17. August 2026

WSV verliert in Velbert – Tore und Elfmeter nicht gegeben

Trotz der 1:0-Auftaktniederlage hat man beim WSV keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Ihm „Bergischen Derby“ sahen 2.130 Zuschauer in der Velberter IMS-Arena gegen den favorisierten Titelaspiranten ein Spiel auf Augenhöhe. Dabei wurden den Rotblauen zwei Tore aberkannt und zwei vermeintliche Elfmeter nicht gegeben. Zu umstrittenen Leistungen von Schiedsrichter Thibaut Scheer (Essen) wollte sich die Trainer beider Teams nach Spielende indessen lieber nicht explizit äussern. 

Der Kopfball von Dario Biancardi (rotes Trikot) landete im Velberter Tor. Doch Schiedsrichter Scheer gab den Treffer wegen einer angeblichen Abseitsstellung nicht – © Jochen Classen

Etwas kurios war erst schon, als Schiedsrichter Thibaut Scheer in der 4. Minute nach einem Foul an Nishimura auf Elfmeter für den WSV auf den Elfmeterpunkt zeigte, seine Entscheidung aber nach Rücksprache mit seinem Linienrichter wieder  korrigierte. Ein zweites Mal zog sich der Spielleiter den Unwillen des stark vertretenen WSV Anhangs (etwa 1.000 Fans aus dem Tal) in der Schlussphase zu, als der Referee in einer Elfmeter reifen Situation erst gar nicht pfiff. WSV-Trainer Tim Schneider später: „Einen der beiden Elfmeter muss man geben.“ Zwei Treffer von WSV-Neuzugang Serhat Kacmaz (18. und 92.) fanden zudem keine Anerkennung.

Rote Karte für „Athletik-Trainer“ Herzenbruch

Diese Aktionen blieben nicht gänzlich folgenlos. Nach dem Abpfiff konnten die WSV-Verantwortlichen ihre aufgebrachten Spieler gerade noch zurückdrängen. Zu allem Überfluss sah Felix Herzenbruch nach heftigen Protesten an alter Wirkungsstätte, hier jetzt in seiner Eigenschaft als „Athletik-Trainer des WSV“, von Schiri Scheer  auch noch die rote Karte.

WSV-Coach Tim Schneider zog trotz allem eine positive Bilanz: „Wir haben zwei Tore gemacht und einen der beiden Elfmeter muss man eigentlich geben. Auch wenn dass Ergebnis nicht stimmt, ich nehme viel Positives mit!“ Man muß wissen, dass er aufgrund von Verletzungen und Sperren eine ersatzgeschwächte Rumpftruppe mit nur noch 15 Spielern zur Verfügung hatte und mit Giulio Federico einen weiteren Jugendspieler aus der „U19“ aufbot, während  es für Velberts Trainer Komorowski bei den Gastgebern keine nennenswerten personellen Engpässe gab. 

Die Wuppertaler Sausmikat (l.) und Saric kämpfen im Velberter Strafraum um den Ball – © Jochen Classen

Umso erstaunlicher, dass die engagierten und kampfstarken Wuppertaler über weite Strecken sogar spielbestimmend waren. Das schnelle und eher überraschende Führungstor der Gastgeber aus der Schloß-Stadt fiel in der 9. Minute nach einer Ecke durch Neuzugang Luca Köbele. Der WSV war danach dem Ausgleich mehrfach sehr nah und hätte ein Unentschieden sicher  verdient gehabt. So als Dario Biancardi gleich zwei dicke Chancen vergab (48., 51.) und nur wenig später Fabrizio Fili das Tor (56.) knapp verfehlte. Zur Wahrheit gehört indessen auch, dass die Gastgeber einige gute Möglichkeiten hatten, so als Mockschan nur den linken Pfosten traf und der Ball von dort auch noch am linken Gebälk landete (33.) oder als Higer und Wiese nach etwa einer Stunde aussichtsreich scheiterten.

Mit jungen Spieler im Kader ein tolles Gesicht gezeigt

Am Ende gingen der junge WSV-Mannschaft die Kräfte merklich aus, um den Rückstand noch zu egalisieren und es fehlte ihnen auch, wie Trainer Schneider es ausdrückte, das „Spielglück“,  was schwer verdaubar sei. „Wir hatten viele junge Spieler im Kader, dafür hat die Truppe ein tolles Gesicht gezeigt. Wir werden unsere Ziele noch härter verfolgen“, versprach der Trainer

Auch der Treffer von Joel Westenberger (l.) fand wegen einer angeblichen Abseitsstellung keine Anerkennung – © Jochen Classen

Schon am kommenden Freitag (19:30 Uhr) ist gegen die SpVg Schonnebeck, die man ja gerade erst aus dem Pokal-Wettbewerbe geworfen hat, im Stadion am Zoo Gelegenheit, am zweiten Spieltag erste Oberliga-Punkte einzufahren.

Text: Siegfried Jähne

SSVg 02 Velbert – Wuppertaler SV 1:0 (1:0)

Aufstellung  SSVg 02 Velbert: 22 Luis Platz (TW) – 5 Tristan Duschke (K) (ab 53. Büchte), 10 Calvin Marlon Mockschan, 11 Max Machtemes, 14 Beyhan Ametov (ab 65. Torrens), 17 Robin Hilger, 19 Artur Golubytkij (ab 61. Wiese), 21 Luca Köbele, 30 Tom Dominik Behle, 31 Ismael Remmo, 34 Benjamin Hemcke – Trainer: Bogdan Komorowski

Aufstellung Wuppertaler SV: 1 Fotios Adamidis (TW, K) – 2 Subaru Nishimura, 4 Joel Westenberger, 5 Jaden Jorzynietz, 6 Genc Lajqi (ab 72. Saric), 17 Arian Amyn (ab 55. Sausmikat), 20 Fabrizio Giuseppe Fili (ab 78. Bajrami), 21 Dario Biancardi, 26 Linus Lillebror Fröhlich, 39 Kilian Bielitza (ab 86. Federico), 44 Serhat Kacmaz – Trainer: Tim Schneider 

Tore: 1:0 Köbele (09.)

Schiedsrichter: Thibaut Scheer (Essen)

Zuschauer: 2.130

Stadion: IMS-Arena

Ecken: 5:5

Gelbe Karten: Machtemes (77.) – Fröhlich (7.), Sausmikat (56.), Bajrami (90.+2)

Rote Karte: Herzenbruch (Nach Spielende)

Der Velberter Muckschen (.) und Wuppertals Bielitza liefern sich hier einen packenden Zweikampf um den Ball – © Jochen Classen

 

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