17. August 2026

Quo Vadis Journalismus: Podcast mit Dr. Richard Kiessler

Er fühlt Menschen gern auf den Zahn - und das nicht nur in seinem Job als angesehener Zahnarzt. Auch in seinem regelmässigen Podcast „Mut zur Lücke“ bohrt Dr. Detlef Schulz bei den Gesprächsgästen immer wieder auf charmante Weise nach. In der neuesten Folge stellt sich der renommierte deutsche Journalist Dr. Richard Kiessler seinen Fragen. Das Thema: „Quo Vadis Journalismus?“

Dr. Detlef Schulz beim Podcast „Mut zur Lücke“ im Gespräch mit dem bekannten Journalisten Dr. Richard Kiessler – © Mut zur Lücke / Macit Can

Dr. Richard Kiessler (81) kann auf eine sehr beeindruckende Vita verweisen: Volontariat bei „Die Welt“, 16 Jahre diplomatischer Korrespondent beim Nachrichten-Magazin „Der Spiegel“, 13 Jahre Chefredakteur der Neuen Ruhr/Neuen Rhein-Zeitung (NRZ) in Essen, um nur einige Stationen zu nennen. 

Sein Vater hätte ihn nach dem Abitur am Christeaneum in Hamburg gern als Bänker oder Jurist gesehen. Doch für Richard Kiessler stand längst fest: Er wollte Journalist mit dem Schwerpunkt Außenpolitik werden. Er studierte in Berlin, Mannheim und Tübingen Politikwissenschaften und Soziologie. 

Richard Kiessler musste dann allerdings eine knochenharte körperliche und mentale  Prüfung bestehen: Am Ende eines achtmonatigen Forschungsaufenthalts als Promotions-Stipendiat in Fidel Castros kommunistischem Insel-Staat Kuba fand er sich plötzlich im Gefängnis von Havanna wieder.

Dr. Richard Kiessler, langjähriger Korrespondent des Magazins „Der Spiegel“ und Chefredakteur der Neuen Ruhr / Neuen-Rhein-Zeitung (NRZ) – © Mut zu Lücke / Macit Can

Auf ihn warteten 170 lange, zermürbende Tage Einzelhaft in einer Dunkelzelle, weil ihn der kubanische Geheimdienst G2 fälschlicherweise für einen Spion hielt. Ihm drohte sogar ein Prozess vor einem Revolutionsgericht. „Das hat mir damals schon Angst gemacht“, gesteht der Vollblut-Journalist heute. 

Zum Glück setzten seine Eltern zuhause in Deutschland Gott und die Welt in Bewegung. Und so bekam Richard Kiessler prominente Fürsprecher und Unterstützer wie Willy Brandt, den schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme und UNO-Generalsekretär U Thant, die sich für ihn einsetzten. Schließlich wurde er ohne Gerichtsverhandlung freigelassen.

Richard Kiessler konnte jetzt sein Studium an der Uni Tübingen fortsetzen und schließlich mit der Promotion zum Dr. phil. abschließen. Thema seiner Doktorarbeit: „Guerilla und Revolution“. 

Dr. Detlef Schulz, Zahnarzt und Podcaster – © Mut zur Lücke / Macit Can

In seiner Zeit beim „Spiegel“ begleitete u.a. er den legendären deutschen Außenminister Hans-Dietrich Genscher, neben Helmut Kohl einer der „Architekten“ der deutschen Wiedereinigung, 14 Jahre lang beinahe auf Schritt und Tritt.

Hans-Dietrich Genscher (*21.03 1927 – †31.03.2016), der markante Politiker mit dem gelben Pullunder, zählt für Dr. Richard Kiessler neben den Bundeskanzlern Willy Brandt, Helmut Schmidt und Helmut Kohl sowie Michail Gorbatschow, Staatspräsident der ehemaligen Sowjetunion (UdSSR), zu den bedeutendsten Staatsmännern und prägendsten Polit-Persönlichkeit der jüngeren Geschichte.

Im Podcast von Dr. Detlef Schulz schildert der Wahl-Essener, der heute als freier Publizist tätig ist und die renommierte weit über Essen hinaus bekannte und geschätzte Netzwerk-Veranstaltung „STADTGESPRÄCHE.ruhr“ initiiert hat, wie sich der Journalismus durch das Internet und Social Media immer mehr verändert hat und warum traditionelle Print-Medien Abonnement um Abonnement auf dem Rückzug sind.  

Dr. Richard Kiessler mit der ehemaligen NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Impulsgast der von ihm initiierten weit über Essen hinaus geschätzten Netzwerk-Veranstaltung „STADTGESPRÄCHE.ruhr“ – © Dr. Claudia Posern / Fotostudio Essen

Das sieht der Journalist als Leidenschaft – O-Ton: „Ich habe noch die goldenen Jahre in unserer Branche miterlebt“ – mit gemischten Gefühlen und zum Teil auch mit großer Sorge: „Der Journalismus ist oberflächlicher geworden. Botschaften werden verkürzt.“ Verlage würden Stellen in den Redaktionen abbauen, weil das Anzeigengeschäft dramatisch eingebrochen sei. Und Dr. Richard Kiessler sieht sogar die Pressefreiheit in Deutschland in Gefahr.

Warum und wie er als hochangesehener und erfahrener Journalist dagegen steuern würde, verrät er im spannenden, informativen Podcast „Mut zur Lücke: Quo Vadis Journalismus?“ von und mit Dr. Detlef Schulz. 

Text: Peter Pionke

Unbedingt anschauen bei „YouTube“ unter:

https://www.youtube.com/watch?v=50eRAAYluck&t=34s

Das Plakat zum Podcast „Mut zur Lücke“ – © Dr. Detlef Schulz

 

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