24. April 2026Peter Pionke
Bayer-Chef Anderson: Haben große Fortschritte gemacht
Sehen die Konzern-Entwicklung mit Genugtuung: Der Bayer-Vorstandsvorsitzenden Bill Anderson (l.) und Aufsichtsrats-Chef Prof. Dr. Norbert Winkeljohann – © Bayer AGGut zwei Jahre, nachdem er eine Agenda vorgelegt hatte, um die Performance zu steigern und strategische Flexibilität zurückzugewinnen, „ist kein Bereich bei Bayer mehr so, wie er war“, so Bill Anderson. „Das Unternehmen ist schlanker und schneller geworden. Das Portfolio und die Pipeline bei Pharmaceuticals sind derzeit sicherlich vielversprechender als je zuvor. Crop Science setzt den Plan zur Steigerung der Profitabilität um. Die Schuldenlast ist gesunken. Wir haben unsere mehrgleisige Strategie vorangebracht, um die Rechtsstreitigkeiten einzudämmen. Und unsere Divisionen haben für 2025 nahezu alle Finanzziele erreicht.“
Der Vorstandsvorsitzende des weltweit agierenden Chemie-Konzern hob die Leistung der Beschäftigten hervor, für die sich auch Prof. Dr. Norbert Winkeljohann bedankte. Der Aufsichtsratsvorsitzende sagte: „Den eingeschlagenen Weg werden wir auch in diesem Jahr konsequent weiterverfolgen, um das Unternehmen bestmöglich im Wettbewerbsumfeld zu positionieren.“
Anderson sprach alle fünf strategischen Prioritäten des Unternehmens an. Mit der Pipeline bei den rezeptpflichtigen Medikamenten (Pharmaceuticals) hat Bayer innerhalb der vergangenen zwei Jahre große Fortschritte gemacht und wird seine Arbeit hieran fortsetzen. Das Krebsmittel Nubeqa™ und das Medikament Kerendia™ zur Behandlung von Herzinsuffizienz und chronischen Nierenerkrankungen verzeichneten 2025 gemeinsam ein Wachstum von 68 Prozent.
Herzmedikament übertrifft Umsatzerwartungen
Bei Kerendia™ sieht Bayer nach der jüngst erweiterten Zulassung Blockbuster-Potenzial in beiden Indikationen. Das Herzmedikament Beyonttra™ übertrifft seit seiner Einführung die Umsatzerwartungen. Das hormonfreie Medikament Lynkuet™ zur Behandlung von Symptomen der Menopause kommt nach dem Start in den USA nun in der EU auf den Markt. Zudem unterstreichen jüngst veröffentlichte Studiendaten das große Potenzial des Entwicklungskandidaten Asundexian zur sekundären Schlaganfallprävention.
Eine Großmaschine in der Landwirtschaft bei der Ernte von Kurzhalm-Mais – © Bayer AGEs schützt Ernten schon in geringen Mengen vor Schädlingen. Von 2027 an sollen wichtige Innovationen richtig zur Geltung kommen. In diesem Jahr hat die Steigerung der Ertragskraft für die Division hohe Priorität. Ziel ist es, die Cash-Generierung zu verbessern und die operative Grundlage des Geschäfts zu stärken.
Fortschritte bei den US-Rechtsstreitigkeiten
Mit der mehrgleisigen Strategie zur Eindämmung der US-Rechtsstreitigkeiten hat das Unternehmen bedeutende Fortschritte erzielt. Im Februar gab Monsanto einen Vergleichsvorschlag bekannt, der Anfang März die vorläufige Genehmigung erhalten hat.
Am kommenden Montag wird der US Supreme Court den Fall Durnell anhören. „Das ist für die Landwirte in den USA ein wichtiger Meilenstein, von dem viel abhängt“, sagte Anderson. Außerdem verwies er auf Anfang April erfolgte gesetzgeberische Schritte im US-Bundesstaat Kentucky, die sicherstellen, dass Landwirten wissenschaftlich zugelassene Pflanzenschutzmittel weiterhin zur Verfügung stehen. „Die Situation bleibt dynamisch, mit wichtigen Meilensteinen und Entscheidungen in den kommenden Wochen“, fasste der Vorstandsvorsitzende zusammen. „Wir gehen einen Schritt nach dem anderen und sind für alle Szenarien vorbereitet.“
Weiterhin höchste Priorität haben Cash Flow und Schuldenabbau. Deshalb schlägt Bayer wie angekündigt vor, mit 0,11 Euro pro Aktie nur das gesetzliche Minimum an Dividende für das Jahr 2025 auszuzahlen. „Das ist kein leichter Schritt, aber der richtige für die finanzielle Zukunft des Unternehmens“, so Anderson. „Für die künftige Dividendenpolitik werden wir uns die Kapitalallokationsstrategie mit unserer Cash- und Schuldensituation genau anschauen.“
Eine Laborassistentin führt eine Qualitätskontrolle in einem Bayer Labor durch – © Bayer AGMit dem neuen Organisationsmodell hat das Unternehmen seinen Fokus neu ausgerichtet – weg vom Verwalten hin zum Handeln. „Bayer ist jetzt schneller und flexibler – und das bei geringeren Kosten“, sagte Anderson. Nun gelte es, die entscheidenden Mechanismen und Praktiken des neuen Systems zu skalieren. „Damit sind wir auch gut für die anstehende Revolution durch die Künstliche Intelligenz aufgestellt“, sagte er und verwies darauf, dass sich viele in diesem Bereich führende Unternehmen in eine ähnliche Richtung bewegten – hin zu flacheren Organisationen, größeren Teams, agilerer Zusammenarbeit sowie einem schnelleren und reibungsloseren Informationsaustausch.
Um Bayer effektiver zu machen und Beschäftigten wie Kunden den Zugang zum Wissen des Unternehmens zu erleichtern, investiert es weiter erheblich in seine IT-Infrastruktur, die Optimierung seiner Systeme und die Vereinfachung der Datenaufbereitung.
Für das Geschäftsjahr 2025 hatte der Bayer-Konzern seine Ziele erreicht, nachdem er den währungsbereinigten Konzernausblick für Umsatz und Ergebnis Ende Juli angehoben hatte. Der Umsatz belief sich auf 45,6 Milliarden Euro, der bereinigte Gewinn je Aktie auf 4,91 Euro. Der Free Cash Flow lag bei 2,1 Milliarden Euro und die Nettofinanzverschuldung reduzierte das Unternehmen auf 29,8 Milliarden Euro. „Was unseren Ausblick betrifft, erwarten wir ein insgesamt solides Jahr, das gut begonnen hat“, sagte Anderson.
Veränderungen in Vorstand und Aufsichtsrat
Auf der Hauptversammlung stellte sich auch Dr. Judith Hartmann vor. Sie war zum 1. März in den Vorstand bestellt worden und wird mit dem Ausscheiden von Wolfgang Nickl zum 31. Mai 2026 das Finanzressort übernehmen. Außerdem hatte der Aufsichtsrat den Vertrag mit dem Vorstandsvorsitzenden Bill Anderson bis zum 31. März 2029 und den Vertrag von Stefan Oelrich, dem Leiter der Division Pharmaceuticals, bis zum 31. Oktober 2029 verlängert. Der Vertrag von Heike Prinz, Arbeitsdirektorin und im Vorstand verantwortlich für das Personalressort, wurde Anfang März bis zum 31. August 2028 verlängert.
Im neuen Technologiezentrum im ostdeutschen Bitterfeld werden verschreibungsfreie Arzneimittel für ganz Europa hergestellt – © Bayer AGAuch die Neuwahl von zwei Vertretern der Kapitalseite im Aufsichtsrat steht bei der Hauptversammlung an. Als Kandidaten sind, wie bereits kommuniziert, Marcel Smits und Alfred Stern vorgeschlagen. Mit Ablauf der Hauptversammlung verlassen drei Mitglieder den Aufsichtsrat.
Der Aufsichtsratsvorsitzende Prof. Dr. Norbert Winkeljohann dankte Colleen Goggins, Dr. Paul Achleitner und Frank Löllgen, einem Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat – für dessen Nachfolge Bayer eine gerichtliche Bestellung beantragt hat. Winkeljohann würdigte ihre langjährige engagierte Mitarbeit in dem Gremium und seinen Ausschüssen.
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