16. September 2026Peter Pionke
WSV-Remis: Trainerwechsel sorgt für neue Impulse
Erstes Spiel aus Cheftrainer – und schon hatte Ismael Jaroui Grund zum Jubeln. Seine Mannschaft erkämpfte einen wichtigen Punkt beim haushohen Favoriten Fortuna Düsseldorf II – © Jochen ClassenDass das zuletzt so glücklose WSV-Team ausgerechnet beim Tabellenzweiten punkten konnte, dürfte zusammen mit dem Trainerwechsel die schon teilweise aufgekommene Lethargie oder auch Resignation erstmals beseitigen. In der Startelf setzte der neuen Cheftrainers Ismail Jaroui mit gleich acht Veränderungen deutliche Zeichen. Es begannen Semir Saric, Brightney Igbinadolor, Arian Amyn, Fabrizio Fili, Arlind Bajrami, Efe Tirpan, Kilian Bielitza und Serhat Kacmaz.
Sehnsucht nach irgendetwas Zählbarem
Der neue Chefrtrainer Jaroui erklärte nach dem Schlusspfiff: : „Es fühlt sich gut an. Man hat es einfach gemerkt, die Mannschaft und auch die Fans hatten Sehnsucht nach irgendetwas Zählbarem. Dass wir jetzt aus der Landeshauptstadt gegen ein sehr, sehr gutes Team einen Punkt mitnehmen, ist einfach toll.“
Grund zur Freude hatte beim WSV am Ende auch Sport-Vorstand Lennart Strufe, der für den von ihm initiierten Trainerwechsel nicht nur Beifall erhalten hatte. Er darf sich indes bestätigt fühlen, auf bisherige naive Vorstellungen vom erforderlichen Trainingsaufwand erfolgreich reagiert und neue Impulse gesetzt zu haben. Man kannte in der Tat im Tal sogar E-Jugend-Mannschaften mit mehr wöchentlichen Trainings-Einheiten als zuletzt beim WSV Oberliga-Team. Lennart Strufe: „Ich habe mir gewünscht, dass die Jungs langsam kapieren, welche Qualität sie haben. Der neue Trainer hat alle gut eingestellt und in der Kürze der Zeit Motivation, Mut und Selbstvertrauen aufgebaut. Es wäre sogar etwas mehr drin gewesen, wenn die Jungs noch etwas mehr Mut gehabt hätten.
Der Wuppertaler David Widlarz (vorne) setzte sich im altehrwürdigen Paul-Janes-Stadion in Düsseldorf-Flingern immer wieder gut in Szene – © Jochen ClassenGegen Fortunas Drittliga-Nachwuchs
Immerhin traf man auf einen Gegner, der mit Trainer Jens Langeneke vorrangig auf eine Mischung aus Nachwuchstalenten und Schnittstellen-Spielern zur ambitionierten Profi-Mannschaft der 3. Bundesliga setzt , welche aktuell dort den fünften Platz belegt. Mit dem sportlichen Leiter Stefan Vollmerhausen und Jugendkoordinator Tom Welz verfügen die Gastgeber zudem über einflußreiche Funktionäre , die inzwischen aus dem „Wuppertaler Stall“ zur Fortuna gewechselt sind, mit WSV-Insiderwissen inclusive.
Wie engagiert die Rheinländer zur Sache gingen, konnte man nicht nur an der Verwarnung von Fortunas Co-Trainer Andreas Lambertz ablesen, der sich kurz vor dem Spielende wegen Meckerns noch die gelbe Karte einhandelte. Dass Düsseldorf die Partie unbedingt gewinnen wollte, erkannte man auch in der 64. Minute, als Trainer Langeneke mit dem 19jährigen Mittelstürmer Mohammed Berrahou doch noch den bisher besten Torschützen der Fortuna aufbot. Berrahou hat in dieser Spielzeit bereits viermal getroffen und sollte wohl in dieser „englischen Woche“ mit den drei Spielen im Match gegen Schlusslicht WSV geschont werden.
Glänzender WSV-Keeper Maurice Horn
Der WSV ging von Beginn an engagiert und aggressiv in die Zweikämpfe und liess den Düsseldorfern wenig Zeit bei der Ballannahme. In der 7. Minute aber fand ein langer Ball den schnellen Dadou Mossi-Sezene, der Richtung Maurice Horn stürmte. Bedrängt von Serhat Kacmaz setzte er seinen Abschluss aber deutlich links am Tor vorbei. Düsseldorf war das zielstrebigere Team, vergab aber gute Möglichkeiten. Dann, nach 13 Minuten, ging auch der WSV erkennbar in die Offensive. Semir Saric setzte einen Freistoß aus etwa 25 Metern knapp neben den rechten Pfosten.
