26. August 2026

Dieter Abholte: Mein Ibiza urig wie in den 90ern…

Er lebt seit den 80er Jahren auf Ibiza, seiner zweiten Heimat, der Hamburger Journalist Dieter Abholte, früher u.a. Investigativ-Reporter beim Print-Magazin "STERN". Auch wenn er jetzt da lebt, wo viele Urlaub machen, kann er von der Schreiberei nicht lassen. Einmal Journalist, immer Journalist. Seit Jahren ist er Chefredakteur und Herausgeber des renommierten Insel-Hochglanz-Magazins "IbizaHEUTE", von dem es mittlerweile auch eine attraktive, informative Online-Ausgabe gibt. Ein wertvoller Ratgeber, für alle deutschsprachigen Touristen, die auf der Trauminsel Urlaub machen.

„Es Vedra“, die sagenumwobene, magische Felseninsel im Mittelmeer – imposantes Wahrzeichen Ibiza – © Kim Vu

Aber auch die vielen Residenten, das das ganze Jahr über oder zumindest viele Monate auf der schönen Balearen-Insel verbringen, ist „IbizaHeute“ ein unverzichtbares Informationsmedium, um immer auf dem Laufenden zu sein. Dieter Abholte spricht längst fließend Spanisch und kann so auch die kommunalpolitische Themen, die das Leben der Inselbewohner betreffen, entsprechend einordnen. Und er erfährt so oft auch spannende Insider-Storys von einheimischen Ibizenker, die er in den urigen, einfachen Bars trifft. Er gehört mit seiner Frau Christine schon lange dazu, so wie der berühmte Kräuterlikör Hierbas oder der köstliche Iberico-Schinken. Auf Ibiza und der kleine Schwestern-Insel Formentera kennt er sich mittlerweile aus wie in seiner Westentasche.

Dieter Abholte hat sich inzwischen auf dem Mittelmeer-Eiland nicht nur als erfolgreicher Journalist und Magazin-Chefredakteur, sondern auch als ebenso erfolgreicher Buchautor einen Namen gemacht. Sein Roman heisst „Ibiza – Das Geheimnis eines Sommers“ und ist eine Mischung aus spannendem Krimi, heißer Liebesgeschichte und Insider-Reiseführer. Die Handlung spielt auf seiner Lieblingsinsel – wo auch sonst.

Meeres-Riesen verpesten die Luft

Auch hier – in seiner geliebten zweiten Heimat – ist die Zeit nicht stehen geblieben. Auch hier hat sich vieles verändert – und beileibe nicht alles zum Guten. Gerade die Entwicklungen im Tourismus bereiten ihm große Sorgen. Jahr für Jahr gibt es einen neuen Urlauber-Rekord. Luxus-Hotels und Nobel-Restaurants, gebaut und betrieben von ortsfremden Investoren, sprießen wie Pilze aus dem Boden, verdrängen zum Teil die urigen, gemütlichen Tapas-Bars und romantischen Strandbuden. Riesige Luxus-Liner, die im Hafen von Ibiza-Stadt anlegen, verpesten nicht nur die Mittelmeer-Luft. Die Meere-Riesen spucken auch Tausende von Kreuzfahrt-Touristen aus, die für wenige Stunden die Insel regelrecht überfluten und am Ende jede Menge Müll zurücklassen.

„IbizaHEUTE“-Chefredakteur Dieter Abholte (r.) mit Ehefrau Christne und dem Essener Pop-Art-Künstler Sharyar „Shary“ Azhdari – © IbizaHEUTE

All das sieht Dieter Abholte sehr kritisch und kämpft mit den Einheimischen als Resident und Journalist dafür, dass das Ursprüngliche, die typischen liebenswerten Eigenheiten und die Alleinstellungsmerkmale der magischen Insel zumindest zum Teil erhalten bleiben

Und es gibt sie  durchaus noch diese exklusiven Eigenheiten, die Hippies mit ihren flippigen Lebensstil, wenn auch nicht mehr allzu viele, die gemütlichen Bars und kleinen Musik-Clubs im Fischerviertel und d’alt Vila (Altstadt), die recht preiswerten Standrestaurants, in denen man mit den Füßen im Sand köstliche Fischspezialitäten geniessen kann. Und es gibt sie auch noch, die kleinen, einsamen Buchten mit traumhaften Meerblick, wo man selbst in der Sommersaison fast unter sich ist oder höchstens ein paar Einheimische trifft.

