22. September 2026

Herrenlose Samtpfoten schnurren in neuen Katzenhaus

Es ist ein echtes Schmuckstück, das neue Katzenhaus des Albert-Schweitzer-Tierheims in Essen. Rund 3,1 Millionen € kostete kostete der moderne, zweistöckige Bau, finanziert durch Zuschüsse der Stadt Essen, Spenden und Erbschaften. Oberbürgermeister Thomas Kufen, ein erklärter Tierfreund, ließ es sich nicht nehmen, bei der Eröffnungsfeier gemeinsam mit Elke Esser-Weckmann, 1. Vorsitzende des Tierschutzvereins Groß Essen, das rote Band zu durchschneiden und anschließend Kuchen an die zahlreichen Gäste zu verteilen.

Freuen sich über das neue Katzenhaus. (v.r. ) Oberbürgermeister Thomas Kufen, Natalie-Christine Toussaint, Elke Esser-Weckmann, Maskottchen Kater „Hotte“ und Tierheimleiterin Michaela Schalk-Morsbach – © Niko Korte

Das neue Katzenhaus hat zwei jeweils 560 Quadratmeter große Etagen. Hier können rund 200 Samtpfoten ein Zuhause auf Zeit finden. Jedes der freundlichen, katzengerecht gestalteten Zimmer hat einen gesicherten Außenbereich, so dass die Stubentiger nach Lust und Laune frische Luft schnappen und Vögel beobachten können.

Das neue Haus bietet getrennte Bereiche für Vermittlungstiere, kranke Katzen, Katzenmütter mit Jungtieren und Tiere in Quarantäne. In der zweckmässig ausgestatteten Krankenstation können kranke Tiere optimal behandelt werden und sich in Ruhe und ohne Stress erholen. „Wir haben jetzt endlich die Möglichkeit, ganze Katzenfamilien gemeinsam unterzubringen“, freut sich Elke Esser-Weckmann.

Teamwork für herrenlose Katzen: Oberbürgermeister Thomas Kufen und Elke Esser-Weckmann weihen das neue Katzenhaus ein und schneiden das rote Band durch – © René Jankowski

Ihre Stellvertreterin Natalie-Christine Toussaint macht deutlich, wir dringend notwendig das neue Katzenhaus war, immerhin das größte Bauprojekt des Albert-Schweitzer-Tierheims seit mehr als 40 Jahren: „Allein im Jahr 2025 haben wir rund 1.000 Streuner, ausgesetzte Fundkatzen und von ihren Besitzern bei uns abgegebene Tiere aufgenommen.“

Da können die Kapazitäten schnell an ihre Grenzen stoßen, so wie im vergangenen Jahr, als in einer kleinen gerade einmal 55-Quadratmeter-Wohnung sage und schreibe 71 Katzen vom Ordnungsamt beschlagnahmt wurden und hinterher sicher im Tierheim an der Essener Grillostraße untergebracht werden mussten. Einige der Tiere waren krank und wurden von den Pflegerinnen und Pflegern wieder aufgepäppelt. Jede Menge Arbeit auch für den fest angestellten Tierarzt.

Zahlreiche Tierfreunde waren zu Gast bei der Eröffnungsfeier vor dem neuen, schmucken Katzenhaus – © Niko Korte

Großes Aufatmen jetzt bei Elke Essern-Weckmann, Natalie-Christine Toussaint und ihrem hochmotivierten Team. Während der Bauphase, die viel länger als geplant dauerte und in der die Baupreise förmlich in die Höhe schossen, war Improvisation angesagt. Ein Teil 180 beherbergten Katzen mussten zwischenzeitlich in Containern, Fluren und sogar in der Hundeabteilung, die vor einigen Jahren neu gebaut wurde, untergebracht werden. 

Das schmucke, weiße Gebäude ist nachhaltig und energieeffizient. Auf dem Dach wurde beispielsweise eine Solaranlage installiert, die langfristig die Stromversorgung sichert. Das neue Katzenhaus ist ein Meilenstein, eine hochmoderne Tierschutz-Einrichtung, um die viele deutsche Städte die Ruhrmetropole ganz sicher beneiden werden. Die Samtpfoten, die hier landen, sind bestens aufgehoben, optimal versorgt und haben die große Chance innerhalb von rund 2,5 Monaten in ein neues, liebevolles Für-Immer-Zuhause vermittelt zu werden. 

Im Innern des neuen Katzenhauses: (v.l.) Natalie-Christine Toussaint, OB Thomas Kufen, MdB Matthias Hauer, Elke Esser-Weckmann und Maskottchen „Hotte“ – © René Jankowski

Doch Elke Esser-Weckmann, vergisst aber auch die vielen Streunerkatzen nicht, die oftmals krank und unterernährt ein trauriges Dasein auf der Straße fristen und für die jeder Tag in freier Natur ein harter Überlebenskampf ist: „Das Katzenleid da draußen ist unendlich groß! Wir brauchen ganz schnell wirkungsvolle, bundesweit geltenden Gesetze. Und da ist ganz unmissverständlich die Politik angesprochen. Als ersten Schritt in die richtige Richtung muss es endlich eine ausnahmslose Kastrationspflicht für Freigänger-Katzen geben. Und natürlich empfindliche Sanktionen für Menschen, die dagegen verstoßen. Sie handeln nicht nur unverantwortlich, sondern auch herzlos! Jedem Katzenbaby, das erst gar nicht geboren wird, bleibt unendliches Leid erspart und es landet auch nicht bei uns!“

Essenes oberster Tierschützerin goss bei aller Freude über das neue Katzenhaus während der rauschenden Eröffnungsfeier ganz bewusst etwas Wasser in den Wein. Offene, ehrliche und alarmierende Worte, die ihre Wirkung nicht verfehlten. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen und der Bundestagsabgeordnete Matthias Hauer hörten nachdenklich und aufmerksam zu. Sie versprachen, sich massiv bei ihren Politik-Kolleginnen und -Kollegen für eine solche Kastrationspflicht einzusetzen. Hoffentlich werden verantwortungslosen Katzenhaltern jetzt endlich spürbar die Krallen gezeigt.

Text: Peter Pionke 

Interessiert schauten sich viele Gäste die freundlichen, tiergerechten Zimmer im neuen Katzenhaus an – © René Jankowski

Und hier können Sie für Albert-Schweizer-Tierheim und den Tierschutzverein Groß-Essen spenden:

Spendenkonto:

Sparkasse Essen – IBAN DE11 3605 0105 0004 9131 33 – BIC: SPESDE3EXXX

Link zur Webseite des Albert-Schweitzer Tierheims:

http://www.tierheim-essen.de

 

 

 

 

 

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