1. März 2023

Kein Verzicht, sondern smart sparen: Wie schlau machen es die Deutschen?

Genug Geld auf der hohen Kante und trotzdem das Leben genießen? Diese Herausforderung versuchen Sparer auf der ganzen Welt zu meistern.

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Smart sparen ©https://unsplash.com

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Eines der wichtigsten Ziele beim Sparen ist, weiterhin den eigenen Lebensstandard zu halten und trotzdem weniger Geld auszugeben. Eine interessante Studie hat sich mit den Sparfähigkeiten der Deutschen beschäftigt, mit spannenden Ergebnissen!

Das Vermögen steigt trotz Krisen – private Geldmengen häufen sich

Eine Studie der Allianz Research zeigt, dass das Durchschnittsvermögen der Menschen im europäischen Raum ansteigt und dass trotz aller vorhandener Krisen. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede bei den einzelnen Ländern, wie die nachfolgende Auflistung (von hoch nach niedrig geordnet) anzeigt:

  • Maximalen Zuwachs verzeichneten die Finnen mit einer Wachstumsrate von mehr als 5 %
  • Die Deutschen konnten sich mit ebenfalls knapp über 5 % Zuwachs den zweiten Platz sichern.
  • Darunter folgen die Niederländer, deren Vermögenszuwachs bei mehr als 4,5 % lag
  • Die Franzosen blieben mit rund 4,3 % knapp unter den Niederländern zurück.
  • Unter der 4 % Grenze landeten die Italiener
  • Noch schlechter schnitten die Privatvermögenden in Belgien ab, sie gewannen nur knapp 3,3 % Vermögen hinzu
  • Spanien und Österreich landeten mit einem Vermögenszuwachs von 3,1 % sehr weit abseits
  • Das Schlusslicht bildete Portugal mit einer Vermögenssteigerung von weniger als 3 %

Aber auch die Gründe für den Vermögenszuwachs variieren von Land zu Land. In Finnland setzen die Menschen darauf, das gesparte Geld für sich arbeiten zu lassen. Sie setzen auf Geldanlagen in Aktien, Fondsanteile, Anteile und Co., deutlich stärker als in Deutschland. Hierzulande hingegen legen die Menschen ihr Geld zurück, geben weniger aus und verzichten dafür sogar auf Annehmlichkeiten.

Die Deutschen und ihre Angst vor Aktien – warum die Furcht so ausgebreitet ist

Das Geld in Wertpapiere investieren? Für zahlreiche Deutsche ist das undenkbar, die Furcht vor Aktien ist hierzulande viel stärker verbreitet als im Ausland. Jahre wie 2022 tragen hierzu erheblich bei, denn die Skeptiker sehen sich bestätigt.

Es zeigt sich allerdings am finnischen Beispiel, dass das Risiko bei einem Aktienverzicht noch viel höher ist. Investments bringen ihre Rendite nicht innerhalb eines Jahres. Selbst ein schwaches Jahr wie 2022 hat keinen langfristigen Einfluss auf die Vermögensbildung, wenn zuvor über viele Jahre eine üppige Rendite zusammenkam.

Das in Deutschland immer noch favorisierte Sparkonto ist nicht frei von Risiken, wie sich immer wieder zeigt. Bei einer durchschnittlichen Inflation von 10 % werden aus 100.000 gesparten Euro innerhalb eines Jahres 90.000 Euro. Das entspricht einem herben Verlust, der schwer wieder aufzuholen ist. Einbrüche auf dem Aktienmarkt lassen sich kurieren, wenn die Aktionäre nicht die Nerven verlieren. Hat die Inflation hingegen einen Teil des Geldes verschluckt, bleibt es verloren.

Wer noch einmal sein Basiswissen in Sachen Aktien auffrischen möchte, sollte dieses Video anschauen:

Eine Umfrage durch die HDI-Lebensversicherung ergab, dass rund 39 % der Deutschen Angst vor Investments in Wertpapiere haben. Dabei zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass diese Angst überflüssig ist. Zwischen 2012 und 2021 wuchsen die Börsenkurse erheblich an, trotz immer wiederkehrender Kurseinbrüche. Diese Entwicklung haben sich vor allem die Niederländer zunutze gemacht, deren Durchschnittsvermögen deutlich anstieg.

