21. August 2026Peter Pionke
Vince Ebert: Ein letztes Mal live in Wuppertal?
Von vielen geliebt, von wenigen gehasst: Der Wissenschaftskabarettist Vince Ebert tritt im Kulturzentrum Immanuel auf – © Frank EidenIn einer Zeit, in der Diskurse immer häufiger mit Befindlichkeiten und Meinungen anstatt mit Fakten und Kompromissbereitschaft ausgetragen werden, erhebt Diplom-Physiker Vince Ebert seit über 25 Jahren seine Stimme für Vernunft und Augenmaß.
Anfänglich tat er dies mit kurzweiligen Erklärungen wissenschaftlicher Phänomene, dann rückten Gesellschaftsthemen in seinen kritischen Fokus. Dies schmeckt nicht allen, aber viele schätzten ihn genau für diese liberale und zugleich scharfsinnige Betrachtungsweise.
Als Vince Ebert Ende 2025 seinen baldigen Abschied von der Bühne verkündete, schoss der Kartenvorverkauf für „Vince of Change“ sprunghaft in die Höhe. Da der 19-Uhr-Termin längst ausverkauft ist, veranstaltet von der bekannten Kultur-Managerin Martina Steimer und ihrer Agentur „Forum Maximum“, für all diejenigen, die den Freigeist noch einmal live erleben möchten, eine Sondervorstellung zur „Kaffeetrink-Zeit“ um15:30 Uhr.
Über „Vince of Change“
Es gibt sie noch, die guten Nachrichten: Kürzlich hat ein Mitglied der „Letzten Generation“ ein Kind bekommen. In Berlin gibt es einen Senatsbeschluss, nach dem neue Straßen nur nach weiblichen Personen benannt werden dürfen. Sackgassen inbegriffen. Eine neue Studie des Wirtschaftsministeriums zeigt, dass Solarparks auch nachts genügend Strom liefern können, wenn man die Anlagen unter Flutlicht betreibt. Technisch wäre das heute schon möglich. Aber die großen Konzerne verhindern das leider.
Der Wissenschaftskabarettist und Physiker Vince Ebert zieht Bilanz: Sind wir in den letzten Jahren rationaler, besonnener oder gar klüger geworden? Spoiler Alarm: Nein, sind wir nicht. Nur 18 Prozent der Bevölkerung tragen einen Fahrradhelm, aber 91Prozent nutzen eine Schutzhülle für ihr Handy.
Wenn die Realität immer mehr zur Satire wird, wenn Regierungserklärungen praktisch nicht mehr von Postillon-Artikeln unterscheidbar sind – wie bitte soll man das als Satiriker noch toppen?
Doch Vince Ebert gibt nicht auf. Nach außen mag er ein alter weißer Mann sein. Doch das ist nur ein soziales Konstrukt. In „Vince of Change“ identifiziert er sich als 32jähriger braungebrannter Surflehrer aus Kalifornien und spricht damit vollkommen neue Zielgruppen an.
Denn seine Mission betrifft alle: In einer Epoche, die immer mehr durch Gefühle, Befindlichkeiten und Irrationalitäten zu versinken droht, hält er trotzig die Fahne der Vernunft hoch. Und außerdem braucht er das Geld.
Termin:
Forum Maximum präsentiert
Vince Ebert – „Vince of Change“
Sondervorstellung
Sonntag – 13. September 2026 – 15:30 Uhr
Kulturzentrum Immanuel| Sternstraße 73 – 42275 Wuppertal
Tickets 25,- € – erm. 20,- € im Vorverkauf bei Wuppertal-Live & Eventim
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