11. Oktober 2026Peter Pionke
Trauernder Heinz Becker bringt das Publikum zum Lachen
Gerd Dudenhöffer begeisterte als trauernder Witwer Heinz Becker das Publikum im Wuppertaler Opernhaus – © Gerd DudenhöfferDer Tod, ein ernstes, ein trauriges Thema, das viele am liebsten ausklammern und ganz weit von sich wegschieben. Gerd Dudenhöffer verarbeitet es brillant und eindrucksvoll über seine Kunstfigur Heinz Becker.
Rund 500 Zuschauerinnen und Zuschauer waren von seinem Auftritt im Opernhaus begeistert und verabschiedeten seinen Schöpfer Gerd Dudenhöffer am Ende ohne Kappe mit langanhaltendem Applaus, auch wenn ihnen so manches Mal während des knapp zweistündigen Programms das Lachen im Halse steckenblieb.
Witwer Heinz Becker ist eine Meister des „schwarzen Humors“ – ohne es selbst zu merken. Er nähert sich dem Thema Tod, Trauer und Verlust auf seine ganz eigene Art, fragt sich beispielsweise, warum die Bestattungskosten nicht von der Hausratsversicherung übernommen würden, schließlich fiele seine Hilde jetzt als wichtige Haushaltskraft aus.
Oder er freut sich über den Mengenrabatt, den ihm der Steinmetz eingeräumt habe: „Auf unserem gemeinsamen Grabstein hat er bei meinem Sterbedatum schon einmal zwei Zahlen eingesetzt: Die Zwei und die Null. Die restlichen beide Zahlen bezahle ich dann später…“
Gerd Dudenhöffers brillanter „schwarzer Humor“
Last but not least: „Ich habe schon überlegt, ob ich statt einer Bepflanzung einfach eine Platte aufs Grab legen lasse. Die kann man einfach feucht abwischen, aber dafür fehlt meine Hilde dann auch wieder…“
Dem Heinz verzeihen sein Fans solche teilweise despektierliche Bemerkungen, er hat eben seine ganz eigenen Herangehensweise, um seine Alltags-Probleme zu benennen und zu lösen.
Kabarettist Gerd Dudenhöffer, der seinem Heinz die Worte in den Mund legt, ist ein Meister der kleinen und großen Pointen, von denen so manche erst mit etwas Verspätung beim Publikum ankommt. Jeder, der im Opernhaus war, hat den von der Event-Agentur „Salon Knallenfalls“ präsentierten kurzweiligen Abend mit Kappen-Träger Heinz Becker genossen.
Gottseidank ist – wie Gerd Dudenhöffer verspricht – Hildes Tod nicht auch das Ende der knorrigen Kunstfigur Heinz Becker. Auf ein baldiges Wiedersehen!
Text: Peter Pionke
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