9. Januar 2024

Kettenhund Raven sehnt sich nach einem schönen Zuhause

Die Tierschützer von Sando e.V., einem kleinen Verein auf Fuerteventura, der sich um Hunde aus den Perreras und um Straßenkatzen kümmert, haben schon viel gesehen. Doch was dem Team um Petra Konradi in der Perrera in La Pared entgegen geschlagen ist, hat selbst sie zu Tränen gerührt: Hunde mit einer  Mischung aus  Angst, Verzweiflung und ganz großer Frustration.

Hallo, ich heiße Raven. Ich bin doch so ein lieber Kerl, warum will mich denn keiner haben? – © Sando e.V.

Hier an einer stählernen Kette fanden die Tierschützerinnen und Tierschützer den armen Hund Raven vor. Petra Konradi, TV-Journalistin und 1. Vorsitzende von „Sando e.V. – Rescue A Soul“: „Wenn Raven sprechen könnte, würde er sein trauriges Schicksal vermutlich mit solchen Worten schildern:

Kann mich denn wirklich niemand lieb haben? Warum schauen denn alle immer an mir vorbei, wollen Babys adoptieren oder kleine, weiße, wuschelige Hunde. Das macht mich so unendlich traurig. Mein Name ist übrigens Raven und ich habe eine verdammt miese Zeit hinter mir. Ich war in der Perrera von La Pared. Da hatten sie mich an die Kette gelegt, gesichert mit zwei Halsbändern. Aber ihr seht ja, mir fehlt das Fell am Hals, weil ich es gar nicht ausgehalten habe da draußen.

Wir waren acht Hunde, die dort an der Kette hingen und jeder von uns war total traurig, frustriert und gleichzeitig auch so unglaublich wütend, dass eigentlich den ganzen Tag die Luft zum Zerreißen gespannt ist. Ich hatte so einen Stress, dass ich immer mehr abgenommen habe, so viel abgenommen, dass die Haut über meinem Po einfach aufgeplatzt ist. Alles war blutig, und ich lag auf diesen kleinen spitzen Kieselsteinen, und manch einer davon ist sogar in meine Wunden gekommen, und das tat furchtbar weh.

Petra Konradi mit Hund Sando, der ihrem Tierschutzverein den Namen gab – © Sando e.V.

Ich war kurz davor, mich aufzugeben. Dreimal habe ich es irgendwie geschafft mich von der Kette loszureißen. Ich wollte so gerne zu anderen Hunden hin, die ja eigentlich genauso verzweifelt sind wie ich. Ich hab es auch geschafft. Weil, ich spiele wahnsinnig gerne mit anderen Hunden, das lenkt mich ab und ich möchte doch so gerne fröhlich sein.

Ja, ich weiß schon, ich bin groß und dunkel, manche sagen ja, dunkle Hunde sehen gefährlich aus, aber ich bin ein total lustiger und lieber, wie sagen die Menschen immer, super sozialer Kerl. Na ja, der erste Hund, der hat mich ins Gesicht gebissen. Und vier oder fünf Tage hat niemand bemerkt, dass da noch ein Zahn in meiner Wange steckte. Das tat furchtbar weh.

Vor vier Tagen habe ich es nochmal geschafft mich von der Kette zu befreien und bin zu einem Kollegen hin. Aber, der war auch nicht gut gelaunt und hat mich auch gebissen. Ihr seht ja die ganzen Narben in meinem Gesicht. Vielleicht sehe ich jetzt nicht mehr so hübsch aus, wie ein Hund aus einem Katalog. Aber eins kann ich euch sagen, ich hab ein wunderbares Herz und ich habe einen so, so großen Wunsch, einen soooooo großen Wunsch.

Raven ist jetzt kastriert und ein total friedlicher Geselle – © Sando e.V.

Ich wünsche mir einen Menschen, der mich lieb hat. Der sagt, Hey Raven – jetzt heiße ich Raven, früher hieße ich Axel – Raven klingt irgendwie viel, viel stolzer. Ja, noch bin ich nicht stolz. Noch freue ich mich einfach nur, dass ich zum ersten Mal in meinem Leben auf einer Matratze liegen darf. Aber ich schweife ab.

Also ich stelle mir vor, da kommt ein Mensch und sagt: Hey Raven, du bist ein toller Hund, du bist fünf Jahre alt, das ist das beste Alter und ich, ich gebe DIR ein Zuhause. Weil ich weiß, wenn ich dir ein Zuhause gebe, dann werde ich den besten Hund der Welt an meiner Seite haben. Einen richtigen Freund, der sich einfach nur wahnsinnig freut, wenn er vertrauen darf, der mich so anschaut, wie du jetzt auf dem Video schaust, wenn du gestreichelt wirst. Und, der damit jeden Hund aus irgendeinem blöden Zuchtkatalog aussticht, weil du einfach so ein liebes Wesen hast. Ja, das ist mein Traum!

Einen kleinen Schritt hab ich schon machen dürfen. Die Tierschützer von „Sando e.V. – Rescue A Soul“, die haben mich aus der Perrera rausgeholt und jetzt bin ich hier auf meiner Pflegestelle auf einer Matratze, die fühlt sich wahnsinnig weich an, das ist so schön.

Will toll ist, auf einer weichen Matratze zu lieben. In der Tierauffangstation Perrera musste Raven auf Kiesboden schlafen – © Sando e.V.

Gestern haben Sie mich in Narkose gelegt, das fand ich nicht so toll. Ich bin jetzt kastriert, sagen sie. Was aber richtig gut ist, in der Narkose haben Sie alle meine Wunden gereinigt, also nicht die Tierschützer, der Arzt. Und ich glaube, jetzt kann mein Popo wieder heilen und weil ich hier mehr Ruhe hab, kann ich auch wieder zunehmen.

Und dann bin ich vielleicht irgendwann so schön, dass ich auch einem Menschen auffalle. Weil, bisher gab es noch keine einzige Anfrage für mich. Man sagt große schwarze Hunde will keiner. Aber stellt Euch vor, wenn mein Fell irgendwann richtig glänzt.  Und so groß bin ich ja auch gar nicht, könnte ich dann nicht vielleicht doch… irgendwo ein Zuhause finden? Bitte!“

Euer Raven

Wer Raven eine Chance geben möchte, ihm zumindest in Deutschland eine Pflegestelle auf Zeit anbieten kann oder weitere Infos über Raven aben möchte, melde sich bitte unter:

https://sandohelp.de/tier-adoptieren/

 

Sando e.V. Spendenkonto:

Volksbank Bielefeld-Gütersloh eG

IBAN: DE65 4786 0125 1018 5758 00

BIC: GENODEM1GTL

Spenden via PayPal: info@sandohelp.de

Link zur Webseite von „Sando e.V. – Rescue A Soul“:

http://www.sandohelp.de

 

Schaut Euch doch einmal mein Video an… – © Sando e.V.

Link zum Video „Raven geniesst es, auf seiner Matratze zu liegen“:

https://youtu.be/nKi49hr9_Lk?feature=shared

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert