29. Oktober 2026

Dieter Abholte: Ich liebe das alte und neue Ibiza

Er ist eine Institution auf der Insel, seine Geheimtipps sind gefragt wie ein Autogramm von Mega-DJ David Guetta. Die Rede ist von Dieter Abholte, Chefredakteur und Herausgeber des renommierten Hochglanz-Print-Magazins „IbizaHEUTE“, das wichtigste und nachhaltigste Medium auf dem schönen Balearen-Eiland. 

Der Chefredakteur und Verleger Dieter Abholte (l.) mit dem befreundeten Unternehmer-Ehepaar, den Residenten Kim und Dirk, im Yachthafen von Santa Eularia – © privat

Seit seinem ersten Besuch im Jahr 1968 liebt Dieter Abholte, eigentlich gelernter Schiffs-Ingenieur und seit über 50 Jahren Vollblut-Journalist, die Mittelmeer-Insel mit ihren vielen Facetten. Seit dem Jahr 2000 lebt er mit seiner Frau Christine, abgesehen von zwei Monaten in Hamburg, fest auf Ibiza und veröffentlicht regelmäßig seinen farbenprächtigen und informativen Insel-Führer als Print-Magazin und als attraktive Online-Version. 

Als Autor des erfolgreichen Romans „Geheimnisse eines Sommers“, eine Mischung aus Krimi und Reiseführer, sorgte er bei seinen Lesern für Spannung und Unterhaltung. Er ist ein Virtuose an der Feder. 

Mit dem Wahl-Ibizenker und Vollblut-Journalisten Dieter Abholte haben wir ein ausführliches Interview geführt.

DS: Jeder, der die Printausgabe von ‚IbizaHEUTE‘ in die Hände kriegt, sieht auf den ersten Blick, dass es sich um ein hochwertiges Produkt handelt und dass dahinter kein Hobby-Journalist, sondern ein echter Profi steckt. Ein ungewöhnlich hoher journalistischer Qualitätsanspruch für ein Insel-Magazin, wie wichtig ist Ihnen das?

Dieter Abholte: „Sehr wichtig! Ich habe da einen sehr hohen Anspruch an mich. Schon sehr früh wurde ich von großen Print-Magazinen wie Stern, Quick, Playboy oder Hörzu als Autor wichtiger Hintergrundgeschichten gebucht und haben schon als 27jähriger Illustrierten-Auflagen nach oben gebracht und wurde entsprechend dafür bezahlt. Damals bekamen wir traumhafte Honorare. Mit Anfang 50 hatte ich so im Prinzip bereits ausgesorgt. Und dann wurde mir IbizaHEUTE angeboten, damals ein kleines schwarz-weiß-Blättchen, journalistisch eher bescheiden. Ein Freund sagte, als ich den Kopf schüttelte: ,Mach doch was daraus!‘ Das haben wir dann auch gemacht. Wir, das waren  meine Familie: Christine, meine Frau, Oliver und Thomas, meine Söhne. Beide Journalisten.“

Seit über 50 Jahren glücklich verheiratet: Der Vollblut-Journalist Dieter Abholte und Ehefrau Christine – © Paul Coon

DS: Ein echtes Familienunternehmen also! Um so eine steile Karriere wie Sie  hinzulegen, braucht man Talent zum Schreiben und Recherchieren, aber auch Durchsetzungsvermögen und vor allen Dingen Selbstbewusstsein. Wurde Ihnen dieses mit in die Wiege gelegt? 

Dieter Abholte: „An Selbstbewusstsein hat es mir wirklich nie gemangelt. Ich war erst Redakteur beim Kölner Stadtanzeiger, dann Weltreporter beim Bauerverlag. Dann habe ich mitbekommen, dass Autoren der Münchner Agentur Ferency für eine Storry so viel Geld bekamen, wie ich im ganzen Monat verdiente. Josef von Ferency, ungarischer Baron mit Sitz in Zürich und München, nahm zu der Zeit die besten Schreiber unter Vertrag und vermietete sie dann als Autoren an die großen Print-Magazine. Also griff ich zum Telefon, rief Josef von Ferency an und erklärte ihm: ‚Herr Ferency, ich kann besser schreiben als Ihre Leute‘. Er antwortete kurz und knapp: ‚Wenn das so ist, dann kommen Sie nach München‘. Ein paar Tage später habe ich meinen Vertrag unterschrieben. Von da an war ich eine ‚Edelfeder‘ und wurde wie ein Filmschauspieler bezahlt.“

DS: Was waren das für Storys, die Sie damals für ein Honorar geschrieben haben, von dem Journalisten heutzutage nur träumen können?

