22. Januar 2020

Matthias Nocke erklärt Rücktritt vom CDU-Kreisvorsitz

Es ist ein kommunalpolitischer Paukenschlag! Matthias Nocke, bislang Kreisvorsitzender der Wuppertaler CDU, erklärte auf einer außenordentlichen Vorstandssitzung seinen Rücktritt von seinem Amt als CDU-Kreisvorsitzender. Kritik aus den eigenen Reihen hat den Wuppertaler Kultur- und Sportdezernenten offensichtlich zu diesem Schritt bewogen.


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Matthias Nocke – © Foto: Stadt Wuppertal

 

Hinter vorgehaltener Hand hatte es in CDU-Kreisen immer wieder Gerüchte und Diskussionen darüber gegeben, Matthias Nocke (56) habe sich Zugang zu einer internen, ihm normalerweise nicht zugänglichen, CDU-Mitglieder-Liste verschafft, um so ganz gezielt Werbung für seine Wahl zum CDU-Kreisvorsitzenden zu machen.

Diesen Vorteil soll er genutzt haben, um den damaligen Kreisvorsitzenden Rainer Spiecker im Mai 2019 in einer Kampfabstimmung zu besiegen.

Doch schon damals es schrille Nebengeräusche und klare Hinweise darauf, das es Risse in der Partei gab: Michael Müller trat nach Nockes Wahl spontan als CDU-Fraktionschef-Chef im Wuppertaler Stadtrat zurück.

Matthias Nocke sah sich immer wieder internen Angriffen auf seine Person und seine Amtsführung ausgesetzt.

Der Stein kam endgültig ins Rollen, als Matthias Nocke kürzlich bei der NRW-Datenschutzbeauftragten Helga Block Selbstanzeige wegen Datenmissbrauchs erstattete. Und jetzt der Rücktritt.

Erklärung von Matthias Nocke

Matthias Nocke gab nach seinem Rückzug als CDU-Kreisvorsitzender eine persönliche Erklärung ab. Hier der Wortlaut:
„Ich freue mich, feststellen zu dürfen, dass ich nach meiner festen Überzeugung und allen Rückmeldungen des heutigen Tages unverändert das Vertrauen der Mehrheit des Kreisvorstandes und der CDU Wuppertal genieße. Daher habe ich unaufgeregt etwaigen Misstrauensanträgen in der heutigen Sitzung des Kreisvorstandes entgegengesehen.

Allerdings muss ich zur Kenntnis nehmen, dass dies nichts an der gegenwärtigen Situation der CDU Wuppertal ändern würde, da eine kleine, aber einflussreiche Gruppe unverändert verhindert, dass unsere Mannschaft durch Arbeit ins Spiel kommt. Da es nicht um Inhalte und Personalentscheidungen, sondern um die fortgesetzte maximale Beschädigung meiner Person geht, sehe ich mich außer Stande, die Union geschlossen in diese für uns so wichtige Wahl zu führen.

Ich muss erkennen, dass trotz allen Engagements zu viel Zeit für die Entkräftung und Widerlegung von persönlichen Angriffen statt für das Fortkommen der Partei aufgewendet werden muss. Aus dieser Einschränkung meiner Handlungsfähigkeit ziehe ich die Konsequenz, dass ich am heutigen Tag mein Amt als Vorsitzender der CDU Wuppertal niederlege.

Ich hoffe, durch diesen Schritt einen Beitrag zur Geschlossenheit der CDU Wuppertal zu leisten, der es ermöglicht, die Kommunalwahl als stärkste Partei erfolgreich zu bestehen und mit neuem Schwung für den Bewerber Prof. Dr. Uwe Schneidewind eine ausreichend große Mehrheit in Wuppertal zu mobilisieren.

Ich danke allen Mitgliedern und Unterstützern und werde auch weiterhin aktiv für die Ziele und Werte der Christdemokraten in Wuppertal eintreten.“

Eine strahlender Matthias Nocke bei seiner Wiederwahl zum Kultur- und Sportdezernenten im Dezember 2017 – © Foto: Stadt Wuppertal

 

Erklärung von Barbara Becker und Dr. Rolf Köster

Zur Rücktrittserklärung von Matthias Nocke äußerten sich auch seine bisherige Stellvertreterin Barbara Becker und sein bisheriger Stellvertreter Dr. Rolf Köster:

„Der Kreisvorstand der Wuppertaler CDU hat die Erklärung von Matthias Nocke mit großem Respekt zur Kenntnis genommen.

Wir bedauern diese Entscheidung, haben jedoch Verständnis dafür, dass Matthias Nocke angesichts der Diskussion um seine Person mit Bedauern festgestellt hat, die Partei nicht geschlossen in den Wahlkampf führen zu können. Wir freuen uns, dass er dennoch seine loyale Mitarbeit in Aussicht gestellt hat.

Wir danken Matthias Nocke für die geleistete Arbeit und sein großes Engagement für Partei und Fraktion. Gemeinsam wollen wir nunmehr nach vorne schauen und die Wuppertaler CDU geschlossen in den Wahlkampf führen.“

 


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