2. Januar 2026

„ORTs“-Gespräch mit Jazz-Legende Dieter Fränzel

Der ORT startet am 11. Januar in das neue Kultur-Event-Jahr! In guter Tradition des Musikers Peter Kowald (*21.04.1944 - †21.09.2002), der den ORT immer auch als Raum für Austausch, Diskussion und Verständigung gestaltet hat, steht an diesem Tag in der Reihe „all female“ die Veranstaltung unter dem Motto „the sound of sisterhood“.

Dieter Fränzel schaut mit Irène Schweizer in das von ihm mit herausgegebene Buch „sounds like whoopataal“ über die Wuppertaler Jazz-Geschichte – © Karl-Heinz Krauskopf

In einer offenen Runde diskutieren ab 14 Uhr führende Improvisations-Musikerinnen aus NRW darüber, ob es in diesen Zeiten überhaupt noch eines besonderen Fokus auf Musik von Frauen bedarf. Anschließend gibt’s ab 16 Uhr eine offene Session mit den Musikerinnen Mascha Corman (Stimme), Conni Trieder (Flöten) und Ute Völker (Akkordeon). Der Eintritt ist frei.

Wie auch am 18. Januar bei „cine:ort“, wo es Sinn macht, den „Kulturarbeiter“ Dieter Fränzel zunächst filmisch und dann im Gespräch persönlich und authentisch kennenzulernen: Er hat das Kulturleben im Tal über sagenhafte 70 Jahre mit geprägt.

Kaum einer kennt die Jazz-Szene und Wuppertaler Jazz-Geschichte so gut wie Dieter Fränzel. Über die enorme Zeitspanne von sieben Jahrzehnten organisierte Fränzel Konzerte, holte Jazz-Größen wie Charles Mingus nach Wuppertal und knüpfte Kontakte zu zahllosen Musikerinnen und Musikern. Er war es, der die Free-Jazz-Legenden Peter Kowald und Peter Brötzmann zusammenbrachte.

Der Schweizer Saxofonist Felix Nussbaumer – © Vanessa Huppin

Sein Wirken reicht von den frühen Clubs und „Jazz-Katakomben“ der Fünfziger Jahre bis zu den Klangart-Konzerten im Skulpturenpark, die er für Tony Cragg realisierte. Fränzel folgte nicht ausgetretenen Pfaden, sondern beschritt oft unbekannte Wege. Das verband ihn mit Musikerinnen und Musikern wie Breuker, Hampel, Kowald, Brötzmann, von Schlippenbach, Carla Bley, Irene Schweizer und anderen, die mit Konventionen brachen, um neue, freie, experimentelle Formen der Musik zu entwickeln.

Dieter Fränzel schuf Orte wie den „Club Impuls“, die zu einem Kristallisationspunkt der Jazz-Avantgarde wurden. In einer Zeit, in der Wuppertal als ein Zentrum des Free-Jazz wahrgenommen wurde, wirkte er als Netzwerker und Kommunikator der Bewegung.

Doch es blieb nicht bei der Faszination für den Free-Jazz. Das von Fränzel Ende der Sechziger Jahre gegründete „Aktionszentrum Impuls“ wurde zur Blaupause für viele soziokulturelle Zentren bundesweit. Ohne “Impuls“ gäbe es auch die von Fränzel mitbegründete Börse, der er bis in die Gegenwart als Ratgeber zur Seite stand, wohl nicht.

Nicht zuletzt ist Dieter Fränzel der Peter Kowald Gesellschaft/ort e.V. besonders verbunden: Als Gründungsmitglied der ersten Stunde, langjähriger Sprecher des Beirats und bis 2023 Kurator der Filmreihe „cine:ort“ zusammen mit Helmut Steidler.

Der Schweizer Saxofonist Felix Nussbaumer – © Vanessa Huppin

Achtung: Die angekündigte Vorstellung um 18 Uhr ist bereits ausgebucht. Es wird deshalb eine zweite Vorführung um 20 Uhr geben. Wer sichergehen will, sollte dafür unbedingt ein 0-Euro-Ticket auf http://www.wuppertal-live.de buchen.

Zum Monatsabschluss wird es dann noch einmal auf spannende Weise experimentell mit dem Trio „RüboSom“ am 28.01. (20:00 Uhr). Der Begriff „Rübosom“ stammt aus dem Alt-Ungarischen und steht für „Wundersames Zusammentreffen dreier Menschen“. Es ist auf jeden Fall ein wundersames, außergewöhnliches und spannendes Kultur-Meeting des Journalisten Michael Rüsenberg (Laptop – Text) und der beiden Musiker Klaus Mages (Perkussionsinstrument – Vocals) und Dietmar Bonnen (Keyboards – Vocals).

Beim Musik-Event „soundtrips-NRW-Station“ am 31. Januar (20:00 Uhr) steht der Schweizer Musiker Felix Nussbaumer (Saxofon – Live-Elektronik) im Mittelpunkt. Er wird begleitet von Sun Mi Kim (Violine) und Hanna Schörken (Vocals). und

Weitere Programm-Infos finden Sie unter:

http://www.kowald-ort.com

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