23. Juni 2026Peter Pionke
Loukia Hadjiyianni zeigt ausdrucksstarke Gesichter
Das Foto aus der Ausstellung „Home ist where the wound is“, zeigt ein Portrait von Karina, ein Werk von Loukia Hadjiyianni – © Loukia HadjiyianniDiesen Fragen nähert sich Loukia Hadjiyianni in ihrer fotografischen und videobasierten Arbeit auf sehr persönliche Weise. Die Künstlerin, die lange Zeit fern ihrer Herkunftsorte Zypern und Georgien gelebt hat, beschäftigt sich mit Erinnerung, Verlust, Zugehörigkeit und den Spuren, die Orte und Menschen in uns hinterlassen.
Der Ausstellungstitel „Home is where the wound is“ (Zuhause ist dort, wo die Wunde ist) verweist auf die Ambivalenz von Heimat. Heimat kann Geborgenheit schenken, gleichzeitig aber auch Verletzungen in sich tragen – geprägt durch Kindheit, Familie, gesellschaftliche Erwartungen und die Erfahrungen des Aufwachsens.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Porträt- und Aktfotografien sowie Videoarbeiten. Die Kamera wird dabei zu einem sehr persönlichen Werkzeug, um sich dem eigenen Körper, den eigenen Erinnerungen und den Geschichten der Vergangenheit anzunähern.
Ausgehend von ihrer Herkunft aus einem konservativen und patriarchal geprägten Umfeld untersucht die Künstlerin, wie Freiheit entstehen kann – langsam, tastend und oftmals in kleinen Gesten.
Für dieses Ausstellungsprojekt öffnet Loukia Hadjiyianni ihren Blick stärker auf die eigene Biografie. Selbstporträts, Gedankenfragmente und Traumwelten treten neben Fotografien von Körpern, Landschaften und alltäglichen Räumen. Es entstehen Bilder zwischen Nähe und Distanz, Vertrautheit und Fremdheit.
Ergänzt werden die Arbeiten durch Videomaterial aus Landschaftsaufnahmen und Archivbildern, das Fragen nach Erinnerung, Trauer und Zugehörigkeit aufwirft.
Eines des ausdrucksstarken Frauen-Portraits, das Loukia Hadjiyianni in ihrer ersten Ausstellung in Deutschland zeigt – © Loukia HadjiyianniDabei geht es der Künstlerin nicht darum, Antworten zu liefern. Vielmehr lädt sie die Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich auf das Unfertige und Unaufgelöste einzulassen – auf eine Wunde, die nicht geschlossen, sondern bewusst offengehalten wird als Raum für Empfindungen, Gedanken und eigene Erfahrungen.
Mit dieser Ausstellung setzt der Neue Kunstverein Wuppertal seine Reihe internationaler künstlerischer Positionen fort, die aktuelle gesellschaftliche Themen aufgreifen und einen offenen Dialog mit dem Publikum suchen.
„Home is where the wound is“ ist eine Einladung, über Herkunft, Identität und Zugehörigkeit nachzudenken – und vielleicht auch die eigene Vorstellung von Heimat neu zu betrachten.
Termin:
Ausstellung
„Home ist where the wound is“
Loukia Hadjiyianni
Vernissage: Freitag – 03. Juli 2026 – 19:00 Uhr
Musikalische Begleitung: Andria Prokopa (Gesang)
Neuer Kunstverein Wuppertal e.V. – Hofaue 51 – 42103 Wuppertal
Eintritt frei
Die Ausstellung läuft bis zum 15.08.2026
www.neuerkunstvereinwuppertal.de
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