23. Oktober 2026Peter Pionke
WSV unterlag im Pokal-Krimi von Ratingen
Auf WSV-Stürmer Eren Albayrak (r.) war erneut Verlass. Er erzielte den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1 – © Jochen ClassenEs war die erste Niederlage unter der Regie von WSV-Trainer Ismael Jaroui, die ihn so erregte, dass er und auch Torwarttrainer Philipp Pentke am Ende noch die „Rote Karte“ von Schiri Lukas Luthe sahen. Grund für die Aufregung war ein nicht anerkanntes Ausgleichstor in den Schluss-Sekunden, als der Referee ein Foulspiel gesehen haben wollte. Der WSV-Coach:“ „Es ist eine Niederlage, die wahnsinnig wehtut“.
Eine stimmgewaltigen WSV Fan-Karawane
Vor stimmungsvoller Kulisse im Stadion Ratingen übernahm der Traditionsclub aus Wuppertal – angetrieben von einer wahren Fan-Karawane – in den ersten Minuten die Spielkontrolle. Der WSV drängte auf die frühe Führung, lief sich im tief gestaffelten Abwehrriegel der Ratinger aber immer wieder fest. Ratingen lauerte diszipliniert auf Umschaltmomente. So verstrich die erste Halbzeit ohne die ganz großen Highlight-Szenen, aber mit enormer Intensität in den Zweikämpfen. Die Wuppertaler stellten hier lange das bessere Team.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es extrem eng. 76 Minuten lang wollte keinem der beiden Teams der entscheidende Durchbruch gelingen. Als sich viele der Zuschauer im Stadion bereits auf eine Verlängerung einstellten, nahm der Pokalabend urplötzlich rasant Fahrt auf: Nach einem scharf getretenen Standard setzte sich Ratingen im Wuppertaler Strafraum durch und drückte den Ball zur umjubelten Führung über die Linie. Zimmerling hatte sich im Strafraum freie Bahn verschafft und für Adamidis unhaltbar ins lange Eck getroffen.
Es ging beim Pokalfight in Ratingen ganz schön zur Sache. Ein Spieler der Gastgeber liegt am Boden. Serhat Kacmaz (M.) diskutiert mit Schiedsrichter Lukas – © Jochen ClassenStark herausgespielter Treffer durch Eren Albayrak
Der WSV reagierte, warf alles nach vorne, erhöhte den Druck und kam kurz darauf auch mit einem stark herausgespielten Treffer durch Eren Albayrak zum Ausgleich, der eine Flanke von Widlarz entscheidend verlängerte. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit die für die Gäste schmerzvolle Entscheidung. Wieder hatte es nach einer Ratinger Ecke im WSV-Strafraum gebrannt. Eine Hereingabe war in den Strafraum gesegelt, wo ein komplett verunglückter Klärungsversuch zum alles entscheidenden Tor durch Gusic führte. 2:1 für Ratingen.
Eren Albayrak hatte noch den vermeintlichen Ausgleich erzielt, doch Schiedsrichter Lukas Luthe entschied auf ein vorausgehendes Stürmer-Foul im Luftzweikampf mit Almedin Gusic. Über das nicht anerkannte 2:2 ärgerten sich Spieler, Betreuer und Fans natürlich.
Aufregung über die Unparteiischen gab es indessen auf beiden Seiten. So fiel Ratingens Lukas Korytowski in der 58. im Strafraum, der vehement geforderte Elfmeter-Piff blieb jedoch aus. Interessant, „Schiri“ Luthe war zuletzt Linienrichter beim WSV-Spiel in Velbert, das unglücklich 1:0 verloren wurde und mit den Platzverweis für den damaligen WSV-Offiziellen Felix Herzenbruch nach dessen Protesten endete.
WSV-Kapitän Felix Herzenbruch (M.) und Torhüter Fotios Adamidis waren mit den Entscheidungen von Schiedsrichter Lukas Luthe nicht immer einverstanden – © Jochen ClassenDas Fazit von Ratingens Trainer Damian Apfeld, der auchdie gelbe Karte erhalten hatte: „In der ersten Halbzeit war es nicht das allerbeste Fußballspiel. Über 90 Minuten war aber eine gute Intensität im Spiel, beide Teams waren sehr griffig. Man kam nicht so in die Abschlusspositionen. Die zweite Halbzeit ging an uns“. WSV-Coach Ismael Jaroui: „Das tut mir für die Mannschaft, den Verein und auch die Stadt wahnsinnig leid. Ein Spiel gegen Rot-Weiss Essen wäre toll gewesen.“
„Haben zu leicht den Schneid abkaufen lassen.“
WSV-Vorstand Lennart Strufe lobte die erste Spielhälfte: „Dann haben wir ein bisschen die Struktur verloren. In der zweiten Halbzeit war Ratingen insgesamt etwas präsenter, griffiger. Wir haben uns teilweise zu leicht den Schneid abkaufen lassen.“
Beim WSV verdiente sich Torwart Fotios Adamidis die Best-Note. Schmerzlich vermißt wurde indessen der zuletzt immer stärker gewordene Mittelfeld-Regisseur Semir Saric, der aus beruflichen Gründen verhindert war. Jetzt gilt der Blick dem kommenden Meisterschaftsspiel in der Oberliga, das am Sonntag (25.10.) um 15 Uhr beim SV Sonsbeck ausgetragen wird.
Hier zeigt Schiedsrichter Lukas Luthe Wuppertals Cheftrainer Ismael Jaouri die Rote Karte, weil dieser zu vehement protestiert hatte – © Jochen ClassenGermania Ratingen 04/19 – Wuppertaler SV 2:1 (0:0)
Germania Ratingen: Klußmann – Heinrichs, Gusic, Corsten, Shavershyan, Zimmerling, Hadzibajramovic (65. Schröder), Atila, Rexha, Silberbach, Korytowski
Wuppertaler SV: Adamidis – Bielitza (83. Westenberger), Kacmaz, Herzenbruch, Ayinla – Tirpan (73. Amyn), Goles – Widlarz, Biancardi, Fili (59., Fröhlich) – Albayrak
Tore: 1:0 Zimmerling (77.), 1:1 Albayrak (80.), 2:1 Gusic (89.)
Gelb: Rexha, Atila – Fili, Albayrak, Widlarz, Trainer Damian Apfeld,
Rot: WSV-Trainer Ismael Jaroui, WSV Torwarttrainer Philipp Pentke
Schiedsrichter: Lukas Luthe (Essen)
Die Enttäuschung war groß beim WSV nach dem Schlusspfiff, dennoch bedankte sich die Mannschaft bei ihren Fans für die lautstarke Unterstützung während des Spiels – © Jochen ClassenWeiter mit:
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