Dieter Abholte: „Ich war und bin Journalist aus Leidenschaft und thematisch sehr breit aufgestellt. Ich habe mich auch nie gescheut, gefährliche Aufträge anzunehmen, wie die Berichterstattung aus Kriegs- und Krisengebieten. Das hat meiner Ehefrau Christine, die ich in meiner Kölner Zeit kennen gelernt habe und mit der ich seit über 50 Jahre glücklich verheiratet bin, viele Nerven gekostet. Sie war mit den Söhnen oft wochenlang alleine und wusste über Tage nicht, ob ich noch lebte, wenn ich in gefährlicher Mission unterwegs war. Doch sie wusste, wie sehr ich meinen Beruf liebte und hat das akzeptiert. Ich war in meinem Job häufiger in Situationen, in denen ich befürchtete, dort nicht mehr heil herauszukommen. Ich besaß damals zum Schutz auch einen Waffenschein und einen Revolver.“

DS: Welches dramatische Erlebnis hat sich ganz besonders in Ihr Gehirn gebrannt und bereitet Ihnen möglicherweise heute noch Alpträume?

Dieter Abholte: „Die Geschehnisse am 25. Januar 1971! Ich hielt mich an dem Tag mit meinem Kollegen Erich Wiedemann vom Spiegel und Antoni Duvall, einem englischen MI6-Agenten, in der Roof Bar im Hotel Apollo in Kampala auf, der Hauptstadt Ugandas. Plötzlich hörten wir Schüsse. Überall Hilfeschreie, Chaos. Unsere Kellner verschwanden. Wir trauten uns nicht nach unten. Nach geschlagenen zwei Stunden torkelte plötzlich ein mit einer Maschinenpistole bewaffneter Miliz-Soldat durch die Tür, schoss in die Luft und und lallte: ‚You can go!‘. Im Hotelflur sahen wir überall Leichen – Männer, Frauen, Kinder. Schrecklich! Die Angreifer hatten die Menschen erschossen, dann die Minibars in den Zimmern geleert und waren sturzbetrunken. Das war wohl unsere Rettung. Wir fanden zum Glück noch ein Taxi und konnten mir der letzten Maschine, die Uganda noch verlassen durfte, nach London ausfliegen. Per Zufall waren wir Zeitzeugen der Machtübernahme des brutalen Diktators Idi Amin geworden.“

Dieter Abholte auf seiner Terrasse mit Blick auf die Altstadt von Ibiza-Stadt und das Meer – © Paul Coon

DS: Eine dramatische Situation, die man sicher nie im Leben vergisst und in der Sie offensichtlich einen guten Schutzengel hatten. Aber es gibt doch sicher auch positive Erlebnisse aus Ihrer Reporter-Zeit?

DS: „Ja, viele, zum Beispiel die: Ich bin 1972 nach Nairobi in Kenia geflogen, um im Nachbarland Kongo eine Story über die Pygmäen zu recherchieren. Auf dem Rollfeld des Flughafens der kenianischen Hauptstadt sah ich die ‚Kanzlermaschine‘ stehen. Also musste Willy Brandt in Kenia sein. Ich bekam schnell heraus, dass der SPD-Politiker und seine Ehefrau in der Mount Kenya Lodge abgestiegen waren. Ich fuhr also dorthin und sah, wie Willy Brandt gerade seine Badehose auf dem Balkon aufhing. Ich sprach ihn auf ein Interview an. Er war überrascht: ‚Wo kommen Sie denn her, es weiß doch keiner, wo ich bin? Ich habe doch Urlaub’. Ich ließ nicht locker und sagte: ‚Genosse Willy, ich habe doch im Wahlkampf Plakate für Dich geklebt.‘ Darauf antwortete er: ‚Wenn das so ist, stehe ich Dir heute Abend zwischen 18 und 19 Uhr zur Verfügung.“

DS: Ein cleverer Schachzug, die Story mit der Wahlkampf-Unterstützung. Wie hat sich dieser schlaue Trick denn für Sie ausgezahlt?

