.
Szenische Intervention des Jungen Theaters Leverkusen bei „eins:feuer“ in der Eventschmiede Solingen – © Kintopp Film / Sandy HausteinAuch das Programmheft beschreibt die Eventschmiede deshalb ausdrücklich nicht als neutralen Veranstaltungsraum, sondern als Ort von Handwerk, Materialität und Verwandlung.
Im weiteren Verlauf des Abend gestalteten die Gäste ihre erste „Künstlerpalette“ mit pflanzlichen Mousses, stellten einen Sommer-Sud zusammen, komponierten ihren eigenen Teller und wurden später selbst zu Grillmeistern für ihre Tischgemeinschaft. Das von Ulla Vöpel entwickelte sechsgängige vegane Menü setzte dabei auf regionale und saisonale Zutaten.
Das Junge Theater Leverkusen unter der Regie von Petra Clemens setzte mit drei szenischen Interventionen ausdruckstarke Akzente. Hanna Nagy, Sofia Friedmann und Tabea Nazemian brachten literarische und selbstge-schriebene Texte ein. Besonders die eigenen Texte der drei Schauspielerinnen wurden vom Publikum intensiv aufgesogen.
Drei Künstlerinnen und Künstler kamen unmittelbar vor ihren Arbeiten mit dem Publikum ins Gespräch: Christian Knust, Nikolay Petrov und Andreas Komotzki. Insgesamt waren zwölf künstlerische Positionen eigens für eins im Raum präsent.
Die „Künstlerpalette“ als erster kulinarischer Gang von eins:feuer. Pflanzliche Mousses und Fladenbrot werden Teil der performativen Kulinarik – © Kintopp Film / Sandy HausteinAuch musikalisch wurde das Element Feuer vielschichtig aufgegriffen – von Mahler über Debussy, Richter/Vivaldi und Mendelssohn bis zu Wagner und Schönberg. Mit „Im Land der tausend Feuer“ erklang zudem ein neues Bergisches Heimatlied von Jan Koemmet.
Landwirtschaftsmeisterin und Bauernhofpädagogin Bettina Wamsler machte zugleich erfahrbar, was saisonale Ernährung konkret bedeutet: „Landwirtschaft hat einen Kalender. Küche kann ihm folgen.“
Die Resonanz auf Teil eins der performativen Reisen, „eins:feuer“ eins war ausgesprochen positiv. Kein Wunder also, dass zahlreiche Gäste spontan entschieden, auch beim zweiten Teil von “SINNESWANDEL“ mit dabei zu sein. „zwei:erde“ findet am 27. November im Pina Bausch Zentrum in Wuppertal statt.
Sara aus dem Team von Küchenchefin Ulla Vöpel schöpft den heißen Sommer-Sud – © Kintopp Film / Sandy HausteinLink zur Webseite:
sinneswandel-bergisches-land.de
Link zur den Tickets:
Beeindruckend: Michael Brandes am offenen Schmiedefeuer in der Eventschmiede Solingen – © Kintopp Film / Sandy HausteinWeiter mit:
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