12. Juli 2026Peter Pionke
WSV-„Klatsche“ in Solingen – ein Muster ohne Wert?
Der neue WSV-Stürmer Brightney „Brian“ Igbinadolor wird von Solingens Torhüter Zenikov im Strafraum gefoult. Doch den fälligen Strafstoß kann er nicht verwandeln – © Jochen ClassenMit dem DV Solingen hatte man sich einen eingespielten Gegner ausgesucht, der den Aufstieg in die Oberliga diesmal nur knapp verfehlt hatte und gegen den man im Niederrheinpokal vor zwei Jahren schon einmal eine „Beinahe-Blamage“ erlebte und da erst in der Verlängerung mit 3:2 gewinnen konnte. Solingen begann mit den Ex-WSVern Maurice Horn, Oguzhan Kefkir, Cenk Durgun und Blerton Muharremi. Schon nach zehn Minuten stand es diesmal nach zwei krassen Abwehrfehlern 2:0 für die Gastgeber – und zwar durch Treffer von Pemba (7) und Yigiter (10.).
Beim WSV wurde das Team von Co-Trainer Niklas Bonnekessel mit U19-Trainer Ismail Jaroui gecoacht. Cheftrainer Tim Schneider fehlte wegen einer Fortbildung und auch Sport-Vorstand Lennart Strufe war verhindert.
Niklas Bonnekessel zog am Ende ein kurzes Fazit: „Ich sehe noch Verbesserungspotential. Durch ein solches Spiel gewinnt man gute Erkenntnisse. Das Spiel mit dem Ball war es heute leider sehr fehlerhaft“. Solingens Co-Trainer Kevin Rodrigues-Pires, zuletzt unter Mike Wunderlich noch in Diensten des WSV, meinte verständnisvoll: „Da muss sich die Mannschaft erst einmal finden. Das wird denke ich auch nicht direkt am Anfang sofort klappen. Es ist ein Prozess“.
Fabrizio Fili hat sich im Mittelfeld den Ball erkämpft und nimmt Kurs Richtung Solinger Strafraum – © Jochen ClassenFür die rund 200 Zuschauer, davon rund 100 WSV-Anhänger, war es nicht einfach, alle neuen Akteure zuzuordnen. Der WSV begann bei den sommerlichen Temperaturen auf dem Kunstrasen an der Solinger Zietenstrasse mit folgender Start-Elf: Torwart Felix Burdzik (Testspieler von FC Süderelbe), Ariyoh Ayinla, Kilian Bielitza, Felix Herzenbruch, Jaden Korzynietz, Oliwer Blasczyk, Semir Saric, Noel Werner (vom Bremer SV), Dario Biancardi, Arian Amyn und Eren Albayrak.
Kilian Bielitza verletzte sich am Fuß und wurde nach guter Partie in der 38. verletzungsbedingt gegen Noel Westenberger ausgewechselt. Chancen zum Ausgleich waren bis zur Pause durchaus da, aber die neuem „Top-Stürmer“ des WSV kamen noch nicht so richtig zu Geltung, auch weil die Solinger körperlich stark dagegen hielten. Einen starken Eindruck hinterließ beim WSV indessen der in Essen geborene 19jährige Deutsch-Iraker Arian Amyn auf der linken Außenbahn, der bereits für die irakische U20-Nationalmannschaft auflief und vom SV Eintracht Hohkeppel in der Mittelrheinliga kam.
Überzeugen konnte auch der Kroate Duje Goles, der für den ebenfalls verletzten Dario Biancardi (25.) eingewechselt wurde und direkt im Mittelfeld die Fäden zog. Der 23jährige Goles erzielte In der vergangenen Saison als offensiver Mittelfeldspieler für den TuS Ennepetal sechs Tore und bereitete vier weitere Treffer vor. Dort spielte er unter anderem gemeinsam mit Ex-WSV-Spieler Kevin Hagemann, der sich übrigens jetzt in die Kreisliga RW Ennepetal-Rüggeberg angeschlossen hat, wo man vom „Transfercoup des Sommers“ spricht.