Dieter Abholte: „Von wegen eine Stunde! Wir haben bis morgens vier Uhr zusammengesessen und geplaudert. Für mich persönlich als Journalist war dieses Exklusiv-Interview eine Sternstunde. Zumal Willy Brandt in unserem Gespräch einen Satz, quasi eine Prophezeiung prägte, die ich nie vergessen werde. Er sagte wörtlich: ‚Wenn wir es nicht schaffen, dass die Afrikaner in ihrem Land bleiben können, weil sie dort ernährt werden und sich wohl fühlen, werden wir von einer Flüchtlingswelle überrollt, die wir nie wieder in den Griff kriegen!‘ Wie recht er hatte – und das im Jahr 1972!“

DS: Jetzt haben wir Sie quasi auf Ihren Reporterreisen rund um die Welt begleitet. Doch wie sind Sie letztlich auf Ibiza, Ihrer zweiten Heimat, gelandet?

Dieter Abholte: „Das war 1968. Ich hatte gerade als Reporter vom blutigen Bürgerkrieg in Ruanda berichtet, da rief mich der Chefredakteur des Magazins ‚Quick‘ zu sich und erklärte mir: ‚Du hast jetzt so viele Leichen gesehen, produziere jetzt als Ausgleich erst einmal ein paar weichere Storys. Schnappe Dir zwei Fotomodelle, den Fotografen Hartmann Schubert und fliege nach Sizilien, Capri und auf die kleinen Insel, auf der ein paar Hippies nackt herumhüpfen’. Er meinte Ibiza.“

Dieter und Christine Abholte mit dem bekannten Essener Po-Art-Künstler Sharyar „Shary“ Azhdari (M.) vor dem Szene-Restaurant „marc’s“ – © privat

DS: Da wurden Sie ja mehr oder weniger zu Ihrem Glück gezwungen. War es denn dann Liebe auf den ersten Blick?

Dieter Abholte: „Das war es wirklich. Aber nicht nur für mich. Eines der beiden Models war die Freundin des Schauspielers und ‚Kartoffelquetschers‘ Raimund Harmstorf. Sie blieb nach dem Fotoshooting gleich auf der Insel, lernte einen englischen Lord kennen und heiratete ihn auf seinem Schloss in England. Als wir mit unserer Propellermaschine auf Ibiza aufsetzt hatten, mussten wir noch solange sitzenbleiben, bis sich der Staub gelegt hatte. Die Landebahn war damals noch eine Graspiste. Als wir dann endlich aussteigen durften, stand unten ein Priester und segnete den Flieger. Ich dachte: ‚Oh Gott, wo bin ich denn hier gelandet‘. Aber dann roch ich das Meer und die vielen Kräuter, die auf der Insel wachsen und ich wusste: ‚Hier will ich leben‘.“

DS: Jeder weiß: Einen Plan zu schmieden und den dann umzusetzen, sind zwei Paar Schuhe. Wie lange hat es gedauert, bis Sie Ihr Vorhaben Realität wurde? 

Dieter Abholte: „Es ging alles sehr schnell. Eigentlich wollte ich den Leuchtturm im Hafen Botafoch kaufen, doch dann hätte ich auch den Leuchtturmwärter und die Kosten für die technische Wartung übernehmen müssen. Nur das nicht! Stattdessen fand ich eine Wohnung, legte mein Segelschiff in den Hafen und Ibiza wurde zu meinem Rückzugsort. Hier habe ich in aller Ruhe, inspiriert von der einmaligen Atmosphäre auf der Insel, einen Großteil meiner Reportagen für die deutschen Print-Magazine geschrieben. Die Insel war herzlich, liebevoll und hatte – scherzhaft gesagt – ihre ganz eigenen menschlichen Gesetze.“

DS: Das müssen Sie schon näher erklären…

Dieter Abholte: „Gern! Mein Jeep hatte einmal einen Defekt. Ich habe einen deutschen Monteur gefragt, ob den Wagen reparieren könne? Er antwortete: ‚Kein Problem. Das Auto ist übermorgen fertig‘. Zwei Tage später kam ich wieder und er eröffnete mir, dass mein Pkw zwar repariert sei, aber keine Batterie mehr hätte. Auf meine Frage ‚Wieso nicht?‘ antwortete er lapidar: ‚Gestern war ein Kunde da, der eine Batterie brauchte, da habe ich ihm deine gegeben. Aber keine Sorge, eine neue Batterie ist bestellt, sie kommt übermorgen mit der Fähre aus Barcelona.’ So war Ibiza damals.“

