26. Oktober 2026

BHC: Drama mit Happy-end gegen Hamburg

Der Bergische HC hat es geschafft. Gegen den HC Hamburg feiern die Löwen vor 2619 Fans in der Mitsubishi Electric HALLE ihren ersten Heimsieg dieser Saison in der Opel HBL. Beim 26:25 (13:11) überzeugen die Gastgeber in der Abwehr, erarbeiten sich einen Fünf-Tore-Vorsprung, müssen am Ende aber sogar einen Rückstand umdrehen. Die Punkte drei und vier bedeuten außerdem den Sprung auf einen Nicht-Abstiegsplatz.

BHC-Torhüter Kristian van der Merwe lieferte erneut eine starke Leistung ab. Hier stellt er sich Nicolaj Jörgensen (3 Tore) entgegen – © Jochen Classen

Von Anfang an unterstrich die BHC-Abwehr mit Nico Schöttle und Tom Bergner im Zentrum, das mit ihr zu rechnen ist. Die Gäste mühten sich, verloren den Ball, und Lukas Becher traf zum 1:0 mit einem Wurf ins leere Tor. Hamburg setzte in der ersten Hälfte durchgehend auf den siebten Feldspieler, geriet aber trotzdem oft ins Zeitspiel. Und wenn die Bälle aufs Tor kamen, war Kristian van der Merwe hochprozentig zur Stelle. Der dänische Torhüter hielt, was zu halten war.

Dasselbe galt allerdings auch für Robin Haug auf der anderen Seite. Die Bergischen bissen sich die Zähne an ihm aus. Phasenweise lieferten sich die beiden Schlussleute ein Torhüter-Duell auf extrem hohen Niveau. Daher fielen wenig Tore, und beide Mannschaften mussten immer wieder mit Misserfolgen umgehen. Der BHC hätte mit einer besseren Chancenverwertung deutlich höher in Führung gehen können. So ähnlich dürfte sich aber auch der Gegner gefühlt haben.

Dennoch taten zwei vergebene Würfe aufs leere Tor den Gastgebern weh. Was hingegen gut funktionierte, war der gebundene Angriff. Zwar litt die Effektivität durch die vielen Paraden, doch der BHC erarbeitete sich Chancen und verlor nur selten den Ball. Lediglich vier technische Fehler standen zum Schluss in der Statistik – weniger als in allen anderen Saisonspielen bisher.

Lukas Becher taucht allein vor Hamburgs Torhüter Robin Paulsen Haug auf und setzt zum Sprungwurf an – © Jochen Classen

Das 13:11 mit dem Pausenpfiff besorgte Fynn Hangstein, der damit seine ganz starke Hälfte krönte. Nach Oliver Norlyks Anschluss machte der Spielmacher die Partie schnell und zog mit Erfolg aus der Distanz ab. Komfortabel war die Halbzeitführung zwar nicht, doch zu Beginn der zweiten Halbzeit deutete sich ein klarer BHC-Erfolg an. Van der Merwe drehte noch mal auf, war unter anderem zum zweiten Mal beim Siebenmeter erfolgreich. Schütze war diesmal Noah Beyer.

Der ehemalige BHCer vergab seinen einzigen Wurf der gesamten Partie. Zwischendurch führten die Löwen durch Treffer von Becher (2) und Tom Bergner 16:11. Etwas hektisch gaben sie den Vorsprung aus der Hand und bekamen defensiv Probleme gegen den starken Norlyk. Den ersten Befreiungsschlag landeten Janik Schrader, Bergner und Becher, die auf 20:17 stellten. Doch die Hamburger gaben sich nicht auf und trafen nun hochprozentiger.

Nicolaj Jörgensen glich zum 21:21 aus, Alem Hadzic schaffte die erste HCH-Führung des gesamten Spiels sechs Minuten vor Schluss. Das Match hätte den Gastgebern nun aus der Hand gleiten können. Sören Steinhaus erzielte den ersten Ausgleich, Lukas Becher beantwortete den neuerlichen Rückstand mit seinem Abschluss von außen zum 25:25. Spannender hätten die letzten Sekunden nicht sein können. Der BHC warf in der Deckung alles rein, provozierte einen technischen Fehler und nahm eine gute Minute vor Schluss seine letzte Auszeit.