Genc Laiqi (Nr. 36) und Fabrizio Fili (Nr. 20) steigen im Solinger Strafraum vergeblich zum Kopfball hoch – © Jochen ClassenBrightney Igbinadolor vergab Elfmeter
In der zweiten Spielhälfte hatten die WSV-Trainer fast komplett „durchgewechselt“ mit der Folge, dass das Spiel der Wuppertaler zielstrebiger und intensiver wurde. Einen guten Anteil hatten hier insbesondere auch die A-Jugendlichen Genc Lajqi, Sam Sausmikat und Linus Fröhlich. Gastspieler Noel Werner prüfte Danylo Zenikov im Solinger Tor sofort mit einem strammen Schuss, den dieser gerade noch zur Ecke abwehren konnte (46.). Der WSV war nun öfter vor dem Tor des Gastgebers, ohne dass es aber zu einem Torerfolg kam.
Die Rotblauen, diesmal im ungewohnt dunklen Dress aufgelaufen, hatten jetzt ihre stärkste Phase und waren zunächst klar überlegen. Nach einer Stunde vergab der von der SpVgg Erkenschwick zum WSV gewechselte 21jährigen Brightney „Brian“ Igbinadolor einen Elfmeter, nachdem er zuvor selbst gefoult worden war. Sein Schuss kam zu schwach auf das Solinger Gehäuse, so dass Zenikov den Ball noch abwehren konnte. Danach vergab Sam Sausmikat aus spitzem Winkel und scheiterte abermals am starken Zenikov. (77.) Dagegen traf Azirar für den Solinger Landesligist per Kopf zum 3:0-Endstand (88.). Das Wuppertaler Tor hütete in der zweiten Halbzeit Fotios Adamidis, der dann auch die Kapitänsbinde trug.
Jetzt gegen Gladbachs Bundesliga Fohlen
Die nächsten Test-Spiele des WSV steigen am Dienstag (14. Juli) um 19:30 Uhr beim Bezirksligisten 1. FC Wülfrath und am Samstag (18. Juli) gegen den Bundesligisten Borussia Mönchengladbach (14 Uhr, Stadion am Zoo). Fraglos ein ganz besonderes Highlight, wo es gilt, gleich vier Klassen-Unterschiede unter die Lupe zum nehmen.
Text: Siegfried Jähne und Stephan Volter
Torhüter Maurice Horn (r.) und Oguzhan Kefkir – zwei Ex-Wuppertaler, die jetzt das Trikot von DV Solingen tragen – © Jochen ClassenDV Solingen – Wuppertaler SV 3:0 (2:0)
Wuppertaler SV: 12 Felix Burdzik (46. 1 Fotios Adamidis) – 27 Ariyoh Ayinla (46. 35 Leon Alpkaya), 39 Kilian Bielitza (38. 4 Noel Westenberger), 3 Felix Herzenbruch (46. 36 Genc Laiqi), 5 Jaden Korzynietz (46. 32 Sam Sausmikat) – 37 Oliwer Blasczyk (46. 26 Linus Lillebor Fröhlich), 7 Semir Saric (46. 20 Fabrizio Fili) – 34 Noel Werner, 21 Dario Biancardi (25. Duje Goles), 17 Arian Amyn (46. 33 Moise Gae) – 10 Eren Albayrak (46. Igbinadolor )
Bank: 1 Fotios Adamidis (TW), 4 Noel Westenberger, 8 Duje Goles, 9 Brightney Igbinadolor, 20 Fabrizio Fili, 25 Linus Lillebror Fröhlich, 32 Sam Sausmikat, 33, 35 Leon Alpkaya, 36 Genc Lajqi
Trainer: Niklas Bonnekessel | Co-Trainer: Ismail Jaroui
DV Solingen: 12 Maurice Horn (ab 46. Zenikov) – 5 Cedrik Stefan Synclair Mvondo, 6 Mohamed Aaross, 11 Daniel Saibert, 15 Blerton Muharremi, 17 Gabriel Binga Pemba, 21 Oguzhan Kefkir, 25 Germano Bonanno, 30 Eray Yigiter, 33 Cenk Durgun (K), 61 Tuncay Muhammet Altuntas
Bank: 1 Danylo Zenikov (TW), 3 Dominick Wasilewski, 4 Rafu Numakumai, 8 Ilias El Joudi, 13 Mahrab Khan, 18 Samir Azirar, 22 Bilal El Ouamari, 27 Birol Can Adibelli, 42 Riyan Khan, 66 Sefa Mikail Özlap
Trainer: Abdullah Keseroglu | Co-Trainer: Kevin Rodrigues-Pires
Zuschauer: 200
Gelbe Karten: Werner (60.)
Schiedsrichter: Torben Eickhoff (Solingen) | Assistent 1: Eray Caglar (Solingen) | Assistent 2: Felix Kastner (TSV Solingen).
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