Hippies und das oberste Gesetz der magischen Insel

Und es gibt es sie auch noch die sympathischen, unkomplizierten, entschleunigten und lockeren Zeitgenossen, die den typischen Ibiza-Spirit in sich aufgesogen haben und ihn vorleben. Menschen unterschiedlichster Schichten, die sich mit Freundinnen und Freunden ungezwungen zum Sonnen und Baden am Strand oder zum gemütlichen Essen in toller, unbeschwerter Atmosphäre treffen, um einfach nur gemeinsam Spaß zu haben. Darunter sind auch Leute, die Millionen auf dem Konto haben. Doch das sieht man ihnen äußerlich nicht an und das lassen sie erst recht nicht heraushängen. Aus Überzeugung und Respekt vor den Anderen. Für sie hat das oberstes Gesetz Ibizas nach wie vor Gültigkeit: „Du kannst tun und lassen, was Du willst, solange Du dem Anderen das gleiche Recht zugestehst“.

Und von diesem alten, liebenswerten Ibiza handelt die kleine, eigentlich unscheinbare Geschichte, die Dieter Abholte nachfolgend so wunderschön, so treffend und so exzellent schildert.

Text: Peter Pionke

Das urige Traditions-Restaurant „Niu Blau“ in der gleichnamigen Bucht auf der Insel Ibiza © Rüdiger Eichhorn

Ein traumhafter Abend im Restaurant „Niu Blau“ direkt am Meer

Es war an einem Abend vor kurzem. Ich hatte mich mit Freunden zum Essen am Strand verabredet. Zeit: 19 Uhr, eigentlich etwas zu früh, um zu Abend zu essen. Die Spanier kommen frühestens um 21.30 Uhr, die Deutschen sind lieber schon um 20 Uhr abends da. Wenn’s geht, noch früher. Aber bei uns war es 19 Uhr. Ort: der Strand „Niu Blau“, kurz hinter Santa Eulària. 

Zeit und Ort waren ideal. Die Strandbesucher hatten schon ihre Handtücher eingepackt und waren auf dem Weg zu Wohnung oder Hotel: Also Parkplatz ohne Ende, wo man tagsüber kaum eine Chance hat. Dazu freie Auswahl an den Tischen des Restaurants auch in der ersten Reihe am Meer. Es heisst „Niu Blau“, genauso wie die kleine Bucht an der Ostküste Ibizas

Fangfrischer Seewolf im Salzmantel

Der Blick in die Karte. Die ist jetzt dreisprachig, aber immer noch ibizenkisch: „Lubina a la sal“, fangfrischer Seewolf im Salzmantel, das Kotelett vom Iberico-Schwein, die Artischocken in Olivenöl gebacken und mit Splittern vom Serano-Schinken. Dazu diverse Seafood-Gerichte und Traditionelles, wie es sich für ein Restaurant auf der Insel gehören sollte. Die Stühle bequem, die Tische mit weißer Tischdecke, der Service sehr herzlich, der Blick auf die Bucht fantastisch.

Es ist die „blaue Stunde“, wo das letzte Licht der untergehenden Sonne alles in ein fast unwirkliches blaues Licht taucht. Eine Motoryacht läuft vorsichtig ein, denn hier ist das Meer flach – und Felsen gibt es auch. Das Paar an Bord möchte ankern. Erfahrung wohl gleich null. Ankern mit dem Wind, zu wenig Kette, zu dicht am Badebereich. Also alle Fehler, die man machen kann. Nach einer halben Stunde und vier Versuchen hält der Anker für zehn Minuten, slippt dann wieder. Die auf der Motoryacht geben auf. Es ist noch immer blaue Stunde.

Das gastfreundliche Restaurant „Niu Blau“ vom Strand aus gesehen – © Rüdiger Eichhorn

Ein verliebtes Paar spaziert umschlungen am Strand entlang. Auf der kleinen Landzunge, die sich ins leicht bewegte Meer schiebt, sitzt eine schlanke junge Frau im Schneidersitz und schaut aufs Meer. Am Nebentisch ist jetzt eine große spanische Familie. Die beiden Kinder, ein Mädchen und ein Junge, drei und vier Jahre werden sie sein, erobern erst den Strand, um danach ihre bestellten Muscheln gekonnt zu essen. Alles ganz ruhig, unaufgeregt. Keine Musik übertönt das Geräusch der Wellen, die sanft an den Strand spülen. Kein fremder Geruch nach Chanel Nr. 5 und Co. stört den Duft des Meeres. Es riecht nach Algen, nach Salz – nach Meer eben.

