3. Juni 2026

Kulturservice für Deutschland-Stipendiaten

Das Deutschlandstipendium – eine finanzielle Studienunterstützung! Die Brennscheidt-Stiftung hat Studierende der Bergischen Universität jetzt ins Von der Heydt-Museum eingeladen. Seit 15 Jahren richtet sich der Bereich Stiftungs- & Kooperationsmanagement der Abteilung UniService Third Mission der Bergischen Universität an sämtliche Unternehmen, Stiftungen oder interessierte Privatpersonen, die eine Kooperation mit der Universität eingehen möchten. Daraus entstand 2010 auch das Engagement im Deutschlandstipendium.

Die Führung zum Thema „Zeiten und Räume. Klassiker der Sammlung“ moderierte die Künstlerin Cara Wilmanns – © UniService Third Mission

Dieses Thema hat Autor Uwe Blass in der beliebten, lehrreichen Uni-Reihe „Transfergeschichten“ näher beleuchtet. „Im Rahmen des Deutschlandstipendienprogramms sind wir zuständig für die Zuordnung der Stipendiatinnen und Stipendiaten zu den Fördernden, für die Organisation der Veranstaltungen im Stipendienjahr mit Vergabefeier, Sommerfest und Mentorenprogramm sowie für ca. 4-5 Exkursionen“, sagt Mareen Dusi, Mitarbeiterin der Abteilung. Auch die Beratung der Stipendiaten und die Kommunikation mit den Fördernden sowie die Einwerbung von Stipendien gehöre in diesen Aufgabenbereich.

Die Förderung umfasst einen meist auf zwei Semester angelegten finanziellen monatlichen Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss und weder auf Bafög oder Elterneinkommen angerechnet wird. Zudem profitieren Stipendiaten von den engen Kontakten zur Wirtschaft in den angebotenen Veranstaltungen.
Mittlerweile können durch das Deutschlandstipendium, aufgrund der umfassenden Mithilfe von regionalen Stifterinnen und Stiftern, knapp 300 Studierende aller Fachrichtungen auf ihrem erfolgreichen Bildungsweg unterstützt werden. Dazu Dusi: „Das ist eine sehr hohe Anzahl, die im deutschlandweiten Vergleich selten von Universitäten in unserer Größenordnung erreicht wird. Daher steht die Chance für Bewerbende gut, ein Stipendium zu erhalten.“

Noten sollten besser als 2,3 sein

Jede Studentin und jeder Student, der in Wuppertal studiere, sich in Regelstudienzeit befinde und Noten habe, die in der Regel besser als 2,3 seien, könne sich ab dem 1. Semester und auch noch im Master bewerben. Zwar könnten diese Kriterien je nach Studienfach und der damit verbundenen Nachfrage von Fördernden etwas variieren, erklärt die Fachfrau weiter, aber auch soziales und gesellschaftliches Engagement sowie Hürden im Lebenslauf würden ebenfalls gewertet und könnten Noten ein wenig optimieren. Generell sei das Deutschlandstipendium aber leistungsabhängig und auf eine langfristige Förderung ausgelegt. „Im besten Fall können Stipendiatinnen und Stipendiaten also eine Förderung vom 1. Bachelor-Semester an, bis hin zu ihrem Masterabschluss erhalten. Auslandsaufenthalte während des Studiums werden ebenfalls unterstützt und meistens auf die Regelstudienzeit angerechnet.“

© Bergische Universität

Die Brennscheidt-Stiftung fördert allein 14 Deutschlandstipendien und lud zum ersten Mal alle Stipendiaten zu einem Vortrag und einer Führung ins Von der Heydt-Museum ein. Knapp 50 Studierende kamen dieser Einladung nach und informierten sich vor Ort über die Aufgaben einer Stiftung, sowie die spannende Arbeit mit Kunstwerken aus der Zeit des 17. – 21. Jahrhunderts mit vielen Hintergrundinformationen.

Brennscheidt-Stiftung – Förderung von Kunst, Kultur und Jugend

Der Abend begann für die eingeladenen Stipendiaten zunächst mit einem Vortrag der Geschäftsführerin Bettina Vonderreck, die im Foyer des Museums allumfassend über die Entstehung und Entwicklung von Stiftungen im allgemeinen und der Brennscheidt-Stiftung im speziellen informierte. Auch Zahlen, Daten und Fakten, für Studierende in vielen Studienbereichen unerlässlich, gaben interessante Einblicke in die Stiftungsgeschichte. So erfuhren die angehenden Akademiker von der mutmaßlich deutschlandweit ersten Stiftung aus dem Jahr 917, die tatsächlich bis heute besteht, über die wechselvolle Anzahl von Stiftungen, die sich vor hundert Jahren auf über 100.000 beliefen, aber durch Krieg und politische Veränderungen auch wieder dezimierten, bis zu den aktuellen Ausschüttungen der 60 größten Stiftungen in Deutschland, die sich 2024 auf mehr als 6,8 Milliarden Euro für das Gemeinwohl beliefen.

