5. Juli 2026

Manfred Osenberg – Sportjournalist aus Leidenschaft

Manfred Osenberg ist immer noch ein Journalist aus Leidenschaft. Und das wird auch so  bleiben. Sportbegeistert ist er sowieso. Und immer erfolgreich. Als Sportreporter, Zeitschriftenherausgeber und als Buchautor hat er sich einen Namen gemacht.

Manfred Osenberg mit Tochter Stefanie, die in seine Fußstapfen getreten ist – © privat

Rund 50.000 Leser werden es wohl sein, die seine Sportfachzeitungen regelmäßig lesen, schätzt er. Denn immerhin gebe es alleine in Wuppertal über 70.000 organisierte Sportler. Seit über 30 Jahren steht Manfred Osenberg mit der „Bergischen Handball-Zeitschrift“ und dem monatlich erscheinenden „Fußball-Report“ für fundierte Information und gute Unterhaltung. 

Die Blätter beleuchten mit jeder Menge Fakten und Hintergrundgeschichten die Sportregion Bergisches Land. Zudem hat Manfred Osenberg vor 30 Jahren zum ersten Mal den „Matchball“ herausgegeben. Eine Zeitschrift, die sich den Sportarten Tennis und Golf widmet.

Seine Publikationen finanzieren sich ausschließlich durch den Anzeigenverkauf. Die Zeitschriften werden kostenlos an die verschiedenen Sportverbände, beziehungsweise an die Vereine weitergegeben. „Die meisten Sportclubs sind finanziell gar nicht in der Lage, eine eigene Vereinszeitung herauszugeben“, weiß der Herausgeber, der sich bereits mit 20 Jahren erste journalistische Sporen verdient hat. 

Manfred Osenberg (2.v.l.) mit WSV-Idol Günter „Meister“ Pröpper (2.v.r.) und dem Wuppertaler Unternehmer und Sportmäzen Bernd Bigge (r.) – © Kurt Keil

Sein damaliger Mentor war Albert Schöndorf, der Sportchef des Wuppertaler Generalanzeigers. Über Jahrzehnte hat Manfred Osenberg nicht nur die Wochenenden auf dem Sportplatz verbracht. Anfang der 70er Jahre fuhr er mit dem Wuppertaler SV zu jedem Bundesligaspiel. Und begleitete den Traditionsclub auf dem Zenit seines Erfolgs auch zu Begegnungen auf internationalem Parkett. Zudem hat der Sportreporter über zwei Weltmeisterschaften im Fußball und im Handball berichtet und dabei für die Tagespresse, für Fachmagazine und Agenturen gearbeitet.

Ein Herz für das Ehrenamt

Dabei hat er sich nie an ein bestimmtes Medium gebunden, ist als Journalist immer frei geblieben. „Daran hat mir viel gelegen“, sagt er rückblickend. Was natürlich für den fünffachen Vater auch bedeutet hat, stets am Puls der Zeit zu sein, unermüdlich Kontakte zu pflegen und sehr viel arbeiten zu müssen. 

„Ich habe niemals einen Auftrag abgelehnt und ist er auch noch so knifflig gewesen“, erinnerte er sich an die vergangenen Jahrzehnte. Doch wenn er zurückblickt, glaubt er, ein überschaubares Risiko eingegangen zu sein. „Ich denke, ich würde alles noch einmal so machen“, sagt er nach kurzer Überlegung. Er habe sein Geschäft langsam aufgebaut, indem er neue Ideen entwickelt und dann verwirklicht hat.

Manfred Osenberg im Stadion am Zoo vor einem großen Foto der glorreichen Bundesliga-Mannschaft des Wuppertaler SV – © Kurt Keil

Was ihm aber genau so wichtig ist wie der berufliche Erfolg, ist sein großes, ehrenamtliches Engagement, das ihm weit über die Region heraus Achtung und Anerkennung eingebracht hat. Mehr als 40 Jahren war Osenberg erster Vorsitzender des Vereins „Bergische Sportpresse“, überdies engagierte er sich lange Zeit für den TV Beyeröhde, dem er zu einem ungeahnten Bekanntheitsgrad verholfen hat. S

ein Beyeröhder Sportmagazin wurde schon vor dem Bundesliga-Aufstieg der Frauen und dem Erreichen der Beyeröhder Handballgirls 1986 ins Deutsche Endspiel weit über die bergischen Grenzen bekannt.

Ehrenamtlich tätig war Osenberg zudem bei den Anonymen Alkoholikern und beim Wuppertaler Spastikerverein. Er war froh, vielen jungen Menschen Jobs besorgt zu haben.

Sportpressefeste und Schwebebahnlauf

Zu den Highlights seines ehrenamtlichen Engagements gehören die grossen Events. Die Sportpressefeste in der Sporthalle Heckinghausen und der stets ausverkauften Uni-Halle. Oder die von Osenberg ins Leben gerufenen Wuppertaler Hallenmeisterschaften, zu der in Hochzeiten 6.000 Zuschauer (an zwei Tagen) kamen. 

Mandfred Osenberg (r.) und Hans Geib (M.) zu Besuch bei TV-Sport-Moderatoren-Legende Dieter Kürten – © Kurt Keil

Manfred Osenberg war auch  die treibende Kraft beim ersten Schwebebahnlauf 1976 mit Marathon-Legende Arthur Lambert. Er holte Handball-Länderspiele und internationale Teams nach Wuppertal, förderte die sportlichen Beziehungen und konnte sich stets auf Freunde als Sponsoren verlassen.

Und weder in seinem beruflichen Engagement, noch in seiner Unterstützung für den Breiten- und Spitzensport will der Sportjournalist, der von Geburt an in Wuppertal-Langerfeld wohnte und seit zehn Jahren auf der kleinen Nordsee-Insel Wangerooge lebt, etwas nachlassen. Und natürlich dauerte es nicht lange, bis „Osi“ – wie Freunde Manfred Osenberg liebevoll nennen – auch auf dem Eiland als Journalist und Herausgeber aktiv wurde. „MOIN“ heisst sein beliebtes, regelmässig erscheinendes Insel-Magazin. 

Im Wuppertaler Osten feierte Osi im Mai 2026 nicht nur seinen 80. Geburtstag, sondern auch sein 60. Dienstjubiläum und den 40. Jahrestag des Deutschen Vizemeisters der Handball-A-Junioren. Mit dabei viele Freunde und Schützlinge aus den drei Erfolgsjahrzehnten.

Manfred Osenberg (M.) empfängt hohen Besuch auf der Insel Wangerooge, seiner Wahlheimat: Niedersachsens Ex-Ministerpräsident Stephan Weil (2.v.r.), die Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller und Landrat Sven Ambrosy – © privat

Der TVB stand Jahrzehnte in voller Blüte, heute aber vor dem sportlichen Ruin. Kein Herrenhandball mehr, Jetzt auch noch das Aus bei den Damen in Liga vier. „Es tut schon sehr weh“, bedauert Ehrenmitglied Osenberg, „wenn man so einen tollen Verein durch Fehler eines überforderten Vorstands ausbluten sieht.“ 

Text: Friedemann Bräuer

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert