2. Oktober 2026Peter Pionke
Arztbesuch per Video – Alternative im Notfall
Der Bildschirm des „Telemedizin“-Computers in der Widder-Apotheke – © Widder-ApothekeJürgen Siebers, Inhaber der Widder-Apotheke in Nächstebreck erklärt: „In solchen Fällen ist die Apotheke der erste Ansprechpartner. Doch dann bleiben nur freiverkäufliche Mittel, obwohl der Kunde wahrscheinlich ein verschreibungspflichtiges Medikament bräuchte.“
Letzte Möglichkeiten wären dann die nächste Notdienst-Praxis oder die Notaufnahme, die meistens auch völlig überlastet ist und in der man sich auf lange Wartezeiten gefasst machen muss.
Die Widder Apotheke erleichtert den Kunden jetzt den Weg zum Hausarzt: In einem Nebenraum steht ein Gerät, das eine Videosprechstunde mit einem niedergelassenen Hausarzt ermöglicht. Zumindest für gesetzlich Versicherte ab 16 Jahren, denn die Abrechnung erfolgt – wie in der Arztpraxis auch – über die Versichertenkarte. Die wird neben dem Monitor mit Videokamera in das Lesegerät gesteckt und schon geht’s los.
KI hilft bei der Erst-Diagnose
Im ersten Schritt erfolgt eine KI-gestützte Ersteinschätzung, bei der Fragen am Monitor beantwortet werden. Man wählt zunächst einen Körperbereich aus und tippt auf die Art der Beschwerden, dann stellt das System weitere Fragen, die man per Touchscreen beantwortet. Als nächstes erfolgt eine Sprachassistenz zur Anamnese: Eine virtuelle Ärztin stellt Fragen, die der Kunde sprachlich beantwortet. Am Ende werden alle Angaben zusammengefasst, bestätigt oder korrigiert.
Dies wird an die Plattform der angeschlossenen Ärzte übermittelt und nach kurzer Wartezeit beginnt die Videosprechstunde mit dem Arzt. Die Daten des Patienten sind permanent geschützt, niemand vom Apothekenpersonal ist im Raum anwesend. Sollte der Patient Angaben machen, die auf einen akuten Notfall hindeuten – wie beispielsweise Herzinfarkt – ertönt ein lauter Alarm aus dem Gerät, so dass Mitarbeiter der Apotheke zu Hilfe kommen und einen Notarzt rufen können.
Die „Telemedizin“ steht gesetzlich Versicherten in der Widder-Apotheke als Unterstützung zur Verfügung – © Widder-Apotheke„Dieser Service ist keine Konkurrenz zu Arztpraxen, sondern eine Ergänzung, die montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 14 Uhr zur Verfügung steht“, betont Jürgen Sievers und fügt hinzu: „Die assistierte Telemedizin ist eine Dienstleistung für alle, die mit akuten Beschwerden und einfachen Krankheiten zu uns kommen.“
Rezepte gibt es direkt auf die Versichertenkarte. „Das ist auch interessant für Patienten, deren Hausarzt im Urlaub ist oder die vergessen haben, ein Rezept von ihrem Arzt zu holen.“ Übrigens: Der Telemediziner kann auch Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigungen ausstellen. Die assistierte „Telemedizin“ ist übrigens ein kostenloses Angebot.
Infos:
Widder Apotheke – Wittener Str. 13 – 42277 Wuppertal – Telefon: 0202/645184
www.widder-apotheke.com
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