IbizaHEUTE-Chefredakteur Dieter Abholte mit dem Inselratspräsidenten Vincent Mari Mari, ranghöchster Politiker auf Ibiza – © Inselregierung Ibiza

DS: War es von vornherein geplant, dass Sie auf Ibiza als Chefredakteur und Herausgeber eines Insel-Magazins tätig werden würden?

Dieter Abholte: „Ich habe ja schon erzählt, wie ich zu IbizaHEUTE kam. Ich habe das kleine Blatt gekauft und wollte gleichzeitig Verleger und Chefredakteur sein. Völlig unabhängig und nur meiner Ethik als Journalist verpflichtet ohne Rücksicht auf Politik und Anzeigengeschäft. Ich habe mich ganz bewusst für das beste Papier, die beste Grafik und die besten Fotografen entschieden und insgesamt über eine Million Euro in das Projekt IbizaHEUTE investiert. Geld, das ich nie mehr wiedersehe, weil IbizaHEUTE als kleines Magazin keine großen Gewinne macht. Aber das wusste ich ja. Ich habe mir selbst meinen Traum erfüllt. Und gleich noch einen zweiten hinterher: Ich habe ein Grundstück in Jesús, dicht bei Ibizas Hauptstadt, gefunden und darauf unser Traumhaus mit Blick auf die Altstadt Ibizas und das Meer gebaut. Ich kann für mich behaupten, dass ich auf Ibiza meine Wünsche verwirklicht habe.“

DS: Welche Ziele verfolgen Sie mit ihrem Hochglanz-Magazin, das auch mit einer attraktiven, informativen Online-Ausgabe überzeugt?

Dieter Abholte: „Ich will meinen Lesern mit dem Magazin als eine Art Insel-Führer Ibiza so nahebringen, dass sie über IbizaHEUTE die Insel entdecken und diese einmalige Seele der Insel entdecken können. Mit unseren „Feinschmeckertreffs“ in handverlesenen, guten Restaurants mit tollem Essen zum Selbstkostenpreis, bringen wir wildfremde Menschen, Residenten wie Touristen, zusammen, von denen viele später etwas gemeinsam unternehmen. Wir haben eigene Wanderwege mit unserem Wanderführer geschaffen, unterstützen Konzerte und Kultur. Aber wir sind kein Schönwetter-Magazin, sondern greifen auch kontrovers diskutierte, strittige Politik-Themen schonungslos auf.“

DS: Aber da fühlt sich doch sicher die eine oder andere Insel-Größe auf die Füße getreten, zumal die Kritik ja nicht von einem Einheimischen kommt?

Dieter Abholte: „Genauso ist das. Ich habe mich im Zusammenhang mit dem Bau der Schnellstraße mit der Inselregierung angelegt. Sofort hat die Verwaltung mir alle Anzeigen gestrichen. Und die Politik sorgte dafür, dass auch die Firmen kaum noch Anzeigen bei uns schalteten. Ein halbes Jahr hat dann die Insel-Regierung mein IbizaHEUTE Wort für Wort auf Spanisch übersetzen lassen und mir danach mitgeteilt, was ihr alles nicht gefiel. Ich habe denen gesagt, mir sei völlig egal, was ihnen nicht gefiele, ich sei Journalist und nur unserem Ehrenkodex und meinen Lesern gegenüber verantwortlich. Ich will und muss damit kein Geld verdienen. Und wenn mir von der Verwaltung aus fadenscheinigen Gründen, wie einem abgelaufenen Feuerlöscher oder einer klemmenden Tür, die Redaktion dicht gemacht worden wäre, hätte ich einfach aus meinem Keller weitergearbeitet. Meine unmissverständliche Message: ‚Ihr könnt machen was ihr wollt, ich gebe nicht auf!‘ Schließlich gab dann aber die Insel-Regierung auf. So nach dem Motto: ‚Dann schreibe doch, was Du willst‘.

