3. November 2026

Bayer AG steigert Umsatz – Jahresausblick verbessert

Der Chemie-Riese Bayer AG hat seinen Konzernumsatz im dritten Quartal 2026 gesteigert. Das Unternehmen liegt nach neun Monaten operativ auf Kurs, seine Jahresziele zu erreichen, und will von den verbesserten Entwicklungen zum Jahresende profitieren. 

Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Bill Anderson legte heute die Konzernzahlen für das dritte Quartal 2026 vor – © Bayer AG

„Wir haben bei der Wachstumsentwicklung von Pharmaceuticals inzwischen einen Wendepunkt erreicht, und wir sehen, dass es aufwärts geht. Unser Pharmageschäft zeigt eine starke Wachstumsdynamik, vor allem mit Nubeqa™ und Kerendia™“, sagte der Vorstandsvorsitzende Bill Anderson am Dienstag bei der Vorlage der Mitteilung zum 3. Quartal. 

Für das Gesamtjahr erwartet Bayer für die Division nun ein Umsatzwachstum am oberen Ende der Prognose. Die Divisionen Crop Science und Consumer Health entwickeln sich im Rahmen ihrer Prognose – trotz des jeweils herausfordernden Marktumfelds. Der Konzern hob seinen Ausblick für die Marge von Pharmaceuticals sowie das EBITDA vor Sondereinflüssen des Konzerns an. Verbessert hat sich auch der Ausblick für den Free Cashflow und die Nettofinanzverschuldung.

Auch strategisch machte Bayer zuletzt große Fortschritte: Die Zulassung für Asundexian zur Sekundärprävention von Schlaganfällen unter dem Markennamen Sunharbo™ in China in der vergangenen Woche war für Anderson „die wichtigste Nachricht zu unserer Pipeline.“ Asundexian ist weltweit der erste zugelassene Faktor-XIa-Inhibitor. Der Fokus von Bayer liege nun darauf, weitere Zulassungen zu erhalten. 

„Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Wuppertal haben dieses Molekül erfunden und mehr als ein Jahrzehnt lang daran gearbeitet“, würdigte der Vorstandsvorsitzende. „Sie haben unser Organisationsmodell und KI konsequent genutzt und den Zeitplan so deutlich verkürzt. So konnten wir dieses Medikament ein Jahr früher zu den Patientinnen und Patienten bringen. Das ist eine unglaubliche Leistung!“

Ein Farmer überprüft den Gesundheitszustand einer Maispflanze – © Bayer AG

Umsatz und EBITDA vor Sondereinflüssen erhöht

Der Konzernumsatz lag im 3. Quartal 2026 bei 10,053 Milliarden Euro, nominal ein Plus von 4,1 Prozent, währungs- und portfoliobereinigt (wpb.) von 1,9 Prozent. Positive Währungseffekte wirkten sich mit 246 Millionen Euro aus. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg um 6,9 Prozent auf 1,615 Milliarden Euro. Hierin enthalten waren positive Währungseffekte von 36 Millionen Euro. Das EBIT betrug minus 110 (Vorjahr: minus 543) Millionen Euro und war belastet durch eine Wertminderung der Marke Xofigo™ in der Division Pharmaceuticals von 307 Millionen Euro. Im EBIT enthalten waren zudem per saldo Sonderaufwendungen von 407 Millionen (Vorjahr: 1,064 Milliarden) Euro. Diese resultierten im Wesentlichen aus einer Wertminderung in der Division Consumer Health von 215 Millionen Euro für die Marke Claritin™ sowie aus Aufwendungen für Rechtsstreitigkeiten. Das Konzernergebnis betrug minus 672 (Vorjahr: minus 963) Millionen Euro. 

Das bereinigte Konzernergebnis je Aktie lag mit 0,31 Euro unter dem Vorjahreswert von 0,49 Euro, denn die operative Ergebnisverbesserung konnte nicht zahlungswirksame Effekte aus Zinsänderungen nicht kompensieren.

Der Free Cash Flow reduzierte sich unter anderem durch wie erwartet höhere Auszah­lungen zur Beilegung der Rechtsverfahren auf minus 293 (plus 596) Millionen Euro. Die Nettofinanzverschuldung verringerte sich zum 30. September gegenüber dem 30. Juni 2026 um 2,564 Milliarden Euro auf 31,083 Milliarden Euro und im Vergleich zu einem Jahr zuvor um 1,625 Milliarden Euro. Das lag im Wesentlichen an der erhaltenen Zahlung von 3,0 Milliarden Euro von Apollo Global Management, Inc. für den zuvor kom­munizierten Erwerb einer Minderheitsbeteiligung an einer neu gegründeten Gesellschaft.

Crop Science: Plus bei Saatgut gleicht Gegenwind im Pflanzenschutz aus

Im Agrargeschäft (Crop Science) lag der Umsatz mit 3,884 Milliarden Euro nominal auf Vorjahresniveau (plus 0,7 Prozent). Wpb. entsprach das einem Rückgang um 2,4 Prozent. Dieser resultierte insbesondere aus negativen regulatorischen Auswirkungen und nachteiligen Wetterbedingungen in den Regionen Europa/Nahost/Afrika und Asien/Pazifik.

Im Bayer Agrargeschäft (Crop Science) lag der Umsatz nominal auf dem Vorjahresniveau  – © Bayer AG

Dem entgegen stand ein starkes Wachstum in Lateinamerika, vor allem aufgrund einer höheren Nachfrage nach Mais- und Sojabohnensaatgut für die Sommersaison. Insgesamt lagen die Umsätze mit Maissaatgut und Pflanzeneigenschaften auf Vorjahresniveau (wpb. minus 0,1 Prozent), die mit Sojabohnensaatgut und Pflanzeneigenschaften erhöhten sich wpb. um 4,5 Prozent. Rückgänge waren wpb. mit je 8,6 Prozent bei Fungiziden und Herbiziden ohne Glyphosat zu verzeichnen. Im für das Agrargeschäft saisonal weniger bedeutenden 3. Quartal sank das EBITDA vor Sondereinflüssen der Division um 41,3 Prozent auf 101 Millionen Euro. Dies war im Wesentlichen auf gestiegene Herstellungs- sowie höhere Vertriebskosten zurückzuführen. Die negative Kostenentwicklung war teilweise bedingt durch vorteilhafte Effekte in der Vorjahresperiode. Gegenläufig wirkten positive Währungseffekte von 9 Millionen Euro. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen sank um 1,9 Prozentpunkte auf 2,6 Prozent.

Pharmaceuticals startet neuen Wachstumszyklus

Der Umsatz mit rezeptpflichtigen Medikamenten (Pharmaceuticals) erhöhte sich nominal um 8,0 Prozent und wpb. um 6,4 Prozent auf 4,680 Milliarden Euro. Wachstumstreiber waren erneut das Krebsmedikament Nubeqa™ (wpb. plus 58,3 Prozent) und Kerendia™ (wpb. plus 64,9 Prozent) zur Behandlung von chronischen Nierenerkrankungen sowie Herzinsuffizienz – wobei Nubeqa™ allein im 3. Quartal einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro erzielte. Kerendia™ hat ebenfalls Blockbuster-Status erreicht – in den zwölf Monaten seit dem 1. Oktober 2025 überschritt das Medikament die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro. 

Hinzu kam die erfreuliche Entwicklung des Radiologie-Geschäfts. Das erfolgreich auf dem europäischen Markt eingeführte Beyonttra™ zur Behandlung von Kardiomyopathie verfünffachte durch deutliche Volumensteigerungen den Umsatz. Belas­tend wirkten hingegen wie erwartet Umsatzrückgänge infolge von Patentabläufen beim oralen Gerinnungshemmer Xarelto™ (wpb. 30,7 Prozent) und bei Eylea™ (wpb. 23,5 Prozent), die sich aber allmählich abschwächen. Eylea™ 8 mg mit verlängerten Behand­lungsintervallen trug mit rund 60 Prozent zum Umsatz mit dem Augenmedikament bei.