Eren Albayrak – große Freude und Erleichterung nach seinem verwandelten Handelfmeter, der dem WSV am Ende den ersten Punkt in der Oberliga-Niederrhein sicherte – © Jochen ClassenIn der 25. Minute ein verletzungsbedingter Wechsel bei den Bergischen: Für den angeschlagenen Arlind Bajrami kam Jaden Korzynietz. Nach 37 Minuten zog einmal wieder der schnelle Mossi-Sezene über die rechte Seite los, scheiterte aber aus spitzem Winkel an dem wieder glänzend disponierten WSV-Keeper Maurice Horn. Kurz vor der Halbzeitpause ging Kilian Bielitza mit nach vorne und versuchte sich aus mehr als 20 Metern, doch Düsseldorfs Schlussmann Linus Till Langenbruch hat keine Probleme, den Ball zu parieren.
WSV- Aufholjagd brachte die Erlösung
Kurz nach Wiederbeginn geriet der WSV allerdings in Rückstand: Düsseldorf wechselte den Ex-Wuppertaler Tobias Peitz ein und ging durch Darin Quiala-Tito mit 1:0 in Führung (47.). Danach erhöhte Wuppertal den Druck. Der WSV wechselte dreifach: Für Fabrizio Fili, Brightney Igbinadolor und den verletzten Kilian Bielitza kamen Eren Albayrak, Dario Biancardi und Subaru Nishimura (58./59.). Dario Biancardi scheiterte zunächst per Kopf an Fortunas Torwart Linus Till Langenbruch, anschließend traf David Widlarz nach einer Ecke nur den Pfosten, aber auch Arian Amyn konnte Langenbruch in aussichtsreicher Position noch nicht überwinden (67.)
WSV-Sportvorstand Lennart Strufe und er neue Cheftrainer Ismael Jaroui vereint und am Ende zufrieden auf der Trainerbank – © Jochen ClassenIn der 88. Minute aber dann die Erlösung für die Wuppertaler, als eine Flanke des ehemaligen deutschen Jugendnationalspielers Jaden Korzynietz von einem Düsseldorfer Abwehrspieler mit der Hand abgewehrt wurde. Eren Albayrak verwandelte den fälligen Handelfmeter mit einem Flachschuss sicher zum erlösenden 1:1 Endstand.
David Widlarz (19) vergab die Chance auf den Sieg
In der fünfminütigen Nachspielzeit hatte der ehemalige polnische U-Nationalspieler David Widlarz (19) sogar noch die Chance auf den WSV-Sieg. Er setzte einen Freistoß aus 17 Metern allerdings knapp über das Düsseldorfer Tor. Die zahlreich mitgereisten Wuppertaler Fans gerieten angesichts der packenden Finales endlich mal wieder richtig in Stimmung. Aber auch die Düsseldorfer Anhänger waren aufgrund des am gleichen Tag erkämpften 2:1-Erfolges ihrer ersten Garnitur (3. Bundesliga) gegen Jahn Regensburg in Feierlaune.
Mit diesem Unentschieden gegen Fortuna Düsseldorf knüpften beide Clubs übrigens an eine lange sportliche Tradition an. Vor dem Abstieg aus der Regionalliga hatte man sich in den letzten vier Begegnungen dreimal Unentschieden getrennt. Bereits am kommenden Samstag (19.09.) um 18:00 Uhr gilt es für de WSV im Stadion am Zoo gegen Tabellen-Schlusslicht Holzheimer SG und am 2. Oktober dann gegen den aktuellen Tabellendritten Sportfreunde Baumberg in einer weiteren Heimpartie den Aufwärtstrend zu bestätigen.
Text: Siegfried Jähne
Dario Biancardi wurde in der 58. Minute für Brightney Ignibadolor eingewechselt und sorgte sofort für frischen Schwung. Dahinter der Düsseldorfer Neu Thong – © Jochen ClassenFortuna Düsseldorf U23 – Wupertaler SV 1:1 (0:0)
Fortuna Düsseldorf U23: 1 Linus Till Langenbruch (T) – 3 Darin Quiala-Tito (ab 65. Berrahou), 5 Kaspar Werner Habering, 7 Noah Gabriel Nikolaou (ab 65. Nkowa), 10 Conor David Tönnies (ab 76. Prüsener), 11 Leo Migartz, 14 Berkant Gekikil, 18 Ben Eze (ab 89. Chikeme), 21 Maksym Len (ab 46. Peitz), 24 Simon Nhu Thong Vu (K), 27 Dadou Mossi-Sezene – Trainer: Jens Langeneke
Wuppertaler SV: 38 Maurice Horn (T) – 4 Noel Westenberger, 7 Semir Saric, 9 Brightney Ignibadolor (ab 58. Biancardi), 17 Arian Amyn (ab 75. Sausmikat), 19 David Widlarz, 20 Fabrizio Fili (ab 58. Albayrak), 23 Arlind Bajrami (ab 25. Korzynietz), 30 Efe Tirpan, 39 Kilian Bielitza (ab 58. Nishimura), 44 Serhat Kacmaz – Trainer: Ismael Jaroui
Tore: 1:0 Darin Quiala-Tito (47.) – 1:1 Eren Albayrak (88. – HE)
Schiedsrichter: Emircan Kandemir (24, TS Duisburg-Rahm 06)
Zuschauer: 621
Stadion: Paul-Janes-Stadion
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