Nico Schöttle (Nr. 8) bremst mit vollem Einsatz einen Hamburger Angreifer – Tom Bergner (Nr. 28) beobachtet die Szene – © Jochen Classen

Die Verantwortung übernahm Sören Steinhaus, der Richtung Kreis durchzog und zum umjubelten 26:25 vollstreckte. Vorbei war es noch lange nicht. Die Gäste hatten noch 40 Sekunden für eine finale Aktion. Sie mühten sich vergeblich. Es gab keinen Wurf mehr auf das inzwischen von Christopher Rudeck gehütete Tor. Die Freude über diesen Meilenstein-Sieg war überschwänglich.

Stimmen zum Spiel

Torsten Jansen: „Es hätte in die eine oder andere Richtung gehen können. Am Ende macht Sören Steinhaus den Deckel drauf, der vorher so lala gespielt hat. Das zeigt auch seine Einstellung, dass er da vorweg geht und – egal was vorher war – noch mal eine Aktion nimmt. Und dann schaffen wir es nicht, in den letzten Sekunden die Dinge umzusetzen, die wir angedacht hatten. Es ist natürlich schade, dass wir nicht mal mehr einen Ball aufs Tor bekommen. Das ärgert mich ein bisschen. Ansonsten war es ein enges Spiel mit einem glücken Sieger – oder wie man es auch nennen mag. Ich bin natürlich enttäuscht, weil wir in den letzten Minuten das Momentum eigentlich mehr auf unserer Seite hatten. Aber so ist der Sport. Schade.“

Sören Steinhaus setzt sich gegen zwei Hamburger Abwehrspieler durch. Er steuerte drei Treffer zum Sieg des BHC bei – © Jochen Classen

Markus Pütz: „Für uns ist es erstmal wichtig, dass wir die ersten beiden Punkte haben. Das tut uns sehr gut. Wir starten gut ins Spiel, haben das Sieben gegen Sechs von Hamburg gut kontrolliert. Wir halten den Gegner bei wenig Toren, haben Kristian van der Merwe dahinter, der eine sehr gute erste Halbzeit spielt. 40 Minuten sind wir zufrieden, führen mit fünf Toren. Dann haben wir einen Lauf gegen uns, der Hamburg zurück ins Spiel bringt. Das Sechs gegen Sechs spielt der Gegner gut mit Oliver Norlyk. Dann wird es ein ganz enges Spiel, und kurz vor Schluss liegen wir das erste Mal zurück. Da kann das DIng wegschwimmen, aber zum Glück bleiben wir stabil. Sören Steinhaus übernimmt im letzten Angriff die Verantwortung, macht dann das Tor. Das ist glücklich in der Schlussphase, aber für uns zählen diese zwei immens wichtigen Punkte.“

Fabian Gutbrod: „Wir haben verdient gewonnen, sind insgesamt auch die bessere Mannschaft. Aber in den entscheidenden Momenten haben wir es verpasst, das Spiel früher in unsere Richtung zu lenken. Es fühlt sich extrem gut an. Wenn man mit einem Tor gewinnt, ist immer etwas Glück dabei. Aber das nehme ich gerne. Besonders hervorheben möchte ich Tom Bergner, der auf beiden Seiten des Feldes einen hervorragenden Job gemacht hat.“

Pressekonferenz nach dem Spiel: (v.l.) Hamburgs Trainer Torsten Jansen, BHC-Pressesprechen Thorsten Hesse und BHC-Trainer Markus Pütz – © Jochen Classen

Bergischer HC – HC Hamburg 26:25 (13:11)

Bergischer HC: van der Merwe, Rudeck – Becher (7), Da Rocha Viana, Steinhaus (3), Hangstein (4/1), Hilding, Babak, Schöttle, Bergner (5), Kooij, Schrader (5), Wasielewski, Bjerneld, Fuchs (2), Püttmann. Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz

HC Hamburg: Haug, Pein – Gadza (3), Norlyk (6), Jörgensen (3/1), Axmann (1), Geenen, Andersen (2), Beyer, Olafsson, Daling, Unbehaun, Schmidt (2), Valiullin (1), Hadzic (2), Hovde (5). Trainer: Torsten Jansen

Schiedsrichter: Lucas Hellbusch und Darnel Jansen

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