Eine Laborassistentin führt eine Qualitätskontrolle in einem Bayer Labor durch – © Bayer AG

Demgegenüber standen höhere Aufwendungen für Vertriebsaktivitäten, da die Division weiterhin in künftiges Wachstum investiert. Zudem waren positive Währungseinflüsse von 30 Millionen Euro zu verzeichnen. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen stieg um 3,5 Prozentpunkte auf 27,6 Prozent.

Bei den rezeptfreien Gesundheitsprodukten (Consumer Health) stieg der Umsatz nominal um 2,1 Prozent auf 1,445 Milliarden Euro und lag damit wpb. auf Vorjahresniveau (plus 0,1 Prozent). Zuwächse gelangen insbesondere in den Kategorien Magen-Darm-Gesundheit, die – vor allem getrieben durch das signifikante Plus bei MiraLAX™ in den USA – wpb. um 4,5 Prozent zulegte, und Dermatologie (wpb. 3,0 Prozent), insbesondere dank des Wachstums mit Bepanthen™. 

Rückläufig war dagegen das Geschäft mit Nahrungsergänzungsmitteln (wpb. minus 3,4 Prozent) sowie Erkältungsprodukten (Allergie und Erkältung wpb. minus 2,9 Prozent). Insgesamt legte die Division in Asien/Pazifik und Lateinamerika zu. Belastet wurde das Geschäft hingegen durch Rückgänge in Europa/Nahost/Afrika nach einem starken Vorjahresquartal sowie das anhaltend schwache Marktumfeld in den USA. Das EBITDA vor Sondereinflüssen von Consumer Health sank um 4,4 Prozent auf 347 Millionen Euro. 

Eine Bayer-Forscherin m Labor – © Bayer AG

Das kontinuierliche Kosten- und Preismanagement kompensierte die höheren Investitionen für die Vermarktung innovativer Produkte nur teilweise. Positiv wirkte sich ein Ertrag aus dem Verkauf einer kleineren, nicht strategischen Marke aus. Zudem waren positive Währungseinflüsse von 7 Millionen Euro zu verzeichnen. Die um Sondereinflüsse bereinigte EBITDA-Marge verringerte sich um 1,7 Prozentpunkte auf 24,0 Prozent.

Jahresausblick für 2026 verbessert

„Unsere bisherige Performance ist ein Beleg dafür, dass unsere Strategie aufgeht. Sie gibt uns die Zuversicht, unsere Jahresziele für das bereinigte EBITDA, Free Cash Flow und Verschuldung anzupassen“, sagte Dr. Judith Hartmann, Finanzvorständin von Bayer. Angesichts der Geschäftsentwicklung bei Pharmaceuticals erhöht Bayer für diese Division die für 2026 erwartete EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen auf 25 bis 27 (bisher: 23 bis 25) Prozent. Auf dieser Basis ist für den Konzern währungsbereinigt nunmehr mit einem EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,8 bis 10,3 (bisher: 9,6 bis 10,1) Milliarden Euro zu rechnen. 

Zudem erwartet er den Free Cashflow nun in einer um 1,0 Milliarden Euro verbesserten Bandbreite von minus 1,5 bis minus 0,5 (bisher: minus 2,5 bis minus 1,5) Milliarden Euro. Damit einhergehend rechnet das Unternehmen zum Jahresende mit einer niedrigeren Nettofinanzverschuldung von 28,0 bis 29,0 (bisher: 29,0 bis 30,0) Milliarden Euro. Für die übrigen Kennzahlen bestätigt Bayer die Konzernprognose für das Geschäftsjahr 2026, wie zuletzt im Halbjahresfinanzbericht veröffentlicht. „Wir konzentrieren uns weiterhin auf unsere Prioritäten: die Stärkung der Bilanz, die Steigerung der Produktivität und der Cash-Generierung sowie den Aufbau finanzieller Flexibilität, um in unser künftiges Wachstum zu investieren“, so Dr. Judith Hartmann.

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