4. Mai 2026Peter Pionke
Denkanstöße von Oliver Fleischer: ‚Heute schon gelebt?‘
Oliver Fleischer (l.) mit Kollegen als Sargträger auf einem Friedhof in Nordrhein-Westfalen – © Paul Coon„Wer sich mit der eigenen Endlichkeit beschäftigt, was wir viel zu häufig verdrängen, der stellt fest, dass man jede Sekunde des Lebens voll genießen und auszukosten sollte. In dem Sinne ist der Tod sogar ein Motivator“, erklärt der Schauspieler, der seinen Ratschlag gerade selbst einmal mehr beherzigt hat.
Als Fan langjähriger, eingefleischter Fan des Fußball-Klubs FC Schalke 04 hat er den Bundesliga-Aufstieg des Traditionsvereins am vergangenen Wochenende mit Freunde zunächst im Stadion und danach in einer Schalker Kneipe bis ins Morgengrauen gefeiert.
Die Anregungen für das zweite Buch „Heute schon gelebt?“ hat Oliver Fleischer auf seinen Lesereisen mehr oder weniger vom Publikum frei Haus geliefert bekommen. Der TV-Star: „Ich habe von den Menschen, die meinen Lesungen besucht haben viel gelernt und bin so inspiriert worden, mich weiter mit dem Thema Tod zu beschäftigen und ich schildere diesmal neue Friedhofs-Anekdoten – lustige, skurrile, nachdenkliche und tröstliche.“ Und er gibt auch Denkanstöße.
Oliver Fleischer in der Rolle der berüchtigten Nazi-Größe Hermann Göring im Kinofilm „Führer und Verführer“ – © privat„Wer Särge trägt, lernt vor allem eines: Wir haben unser Leben selbst in der Hand, bis wir es loslassen müssen. Man bekommt am Grab hautnah die Trauer der Menschen mit, das perlt nicht so einfach an einem ab. Einiges bleibt im Hinterkopf hängen. Ich persönlich habe durch diesen Job die Angst und die Reserviertheit vor dem Tod verloren. Mir ist voll und ganz bewusst, dass das Leben endlich ist. Es kann leider jeden erwischen. Der Tod ist nicht fair, vor dem Tod sind wir alle gleich – ob arm oder reich, jung oder alt. Einfach dankbar für jeden Tag sein“, so die Lebensphilosophie von Oliver Fleischer.
Als Schauspieler steht er voll im Leben. Durch Kino-Rollen wie „Der Vollidiot“ neben Oliver Pocher oder in der denkwürdigen Leinwand Doku „Führer & Verführer“, in der er die Nazi-Größe Hermann Göring verkörperte, verschafften ihm bundesweite Bekanntheit und darüber hinaus.
In fast allen erfolgreichen TV-Serie, wie beispielsweise dem ARD-Flaggschiff „Tatort“, hinterliess der beliebte Schauspieler schon Fußabdrücke (siehe unten). Legendär seine Rolle als Nils Polga in „Danni Lowinski“. Die „Sat1-Serie“ (65 Episoden) räumte dreimal den Deutschen Comedy-Preis und einmal den Deutschen Fernseh-Preis ab.
Strahlt Zufriedenheit aus und ist mit sich im Reinen: Der Schauspieler Oliver Fleischer – © Oliver BetkeNeben zahlreichen Theater-Engagements in ganz Deutschland wagt er sich in dieser Saison zum dritten Mal in Folge bei Wind und Wetter auf die 100 Meter breite Open-Air-Naturbühne im sauerländischen Elspe. Im Karl-May-Klassiker „Winnetou I“ spielt er vom 27.06 bis 13.09. den „oft betrunkenen, aber gutherzigen“ Eisenbahn-Ingenieur Bancroft. Eine Rolle, die dem sympathischen Schwergewicht auf den Leib geschneidert ist.
Oliver Fleischer bringt die Menschen gerne zum Lachen – vermutlich auch, weil er auf der anderen Seite als Sargträger die traurigen, trostlosen Schicksale kennt und weiss, was ein Abschied für immer bedeutet.
Text: Peter Pionke
Vita Oliver Fleischer
Oliver Fleischer wurde am 29. Mai 1974 in Bottrop geboren. Er stammt aus einer Beamtenfamilie. Er spielte bis zu seinem 18. Lebensjahr beim VfB Bottrop Handball und war zeitweise Sänger in einer Heavy Metal-Band.
Anschließend spielte er acht Jahre American Football in der 2. Bundesliga in Bochum und Berlin. In der Bundeshauptstadt begann er auch eine Schauspiel-Ausbildung bei Friedrich-Wilhelm Junge und Jörg Mihan, die er aber nicht abschloß, weil ihm ein interessantes Theater-Engagement angeboten wurde.
Klassische Rollen spielte er u.a. in „Urfaust“ (Mephisto) im Staatstheater Dresden und in William Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ (König Theseus) an den Kammerspielen Bochum.
