22. Mai 2026Peter Pionke
Rekordkulisse beim Spiel gegen den Rekordmeister Kiel
Bereits eine gute Nachricht für die BHC-Fans vor dem Kracher gegen den THW Kiel: Yannick Fraatz, der im Moment wegen einer Kreuzbandverletzung außer Gefecht ist, bleibt den bergischen Löwen erhalten- © Archivfoto Jochen ClassenDas war im Hinspiel etwa 40 Minuten lang gelungen. Danach setzten sich die Kieler ab und gewannen 43:35. Die Stimmung war angespannt, weil die Gastgeber sich an der spielerischen Härte des BHC aufgerieben haben. Trainer Filip Jicha betonte auf der abschließenden Pressekonferenz, dass er sich bereits auf das Rückspiel freue. „Wir freuen uns genauso darauf“, sagt Markus Pütz, der mit einem großen Kampf seines Teams rechnet und mit Blick auf viele Nickeligkeiten anfügt: „Das Hinspiel war besonders, das Rückspiel wird genauso besonders sein.“
Die Rollen sind verteilt. „In jedem individuellen Vergleich ist der THW Kiel besser, aber wir werden alles reinhauen“, betont Pütz und rechnet sich Chancen aus. „Mehr als 7000 Tickets sind weg. Das ist eine herausragende Resonanz und die beste Kulisse vor eigenen Publikum in der gesamten Saison. Das kann uns beflügeln.“ Tatsächlich waren so viele Fans seit knapp sieben Jahren nicht mehr bei einem Heimspiel des BHC. „Das gibt uns noch mal zusätzlich Energie.“
Eine klare Mission
Die Mission ist klar: Der BHC will zum ersten Mal überhaupt gegen Kiel etwas mitnehmen. „Wir haben das noch nie geschafft“, kennt Arnor Gunnarsson die Historie. Einen besseren Moment, den Bann zu brechen, kann es kaum geben: Gewinnen die Löwen, könnte das sogar den vorzeitigen sicheren Verbleib in der 1. Bundesliga bedeuten. Nach der Niederlage am Donnerstag kann der SC DHfK Leipzig auf keinen Fall mehr am BHC vorbeiziehen. Sollten Minden oder Wetzlar am Samstag verlieren, würde dem BHC ein Sieg im PSD BANK DOME – auch den gab es bisher noch nicht – reichen.
Das kongeniale BHC-Trainergespann Arnor Thor Gunnarsson (l.) und Markus Pütz braucht schon eine „ausgefuchste“ Taktik, um gegen die übermächtigen Kieler bestehen zu können – © Archivfoto Jochen ClassenEine schwierige Aufgabe, auch wenn sich die Kieler zuletzt nicht in herausragender Verfassung präsentiert haben. In der Bundesliga holte der Tabellenfünfte nur einen Punkt aus den jüngsten drei Spielen – zwei davon fanden gegen die abstiegsbedrohten Teams aus Leipzig und Wetzlar statt. Dafür gelang den Norddeutschen in der European League der Einzug ins Final Four, das am 29. und 30. Mai in Hamburg über die Bühne geht.
„Wir wissen natürlich um die Qualitäten von Kiel, so dass die letzten Ergebnisse für uns keine große Rolle spielen“, sagt Pütz. „Wir rechnen auch damit, dass der THW komplett antritt.“ Leistungsträger Elias Ellefsen a Skipagotu fehlte mit einer Schulterverletzung, auch Eric Johansson und Nikola Bilyk spielten zuletzt häufiger nicht. „Grundsätzlich sind die Kieler noch mit ihrem Stil unterwegs. Vor allem ohne Ellefsen a Skipagotu gehen sie nicht so viel ins Eins gegen Eins wie zum Beispiel Magdeburg oder Berlin“, sagt Gunnarsson. „Sie haben einfach viele Spieler, die gut bei Fernwürfen sind.“
Dem BHC hat die kurze Länderspielpause gut getan. Lars Kooij und Belal Massoud waren mit den Niederlanden beziehungsweise Ägypten international im Einsatz, der Rest des Kaders war da. Ein paar Spieler sind ein paar Tage krankheitsbedingt ausgefallen, Julian Fuchs hat eine Woche nicht trainiert, nachdem er beim 28:28 in Minden kurz vor Schluss mit dem Verdacht auf einen Muskelfaserriss ausgefallen war. Gunnarsson gibt Entwarnung: „Er ist inzwischen wieder dabei und hat schmerzfrei durchtrainiert.“
Hinweis zum Spiel
Die Anfahrt aus dem Bergischen Land Richtung PSD BANK DOME Düsseldorf ist am Sonntag aufgrund der Sperrung der A44 erschwert. Eine Ausweichmöglichkeit besteht über die A52, die von der A3 über das Kreuz Breitscheid zu erreichen ist. Tickets für das Duell sind im Online-Ticketshop unter www.bhctickets.de sowie an der Tageskasse erhältlich, die am Spieltag um 15 Uhr öffnet. Sitzplätze sind nur noch vereinzelt verfügbar, Stehplätze sind für 12 Euro zu erwerben.
BHC-Sportdirektor Fabian Gutbrod – hier beim Interview mit dem Bezahlsender „DYN“ – ist es gelungen, Rechtsaußen Yannick Fraatz von einem Verbleib bei den bergischen Löwen zu überzeugen – © Archivtoto Jochen ClassenYannick Fraatz bleibt beim BHC
Yannick Fraatz wird am Sonntag gegen den THW Kiel aufgrund seines Kreuzbandrisses noch fehlen. Der Rechtsaußen wird auch den Saisonstart 2026/27 verpassen, doch er bleibt dem BHC mindestens bis zum Jahresende erhalten. Der im Sommer auslaufende Vertrag wurde verlängert. „Wir wollen sicherstellen, dass Yannick erstmal in aller Ruhe gesund werden kann. Dann sehen wir ihn hoffentlich bald wieder auf der Platte. Zu gegebener Zeit werden wir dann gemeinsam besprechen, wie wir weitermachen werden“, sagt der Sportliche Leiter des BHC, Fabian Gutbrod.
Fraatz ist froh, sich voll auf die Reha konzentrieren zu können. „Ich bin guter Dinge, bis Jahresende wieder für den BHC spielen zu können“, sagt der Linkshänder. „Dann schauen wir weiter.“
Derweil steht hinter Julian Fuchs auf der Rechtsaußen-Position auch in der kommenden Saison Justus Püttmann zur Verfügung. Der 18-Jährige hat seinen ersten Profivertrag unterschrieben und bleibt mindestens bis Sommer 2027 beim BHC. „Ich freue mich, dass ich das bei dem Verein machen darf, bei dem ich das Handball spielen erlernt habe. Das macht mich stolz“, betont Püttmann. Fabian Gutbrod ist froh über die Lösung: „Er kommt aus der eigenen Jugend, ist ein Solinger Junge. Ich freue mich sehr, dass er bei den Profis dabei ist, und wir hoffen alle, dass er die Chance nutzen kann, die sich jetzt bietet.“
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