Dieter Abholte, Chefredakteur, Verleger und erfolgreicher Buchautor – © IbizaHEUTE

DS: Wenn man Ihre brillant geschriebenen Editorials liest, entsteht der Eindruck, dass Sie dem alten Ibiza sehr nachtrauern und das neue Ibiza sehr kritisch sehen. Ist das nicht eher kontraproduktiv, vor dem Hintergrund, dass Ihr Magazin Touristen davon überzeugen gerade jetzt einmal nach Ibiza zu kommen und die Insel kennen zu lernen?

Dieter Abholte: „Den Eindruck, dass früher alles besser war, will ich wirklich nicht erwecken. Um es ganz klar zu sagen: Ich liebe beide Ibizas – das alte und das neue! Aber manchmal wird einem dieses wunderbare Leben hier im Mittelmeer nicht mehr bewusst. Es ist zur Gewohnheit geworden. Man nimmt das Schöne als selbstverständlich hin, empfindet aber die Schattenseiten dann viel stärker. Klar war die Insel früher ruhiger, entspannter, es gab viele einsame Strände und in den Lokalen gab es einen Teller Gambas für umgerechnet fünf DM und ein Glas Wein für 1,50 DM. Heute haben wir hier 5-Sterne-Hotels, sündhaft teure Restaurants und die angesagtesten Diskotheken und Musik-Tempel der Welt. Vermutlich sind genau das die Gründe, warum viele Touristen überhaupt nach Ibiza kommen. Aber wer einsame, verträumte Buchten oder gute Restaurants mit bezahlbaren Preisen sucht, findet sie auch heute noch – zum Beispiel als Geheimtipps in unserem Magazin.“

DS: Bleiben wir doch bei der oft verklärten Nostalgie – wie sah es denn auf Ibiza 1968, zur Hochzeit der Hippies, auf Ibiza wirklich aus?

Dieter Abholte: „Also ganz ohne einen verklärten Blick: Die ärztliche Versorgung war katastrophal, wer ernsthaft krank wurde, musste um sein Leben bangen. Die Abwässer wurden noch ungeklärt in den Hafen gepumpt. Es gab nur drei Telefone auf der ganzen Insel. Eine Taxizentrale war auch nicht vorhanden. Man musste die Taxen buchstäblich auf der Straße suchen. Wenn ich mit meiner Frau und meinen Kindern auf der Insel war und wir hatten für 20 Uhr einen Rückflug gebucht, sind wir um 18 Uhr in alle Richtungen ausgeschwärmt, um ein Taxi zu finden. Und damals – zu Francos Zeiten – war die Guardia Civil noch sehr restriktiv. Kultur, Insel-Sprache, Kunst und Musik wurden unterdrückt. Küssen auf der Straße kostete umgerechnet 30 € Bußgeld. Oben ohne am Strand wurde mit einer Nacht im Knast bestraft. Da hätte es meine Frau Christine beinahe einmal erwischt. Im Gegensatz dazu verfügt die Insel heute über eine exzellente Gesundheitsversorgung, über modernste Kommunikationstechnik, über ein funktionierendes öffentliches Nachverkehrs-System und ein Taxi kann man bequem mit einem Klick über eine App anfordern.“

DS: Kann es sein, dass Sie Ibiza irgendwann den Rücken kehren und nach Deutschland zurückkehren?

Dieter Abholte: „Nein! Ich habe zwar noch ein Haus in Hamburg an der Elbe. Dort sind wir zweimal im Jahr – im August und zu Weihnachten. Aber Ibiza ist und bleibt mein Zuhause und mein Sehnsuchtsort. Solange ich kann, mache ich mein Insel-Magazin weiter, genieße die Inseln und das Meer, sammele Kunst. Eines Tages – hoffentlich in vielen Jahren – möchte ich auch auf Ibiza begraben werden – entweder unter unserem Olivenbau aber eher noch verbrannt und verstreut im Meer.“

Das Interview führte Peter Pionke

 

Dieter Abholte mit seinem Kriminal-Roman „Geheimnisse eines Sommers“ – © privat

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Das Cover des Kriminalromans „Ibiza – Geheimnis eines Sommers“ – © IbizaHEUTE

„Ibiza – Geheimnis eines Sommers“
Dieter Abholte
MLV-Verlagsgesellschaft GmbH
ISBN: 978-3-9820171-0-5

 

 

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