Seit 2003 ist Oliver Fleischer auch regelmässig auf der Kinoleinwand und im Fernsehen präsent. 2004 drehte er seinen ersten Kino-Film: „Die Zeit nach der Trauer“ (Regie: Beate Fichtner-Neumann). Einer breiten Öffentlichkeit wurde er als Partner von Comedian Oliver Pocher in der Kino-Komödie „Vollidiot“ (2007) und auch in seiner Rolle als Hermann Göring in Joachim A. Langs denkwürdigen Leinwand-Erfolg „Führer und Verführer“ (2024) bekannt.
„HEUTE SCHON GELEBT? – Am Ende zählt, was vorher war – Neue Denkanstöße vom Sargträger“ – Oliver Fleischer – Bonifatius-Verlag – 2026 – 240 Seiten – ISBN-10: 3987901144 – ISBN-13: 978-3987901140Er überzeugte auch in dem Comedy-Format „Pastewka“ an der Seite von Anke Engelke und Bastian Pastewka. Oliver Fleischer erhielt dreimal den Deutschen Comedy-Preis und einmal den Deutschen Fernseh-Preis für „Danni Lowinski“ (Sat 1 – 5 Staffeln – 65 Episoden) als beste TV-Serie. Hier spielte er die Figur Nils Polga. Außerdem erhielt er den Deutschen Fernseh-Preis für seine Mitwirkung in der RTL-Serie „Beste Schwestern“ (2018 – 2019).
Ausschnitt aus seiner umfangreichen Filmografie:
„Adelheid und ihre Mörder“ (ARD-TV-Serie) – „Vollidiot“ (Kino-Film) – „SOKO Köln“ (ZDF-TV-Serie) – „Ein Fall für zwei“ (ZDF-TV-Serie u.a. mit Claus-Theo Gärtner) – „Kommissar Stolberg“ (ZDF-TV-Serie u.a. mit Rudolf Kowalski) – „Flirtcamp“ (TV-Film u.a. mit Kai Wiesinger) – „Die Superbullen“ (Kino-Film u.a. mit Tom Gerhardt u. Axel Stein) – „Mein Song für Dich“ (Kino-Film u.a. mit Jeanette Biedermann) – „Kein Sex ist auch keine Lösung“ (Kino-Film u.a. mit Corinna Harfouch u. Armin Rohde) – „Tatort – Das Wunder von Wolbeck“ (ARD-TV-Serie mit u.a. Axel Prahl u. Jan-Josef Liefers) – „Notruf Hafenkante“ (ZDF-TV-Serie) – Inga Lindström“ (ZDF-TV-Reihe) – „Das beste Stück vom Braten“ (TV-Film mit u.a. mit Herbert Knaup u. Martin Brambach) – „Wilsberg“ (ZDF-TV-Serie u.a. mit Leonard Lansink) – „Heldt“ (ZDF-TV-Serie u.a. mit Janine Kunze u. Kai Schumann) – „Falk“ (ARD-TV-Serie u.a. mit Peter Prager) – „Luther“ (ZDF-TV-Serie u.a. mit Joachim Król) – „Danni Lowinski“ (Sat 1-TV-Serie u.a. mit Annette Frier) – „Der letzte Bulle“ (Sat 1-TV-Serie mit Henning Baum) – „Beste Schwestern“ (RTL-TV-Serie u.a. mit Mirja Boes) – „In aller Freundschaft“ (ARD-TV-Serie) – „Großstadtrevier“ (ARD-TV-Serie) – „Daheim in den Bergen“ (ARD-TV-Serie).
In der dritte Saison hintereinander spielt er eine tragende Rolle bei den Karl-May-Festspielen im sauerländischen Elspe. 2026 ist er als Eisenbahn-Ingenieur Bancroft im Klassiker „Winnetou I“ zu sehen.
„DER OMA HÄTTE DAS GEFALLEN – Bewegende und kuriose Erlebnisse eines Sargträgers“ – Oliver Fleischer – Bonifatius Verlag – 2024 – 256 Seiten – ISBN-10: 3987900385 – ISBN-13: 978-3987900389Oliver Fleischer hat einen außergewöhnlichen Nebenjob: Er ist Sargträger.
Als Buchautor sorgte er bislang zweimal für Aufsehen: „Der Oma hätte das gefallen – Bewegende und kuriose Erlebnisse eines Sargträgers“ erschien 2024 – „Heute schon gelebt? – Am Ende zählt, was vorher war – Neue Denkanstöße vom Sargträger“ wurde 2026 veröffentlicht.
Er hat eine zehnjährige Tochter aus 1. Ehe (Matilda). Er wohnt mit seiner Lebengefährtin Julia, einer Diplom-Sozialpädagogin, in Münster.
Seine Hobbys: Segeln, Kochen, seine Freizeit mit Tochter Matilda, Partnerin Julia oder Freunden verbringen, Spiele des Fußball Bundesligisten FC Schalke 04 besuchen, dessen Fan er von Kindesbeinen an ist.
Link zur Homepage von Oliver Fleischer:
http://www.oliver-fleischer.de
Link zur Webseite der Gesellschaft Concordia:
http://www.concordia-wuppertal.de
Link zu Webseite des Elspe-Festivals:
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