Grund für den Zuwachs bei den Niederländern ist allerdings das besondere Altersvorsorgesystem. Arbeitnehmer in den Niederlanden setzen mit einem Anteil von 90 % auf betriebliche Altersvorsorge. Die Organisation erfolgt über einen Pensionsfonds, der auf Kapitalanlage am Aktienmarkt setzt. Mit viel Erfolg, wie sich zeigt. Das Pro-Kopf-Vermögen der Niederländer liegt durchschnittlich um 177.000 Euro über den Nachbarländern.

Südeuropa geprägt von schwachem Zuwachs – hier zeigen sich die Folgen der Krise

Seit 2009 ist Europa geprägt von der Eurokrise und darunter leiden vor allem die Länder Südeuropas. Selbst hohe Aktivitätszahlen an der Börse helfen nicht weiter, wenn kein Geld zum Investieren bereitsteht. In Italien, Spanien und Portugal stiegen die Vermögenswerte der Menschen zwar geringfügig an, der Zukauf von Wertpapieren ist aufgrund finanzieller Umstände, aber für viele Bevölkerungsgruppen nicht möglich.

Am Beispiel Italien vs. Deutschland zeigt sich ein sehr starker Wachstumsunterschied, der belegt, dass die Deutschen trotz Aktienangst clever agieren. Im Jahr 2012 herrschte in beiden Ländern ein ausgeglichener Vermögensstand. Heute hingegen ist die Diskrepanz hoch, die Italiener sind weit abgeschlagen, während Deutschland Zuwachs verzeichnen kann.

Die Experten der Allianz sehen die Eurokrise als Auslöser für den beschwerlichen Vermögenszuwachs in Italien. Es kommt hinzu, dass die monatlichen Gehälter in Deutschland deutlich über den italienischen Verhältnissen liegen. Geht es um das Gesamtvermögen inklusive Immobilien, steht Deutschland im internationalen Vergleich aber fast immer hinter Italien. Im Süden Europas setzt man auf Investment in Immobilien, mehr als hierzulande.

Das Geld wird knapp: Die Deutschen verzichten auf teure Einkäufe

Im Zeitalter der Preisexplosionen und Geldknappheit sind die Deutschen zum Sparen gezwungen. Dabei zeichnet sich ab, dass die Deutschen vor allem in einigen Bereichen verstärkt den Rotstift ansetzen:

  • Lebensmittel: Durch die steigenden Preise sind Discounter deutlich beliebter geworden. Rund 61 % der Deutschen greift mittlerweile auf günstige Produkte zurück und verzichtet auf Markenware.
  • Kleidung und Konsum: Wenn es um Kleidung geht, gibt es für die Deutschen keine „günstige Alternative“. Stattdessen üben sich viele Menschen im Verzichten und kaufen einfach weniger ein.
  • Mobilität: Das Auto bleibt aufgrund horrender Spritpreise eher mal stehen. Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel erleben einen regen Zuwachs.
  • Geschenke: Sparpotenzial sahen die Deutschen auch 2022 bei den Weihnachtsgeschenken. So landeten im Schnitt weniger wertvolle Geschenke unter dem Baum, um das neue Jahr 2023 nicht gleich mit Schulden zu beginnen.

Der Lebensmittelbereich ist für die Deutschen die wichtigste Geldersparnisquelle. Hier herrscht die flächendeckende Bereitschaft, auf No-Name-Produkte umzusteigen. Geht es hingegen um Mode, wird eher verzichtet als minderwertiger gekauft.

Gleiches gilt auch für Möbel und Einrichtungsgegenstände. Auf mindere Qualität zurückzugreifen, geht den meisten Deutschen entschieden zu weit. Lieber sparen sie einige Wochen länger und kaufen dann das gewünschte Produkt.

