21. Juni 2026

Neues Beratungs-Center: Sparkasse startet in die Zukunft

Es ist ein Perspektivwechsel, der auf Jahrzehnte Gültigkeit heben dürfte. Für die Wuppertaler Sparkassenkunden ist nach 18monatiger Bauzeit am Islandufer mit dem Umbau des Gebäudes ein neues, modernes Beratungs-Center mit Zukunftsperspektive entstanden. Es soll persönliche Kundennähe, zeitgemäße Architektur und ein barrierefreies Servicekonzept miteinander verbinden und damit dem veränderten Kundenverhalten Rechnung tragen.

Erste Präsentation des neuen Sparkassen Beratungs-Centers. (V.l.) Florian Baumhove, Bereichsleiter Kommunikation, mit Jennifer Jozefowski und Frank Schulz – © Siegfried Jähne

Die Bauarbeiten in der ehemaligen Kassenhalle liefen seit Januar 2025 und hatten sich unter anderem wegen strenger Denkmalschutz-Auflagen etwas verzögert. Jetzt ist in der  umgebauten Zentrale am Islandufer ein Ort für ganzheitliche, persönliche Beratung komplexer Themen, wie Wertpapierinvestments, Altersvorsorge oder Baufinanzierung entstanden. Man möchte Raum für Vertrauen, Nähe und Service auf eine Weise bieten, die rein digitale Anbieter nicht leisten können, wenn es um diskrete oder informative Finanzberatung, oft auch im Zusammenhang mit großen Anlagebeträgen bis hin zu zeitgemäßen Schließfächern geht. 

Tägliche Bankgeschäfte zunehmend „online“

Die Sparkasse stand wie viele Banken vor der Herausforderung, in einer zunehmend digitalen Welt, in der alltägliche Bankgeschäfte zunehmend online oder mobil über eine App erledigt werden, weiterhin relevante Dienstleistungen anzubieten. 

Gerade bei sicherheitskritischen oder komplexen Anliegen hält man den persönliche Kontakt für unverzichtbar. Im Ergebnis können jetzt für den Bereich Privat-, Immobilien- Vermögens-  und Firmenkunden feste Termine in dem modernisierte, barrierefreie und auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Standort online über die Sparkassen Website, die Sparkasse-App oder telefonisch über das Kundencenter gebucht werden. 

Die Herausforderung war auch, für das seit 2015 unter Denkmalschutz stehende Gebäude aus den Jahre 1969/73 zeitgerechte, nutzergerechte Lösungen zu finden und wirklich „Neues“ entstehen zu lassen, welches auch dem Geschmack des Zeitgeist entspricht und in Einklang mit dem Urheberrecht des 2005 verstorbenen Architekten Paul Schneider-Esleben zu bringen war, welches nach dem Gesetz für 70 Jahre an die Erben überging. 

Keine leichte Aufgabe für das beauftragte Team, schließlich ist das Sparkassengebäude mit dem Turm längst zum Wahrzeichen der Stadt geworden. Dies gilt als eines der bedeutendsten Werke der Nachkriegsmoderne in Wuppertal. Mit 75 Metern Höhe ist der Turm das höchste Gebäude der Stadt, das seither die Skyline im Zentrum von Elberfeld prägt.

Es sollte etwas wirklich Neues entstehen

Auf einer Fläche von 2.000 qm sind da, wo früher die Schalterhalle platziert war, jetzt 25 Beratungsräume nach neuesten Gesichtspunkten mit vielen technischen Details entstanden, die das konzeptionelle Kernelement darstellen.

Mit dem technologischen Wandel veränderten sich nicht nur die Gestaltung des Raumes, sondern auch die inneren Funktionen. Für die Mitarbeiter gibt es keine festen Arbeitsplätze mehr. Die Fachberater aus unterschiedlichen Bereichen treffen sich nach Bedarf am Beratungsplatz und „loggen“ sich dort dann für den jeweiligen Kunden immer wieder flexibel in das Daten-System neu ein.

Für eine angenehme Atmosphäre sorgen warme, naturnahe Pastellfarben und Holz. Statt steriler Schreibtisch-Landschaften dominieren offene, einladende Räume, die modernes Design und digitale Infrastruktur vereinen. Das Konzept soll zudem wichtige Sicherheitsanforderungen erfüllen und ist auch wegen einer  Sprinkleranlage nach oben offen angelegt.

Jennifer Jozefowski und Florian Baumhove im neu gestalteten Beratungs-Center – © Siegfried Jähne

Trotz dieser Offenheit ist absoluter Schallschutz nach Aussen garantiert. Der Kunde wird im Foyer empfangen, bevor er zur Beratung geleitet wird. Das Sparkassencenter selbst wird entweder über die Strasse „Islandufer“ erreicht oder über die den Innenstadtbereich verbindende Wupper-Fussgängerbrücke „Bismarcksteg“, welche im Jugendstil 1905 erbaut und seit jeher mit schmiedeeisernen Torbögen versehen ist

Kundenströme in der Elberfelder City sinnvoll leiten

Die Grundidee des Wuppertaler Konzeptes ist, Kundenströme in der Elberfelder City sinnvoll zu leiten. Der erste Schritt war schon mit dem Umzug der Filiale Kipdorf zur 2022 neu entstandenen Filiale Döppersberg im „Köbo-Gebäude“ der Schwebebahn gelegt. Dort im Herzen von Elberfeld, wo Menschen vom Bahnhof Richtung Innenstadt strömen, wird seither der Service für Sparkassenkunden realisiert. 

Während persönliche Beratungstermine direkt im neuen Center stattfinden, wird für spontane, klassische Anliegen vor Ort (ausser dem SB-Bereich und dem Safe-Zugang) auch weiterhin auf die nebenliegende Filiale am Döppersberg verwiesen. 

Im Zweifel besteht zudem auch noch Möglichkeiten der Videoberatung vor Ort, die sich inzwischen dank „KI“ mit Simultanübersetzungen, unter anderen in den etwa 30 verschiedenen arabischen Sprachvarianten, zu einer attraktive Option entwickelt hat.

Filiale soll als Erlebnisraum wahrgenommen werden

Die Filiale von heute ist neu gedacht, sie ist moderne Schnittstelle, die physische Präsenz und digitale Innovation intelligent vereint. Sie soll nicht nur digitale Drehscheibe, sondern auch als Erlebnisraum wahrgenommen werden. Dies ist auch der Grund dafür, dass auch am Islandufer noch Raum für kleinere Veranstaltungen, etwa Kunstausstellungen, gegeben ist. Für größere Veranstaltungen, Ausstellungen bis hin zu Konzerten und  Kongressen, steht ohnedies die Glashalle am benachbarten Johannisberg zur Verfügung. 

Die Neuausrichtung von Filialen erfordert Investitionen, in Technologie, in Infrastruktur und in die Qualifikation von Mitarbeitern. Um Kosten zu sparen, hat man am Islandufer zum Teil das Mobiliar aus der früheren Schalterhalle übernommen. Dennoch rechnet man mit Kosten im einstelligen Millionenbereich.  Doch diese Ausgaben könnten sich langfristig auszahlen, ist hier doch ein Projekt entstanden, welches für eine lebendige Innenstadt steht und auf deren Bedarf und Anforderungen kommender Jahrzehnte ausgerichtet ist. 

Text: Siegfried Jähne

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