27. April 2026Peter Pionke
BHC Enttäuschende 29:33-Niederlage in Wetzlar
Auch die acht Treffer von Noah Beyer reichten nicht für einen Punktgewinn in Wetzlar – © Archivfoto Jochen ClassenZu Beginn hatte es danach nicht ausgesehen. Die Bergischen überrumpelten die Gastgeber in den ersten Minuten. Fynn Hangstein, Sören Steinhaus, Noah Beyer und Aron Seesing trafen auf dem Weg zum frühen 6:2-Vorsprung. Doch die Wetzlarer erholten sich schnell.
Sie spielten fortan ihre Angriffe gut über den Kreis aus, wo Josip Simic erfolgreich abschloss. Aus dem Rückraum traf auch Philipp Ahouansou oft. Der BHC hatte bereits in der ersten Halbzeit eine Phase, in der er sich im Abschluss schwertat. Die jedoch hielt nicht so lange an wie die letztlich entscheidende in der zweiten Hälfte. In den ersten 30 Minuten waren die Bergischen spielerisch eigentlich noch leicht überlegen, leisteten sich aber ein paar Fehler im Angriff, die Wetzlar mit Kontern bestrafte.
So ging es nur mit 15:15 in die Pause. Pech hatte noch Johannes Wasielewski, der den letzten Angriff zwar im Tor unterbrachte, doch die Uhr schlug exakt auf 30 Minuten um, als der Ball die Linie erreicht hatte.
HSG-Fans feierten jede Aktion
Das war natürlich erst im Videobeweis exakt zu erkennen. Logischerweise zählte der Treffer nicht. Ob er nach Wiederbeginn geholfen hätte, den Wetzlarer Schwung aufzuhalten? Das ist zumindest fraglich. Aron Seesing glich noch zum 16:16 aus, danach kassierten die Gäste einen 0:8-Lauf, in dem nichts zusammenlief. Im Angriff blieben Siebenmeter ungenutzt, ansonsten hielt Andreas Palicka alles für die HSG.
Die mehr als 4.000 Fans in der ausverkauften Buderus Arena feierten,jede Aktion ihres Teams – so wie sich Wetzlar ein Heimspiel wünscht. Der BHC hatte zwar auch Paraden durch Christopher Rudeck, brauchte aber insgesamt zu lange, um sich zu erholen. 16 Minuten vor Schluss lag die Mannschaft mit 16:24 hinten und brauchte etwas ganz Besonderes, um noch einmal für Dramatik zu sorgen.
BHC-Kreisläufer Aron Seesing erzielte fünf Tore beim Abstiegs-Duell in Wetzlar – © Archivfoto Jochen ClassenDas gelang nicht, doch immerhin holten sie noch ein wenig auf. Das taktische Mittel des siebten Feldspielers funktionierte recht gut, Noah Beyer verkürzte knapp zwei Minuten vor Schluss noch auf 28:31. Letztlich ließen die Gastgeber aber nichts mehr anbrennen.
Stimmen zum Spiel
Markus Pütz: „Es war ein verdienter Sieg, der auf eine Phase zurückzuführen ist, in der wir nicht gut spielen. Wir starten gut, haben uns viel vorgenommen, schlagen aber nicht das Kapital aus der Leistung, weil wir ein paar Fehler zu viel machen und Wetzlar das dann bestraft. Die Phase von 16:16 auf 24:16 ist dann ein kleiner Blackout des Kopfes. Ich weiß nicht, ob vielleicht auch die Müdigkeit ein bisschen durchgeschlagen ist. Es ist die Phase, die uns das Spiel wegzieht. Wir kommen über das Sieben gegen Sechs gefühlt noch mal in Schlagdistanz. Da hätte dann alles passen müssen. Am Ende reicht es nicht. Es war für beide Seiten ein wichtiges Duell. Am vorigen Spieltag haben wir einen Pluspunkt auf die Abstiegszone gemacht, jetzt haben wir einen Minuspunkt auf die Abstiegszone gemacht. Dann werden wir im nächsten Heimspiel punkten.“
Runar Sigtrygsson: „Ich bin unheimlich froh über die zwei Punkte. Hätten wir verloren, wäre der BHC sechs Punkte weg von uns gewesen. Jetzt sind es zwei. Damit ist der Abstiegskampf mehr geöffnet als vorher. Am Anfang kamen wir nicht gut rein. Uns war klar, wenn wir keine Gegenwehr leisten, wird es leicht für den BHC heute. Aber wir hatten die Hoffnung, dass der Gegner früher müde wird als sonst, wenn wir es schaffen, dagegenzuhalten. Das ist uns im Laufe des Spiels gelungen. Die Abwehr war gut heute, und beide Torhüter haben uns geholfen. Man weiß nicht, was am nächsten Spieltag kommt, aber heute sind wir glücklich. Die beiden Punkte haben wir gebraucht.“
Fanden diesmal nicht das richtige Rezept: Die BHC-Trainer Arnor Thor Gunnarsson und Markus Pütz – © Archivfoto Jochen ClassenFabian Gutbrod: „Wir haben in den 15 Minuten nach der Pause ein Tor geworfen und acht bekommen. Das ist in Summe einfach zu viel, um ein Bundesligaspiel zu gewinnen. Wir haben dann gar nichts, auf das wir uns verlassen können – sowohl im Angriff als auch in der Abwehr. Wir haben auch keine individuellen Leistungen. Markus und Arnor versuchen alles, nehmen zwei Auszeiten, stellen die Abwehr und den Angriff um. Aber die Hypothek war einfach zu groß.“
Text: Thorsten Hesse
HSG Wetzlar – Bergischer HC 33:29 (15:15)
HSG Wetzlar: Palicka, Suljakovic – Vistorop, Kirschner (5/3), Mappes (1), Theiß (2), Simic (9), Ahouansou (8), Akakpo, Schoch, Müller (5), Spandau, Löwen, Cavor, Nafea (3). Trainer: Runar Sigtrygsson
Bergischer HC: Rudeck, Diedrich – Beyer (8/2), Becher, Steinhaus (2), Hangstein (8/4), Morante Maldonado (3), Babak, Babarskas, Seesing (5), Kooij, Thiele, Wasielewski (1), Voss-Fels (2), Fuchs, Püttmann. Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz
Schiedsrichter: Sophia Janz und Rosana Sug
Siebenmeter: 3/3 – 6/9
Zeitstrafen: 5 – 4 (Simic (3 – Rote Karte), Theiß, Ahouansou – Morante Maldonado, Seesing, Steinhaus, Wasielewski)
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