27. Mai 2026Peter Pionke
Tanztheater Pina Bausch: Mit 11 Werken in die Spielzeit
Dr. Daniel Siekhaus, Geschäftsführer des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, neben Oberbürgermeisterin Miriam Scherff bei der Spielzeitpräsentation – © Ralf SilberkuhlDie Spielplan-Präsentation fand in Anwesenheit von Oberbürgermeisterin Miriam Scherff und Dr. Rolf Jürgen Köster, Aufsichtsratsvorsitzender der Tanztheater Wuppertal Pina Bausch GmbH, statt.
Mit elf Werken aus vier Jahrzehnten künstlerischen Schaffens unterstreicht die neue Spielzeit die außergewöhnliche Vielfalt des Repertoires von Pina Bausch und hebt zugleich die internationale Ausrichtung sowie die kontinuierliche Weitergabe ihres Werkes hervor, die die Arbeit der Compagnie heute prägen.
Die Neueinstudierungen
Drei Neueinstudierungen sollen Die Spielzeit 2026/2027 für das Wuppertaler Publikum prägen: „… como el musguito en la piedra, ay si, si, si …“ (Wie das Moos auf dem Stein) aus dem Jahr 2009, Pina Bauschs letztes Werk „Der Fensterputzer“ (1997) sowie „Danzón“ (1995), ein Stück, in dem die Choreographin selbst auf der Bühne zu sehen war.
Mit der Neueinstudierung von „Der Fensterputzer“ verbindet sich zugleich ein besonderer Moment künstlerischer Weitergabe: Mechthild Großmann – bekannt als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm im „Tatort Münster“ – übergibt ihre Rolle an Melissa Madden Gray, die zuletzt bereits in „Die sieben Todsünden“ zu erleben war.
Des Ensemble des von Pina Bausch 1997 kreierten Tanz-Klassiker „Der Fensterputzer“ – (c) Oliver LookDie kontinuierliche Wiederaufführung der Werke von Pina Bausch wird dabei von den Probenleitern geleitet — aktuelle und ehemaligen Tänzerinnen und Tänzer der Compagnie, die heute als Vermittler und Rollenträger des Repertoires wirken.
Eine international ausgerichtete Spielzeit
Auch in der Saison 2026/2027 setzt das Tanztheater Wuppertal seine internationale Gastspieltätigkeit mit zahlreichen Einladungen in Europa und den USA fort. „Vollmond“ gastiert in Athen, „Nelken“ in Brest sowie anschließend in New York mit einer außergewöhnlichen Serie von elf Vorstellungen. „Palermo Palermo“ ist in London zu sehen, während „Sweet Mambo“ nach Wien eingeladen wird. Auch die Wiederaufnahme von „Café Müller“ und „Das Frühlingsopfer“, begleitet vom Sinfonieorchester Wuppertal unter der Leitung von Henrik Schaefer, setzt ihre internationale Reise fort — mit Gastspielen am Teatro Real in Madrid, am Grand Théâtre de la Ville de Luxembourg sowie beim ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival.
Adagio / Das Frühlingsopfer: eine außergewöhnliche Zusammenarbeit
Ein weiterer Höhepunkt der Saison ist „Adagio / Das Frühlingsopfer“, ein gemeinsamer Abend des Hamburg Ballett und Tanztheater Wuppertal Pina Bausch. Das Hamburg Ballett zeigt die mit der Pina Bausch Foundation realisierte Rekonstruktion des Stücks „Adagio“ aus dem Werk „Adagio – Fünf Lieder von Gustav Mahler von Pina Bausch“. Damit kehrt dieses Stück erstmals seit der Spielzeit 1974/75 nach Wuppertal zurück.
Bei der Vorstellung des neuen Spielplanes des Tanztheaters Pina Bausch im alten Schauspielhaus: (v.r.) Dr. Rolf Jürgen Köster, OB Miriam Scherff, Dr. Daniel Siekhaus, Julia Honer und Silvia Farias Heredia – © Ralf SilberkuhlErgänzt wird das Programm durch ein noch bekannt zu gebendes Werk von John Neumeier, interpretiert vom Hamburg Ballett, bevor das Ensemble des Tanztheaters Wuppertal Das Frühlingsopfer aufführt. Die Zusammenarbeit bringt zwei Institutionen zusammen, die jeweils eng mit dem Werk herausragender Choreographen verbunden sind: John Neumeier in Hamburg und Pina Bausch in Wuppertal.
Von einer Generation zur nächsten
Mit „Moving with Pina“ gibt Cristiana Morganti, prägendes Mitglied des Ensembles von 1993 bis 2014, persönliche, sensible und zugleich humorvolle Einblicke in ihre künstlerische Arbeit mit Pina Bausch.
Die Aufführung findet am 24. September 2026, dem 60. Jubiläum der Eröffnung des ehemaligen Wuppertaler Schauspielhauses statt. Gleichzeitig begrüßt die Compagnie ein neues Ensemblemitglied: den brasilianischen Tänzer Wendel Lima de Alcantara, der an der Folkwang Universität der Künste in Essen ausgebildet wurde — jener Hochschule, die historisch eng mit Pina Bausch verbunden ist.
Vermittlung und Teilhabe
Auch die Tanzvermittlung nimmt in der Spielzeit 2026/2027 einen wichtigen Platz ein. Einen besonderen Schwerpunkt bilden die partizipativen Formate „Tanzen mit…“, die sich an unterschiedlichste Zielgruppen richten — von Tanzinteressierten über Schulklassen bis hin zu professionellen Tänzerinnen und Tänzern — und einen unmittelbaren Zugang zur künstlerischen Sprache des Tanztheaters ermöglichen.
Auch für professionelle Tanzschaffende wird das Angebot fortgesetzt, unter anderem die Pina Bausch LABs in Zusammenarbeit mit der Pina Bausch Foundation. Ergänzt wird dieses Angebot durch Probenbesuche, pädagogische Begegnungsformate und Fortbildungen für Lehrkräfte. Damit setzt das Tanztheater Wuppertal seine Arbeit an der lebendigen Weitergabe des künstlerischen Erbes von Pina Bausch durch Praxis, Austausch und gemeinsames Erleben fort.
Link zur Webseite des Tanztheaters Pina Bausch:
Weiter mit:
Kommentare
Neuen Kommentar verfassen