Es ist wie früher, wie vor 30 oder 40 Jahren. Schon damals gab es „Niu Blau“, das Restaurant am Meer. Gab es auch links den winzigen Hafen, wo auch heute ein paar kleine Boote sanft schaukeln. Hier habe ich mich an meinen ersten Salzfisch getraut, und meinen ersten Hierbas auf Kosten des Hauses bekommen. Meine beiden Söhne, sieben und acht waren sie,  haben am Strand gespielt, das Abenteuer Meer entdeckt. Und uns stolz ihre gesammelten Muscheln gezeigt.

Erinnerungen in der blauen Stunde

Dafür wurde sie vom Kellner mit einer Limo belohnt. Mit der Erinnerung kommen ein bisschen feuchte Augen, ist wohl vom Seewind – aber  die wichtige Erkenntnis: Es gibt es noch immer, dieses alte Ibiza. Natürlich nicht eins zu eins, aber in dieser blauen Stunde ist das Gefühl ganz stark, das man Spirit der Insel nennt. Für mich ist es die Seele Ibizas.

Welcher Unterschied zu den schicken Beach-Clubs mit den Vasen teurer Blumen auf den weißen Tischen! Mit dem Service, der sein Missfallen spüren lässt, wenn man nur die – schon unverschämt überteuerte – Flasche Wein für 62 Euro bestellt, statt die für 96 Euro. Mit dem DJ, der mit seiner Techno-Musik die Geräusche des Meeres gnadenlos übertönt. Mit der Rechnung, die im schicken Kästchen serviert wird: Über 250 Euro für zwei Personen und dem stillen Vorwurf, dass man in diesem Restaurant eigentlich 400 Euro ausgeben sollte – mindestens.

Das Cover der August-Ausgabe des renommierten Insel-Magazins „IbizsaHEUTE“ – © IbizaHEUTE

All das ist in diesem Restaurant an „Niu Blau“ ganz weit weg. Hier ist der fröhliche Restaurantleiter, der zwischendurch einen kleinen Chupito serviert und auch einen mittrinkt. Hier ist der freundliche Service, der lächelnd über das Chaos eines umgestoßenen Weinglases – mit Kettenreaktion – hinwegsieht und einfach neue Gläser bringt.

Hier ist auch die Küchenchefin, die beim Zerteilen der „Lubina im Salzmantel“ feststellt, die müsste noch mal für zehn Minuten zurück in den Ofen. Wunderbar all diese kleinen Gesten, die sagen: Du bist unser Gast, du sollst dich wohlfühlen, den Abend genießen. Dazu gehört auch der perfekt gegarte Fisch, der nach wenigen Minuten wieder am Tisch ist und köstlich schmeckt.

Natürlich ist es kein billiger Abend mit unseren Vorspeisen, dem Salzfisch, dem Dessert, den Getränken, der Flasche weißen Albariño aus dem Norden Spaniens. So haben wir auch an die 130 Euro gezahlt. Aber für köstliches Essen, für perfekten Service, für den wunderschönen Ort am Meer – und meine Erinnerung ist ohnehin unbezahlbar.

Magazin IbizaHEUTE als wertvoller Ratgeber

Was ich mit diesen Zeilen sagen möchte: Es gibt sie noch, die Restaurants mit der Seele Ibizas. Und nicht nur Sterne-Küche und teure Restaurants, die für mich eine fremde Welt auf die Insel bringen, statt die Einmaligkeit Ibizas zu bewahren. Sushi statt Salzfisch, Kaviar-Nudeln statt Insel-Landhuhn. Das alles kann ich überall auf der Welt essen.

Aber die echten Ibiza-Gerichte bekomme ich nur auf der Insel. Und es lohnt sich, diese Orte zu entdecken. Wir helfen Ihnen dabei – mit täglichen Berichten in unserer Online-Ausgabe von „IbizaHEUTE“(ibiza-heute.de) oder in unserem gleichnamigen, gedruckten Insel-Magazin.

Genießen Sie den Sommer und das Leben – auf Formentera und Ibiza ist beides besonders schön. Und wenn Sie hier sind, dann besuchen sie das urige Restaurant „Niu Blau“ – am Besten abends in der blauen Stunde…

Text:  Dieter Abholte

 

Link zur Webseite von „IbizaHEUTE“:

https://www.ibiza-heute.de/

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Das Cover des Kriminalromans „Ibiza – Geheimnis eines Sommers“ – © IbizaHEUTE

„Ibiza – Geheimnis eines Sommers“
Dieter Abholte
MLV-Verlagsgesellschaft GmbH
ISBN: 978-3-9820171-0-5

 

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