Die Brennscheidt-Stiftung wurde 1993 durch den Unternehmer Heinz-Olof Brennscheidt gegründet, der mit seiner Firma Wicke GmbH + Co. KG durch die Herstellung von Rädern und Rollen für Güter, Apparate oder Möbel bis heute weltmarktführend ist. Ursprünglich zur Förderung von Kinderheimen gegründet, erweiterte der Unternehmer 2003 die Stiftungsaufgaben um die Förderung von Kunst und Kultur. Seitdem werden vor allem das Von der Heydt-Museum mit dreiviertel der Fördergelder sowie der Bereich Kinder und Jugend mit einem Viertel unterstützt. Die enge Bindung zum Museum hat dabei auch schon zu vielen Kulturveranstaltungen im Hause geführt.

Flotte Führung mit Zeitbezug

Die Studierenden wurden nach dem Vortrag in zwei Gruppen aufgeteilt und nahmen an unterschiedlichen Führungen mit den Titeln ‚Museum A bis Z. Von Anfang bis Zukunf‘ und ‚Zeiten und Räume. Klassiker der Sammlung‘ teil, die entweder Hintergründe über die veränderte Arbeit mit Kunstwerken informierte, oder die Entwicklung der Kunst erklärte.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Museumsführung der Brennscheidt-Stiftung – © UniService Third Mission

Wer nun meinte, durch fachliche Informationen ins Gähnen geraten zu können, wurde durch die spritzige Moderation eines Besseren belehrt. Den zweiten Themenschwerpunkt erklärte die freiberufliche Künstlerin Cara Wilmanns und begeisterte mit amüsanten Hintergrundinformationen zu Gemälden des 17.-20. Jahrhunderts. Sie erklärte die historischen Maltechniken aus vier Jahrhunderten jungen Studierenden des 21. Jahrhunderts. Dabei nahm sie auch Bezug auf moderne Techniken, die für uns z. B. in Handys oder Laptops verfügbar sind.

Bilder, die auf Distanz scharf wirken, bei näherem Hinsehen aber verpixeln, hat es auch schon in der Kunst Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben. Vom opulenten Stillleben mit Wildschweinkopf und exotischen Früchten, die als Statussymbol in Repräsentationsräumen hingen, über Naturgemälde, die alle nach Skizzen in Ateliers gefertigt wurden, da die Farben im Freien nicht verfügbar waren, bis hin zu Gemälden, die den Einzug der Psychoanalyse in die Kunst zeigen. So warb Wilmanns auch für ein Verständnis der Werke, die sich manchmal dem Betrachter nicht sofort erschließen. „Erst die Erläuterung der Gemälde führt dazu, dass man die Werke zu schätzen lernt“, war dann auch die Meinung einiger Studierender im Nachgang.

Come together

Zum Schluss kamen alle Besucherinnen und Besucher wieder im Museumscafé ‚muluru‘ zusammen, um sich auszutauschen, Fragen zu stellen und zu Netzwerken. Nicht zum ersten Mal stellten viele Studierende dabei fest, dass die Museumssammlung auf hohem internationalem Niveau rangiert, international bekannt ist und schon oft Kunstwerke präsentierte, die erst viel später weltbekannt wurden. So erwarb das Von der Heydt-Museum bereits im Jahr 1911 als erstes Museum überhaupt ein Picasso-Gemälde für seine Sammlung. Das Werk „Akrobat und junger Harlekin“ (1905), ist heute leider nicht mehr im Besitz des Wuppertaler Museums. Es wurde 1937 von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ beschlagnahmt und später verkauft. Der genaue Verbleib des Originals gilt heute als unbekannt.

Die Frage, welchen Einfluss die Kunst nun auf die eigene Studienrichtung haben könnte, nahmen die Teilnehmenden an diesem Abend zur weiteren Beschäftigung mit nach Hause.

Uwe Blass

Ansprechpartnerinnen des Stiftungs- & Kooperationsmanagement der Abteilung UniService Third Mission der Bergischen Universität sind Annika Grübler (Leitung) und Mareen Dusi. Bewerbungen können unter stipendium@uni-wuppertal.de eingereicht werden.

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