Das Sparbedürfnis korreliert auf breiter Front mit dem Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit. Bei Obst- und Gemüsekonserven ist der Gedanke daran nicht besonders groß. Geht es hingegen um Kleidung, Produkte wie Kaffee und Schokolade oder Elektronik, möchten ganze 80 % der jungen Menschen die Umweltaspekte der Ware kennen.

Die Generation der Boomer nimmt es damit nicht ganz so genau, hier sind es nur 59 %, die sich um das Thema Nachhaltigkeit beim Einkauf kümmern.

Generation Aktie kommt: Wird das reine Sparkonto in Zukunft (endlich) abgelöst?

Generation Aktie ©https://unsplash.com

Auch im Sektor Wirtschaft ändert sich einiges, denn nachkommende Generationen sorgen für Umstrukturierungen. Vor allem die Generation Z wird heute schon als „Aktiengeneration“ gesehen und das könnte an den Sparstrukturen in Deutschland einiges ändern. Klar ist, dass die Deutschen Interesse am Sparen haben. Umfragen zufolge geben mehr als 70 % aller Menschen an, Geld zurückzulegen und zu sparen.

Dabei hat sich aber am Sparverhalten in den letzten Jahren und Jahrzehnten nicht viel verändert. Nach wie vor ist das Girokonto (alternativ Sparkonto) die Nummer eins bei den Sparmethoden. Dass hier wenig Zinsen ausgeschüttet werden, scheint einen Großteil der Deutschen nicht zu kümmern. Ein Vermögenswachstum lässt sich folglich nur generieren, wenn neues Geld eingezahlt und gespart wird! Dabei raten Experten sogar explizit, nie mehr Geld auf dem Konto zu lassen als für zwei Monate.

Doch es deuten sich drastische Änderungen auf dem Markt der Sparer an. Vermehrt sind es junge Menschen, die sich einen festen Platz an der Börse sichern und hier investieren. Dazu trägt sicher auch die globale Vernetzung bei, denn Informationen gibt es heute vor allem im Netz. Wer nicht weiß, was Aktien oder ETFs sind, nutzt Finanz-Influencer und lässt es sich erklären. Diese Möglichkeit hatten Generationen zuvor nicht und für ältere Menschen ist es standardmäßig schwieriger, neue Optionen auszuloten.

Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung der Alten ist, dass sie alle den Börsencrash der früheren 2000er-Jahre miterlebt haben. Die Angst und Unsicherheit ist bis heute im Denken verankert. Jetzt aber kommt die Generation Z und scheint aufräumen zu wollen.

Die Deutschen sind mittlerweile auf dem 9. Platz, wenn es um Aktieninvestments geht. USA, Finnland, Niederlande, Japan und Schweden sind uns deutlich voraus. Da Generation Z nicht mehr durch den Börsencrash traumatisiert ist, wächst die Offenheit gegenüber Investments deutlich. ETFs und Aktienfonds stehen hoch im Kurs, mit potenziellen Einflüssen auf das Vermögenswachstum!

Fazit: Die Deutschen verzichten zum Sparen und können noch viel lernen

Was den Vermögenszuwachs angeht, muss sich Deutschland nicht verstecken. Auf Platz zwei im europäischen Vergleich zeigt sich, dass die Privathaushalte trotz aller Krisen nicht an Kapital verlieren. Lernbedarf besteht allerdings bei der Art des Sparens.

Die Deutschen denken nach wie vor in veralteten Strukturen und Mustern. Die Fähigkeit, Geld für sich arbeiten zu lassen, wird deutlich zu wenig genutzt. Hier können die Finnen als Musterbeispiel dienen, die ihre Vermögenswerte ohne Verzicht deutlich erhöhen.

In Deutschland ist die Bereitschaft zum Verzicht stark ausgeprägt. Keine Markenprodukte, weniger Reisen und Fahrrad statt Auto stehen hoch im Kurs. Es bleibt abzuwarten, ob neue und mutigere Generationen ein allgemeines Umdenken herbeiführen.

Theoretisch könnten die Deutschen dank guter Durchschnittsgehälter und einem hohen Grundvermögen problemlos den ersten Platz im EU-Vergleich erklimmen. Hierfür lohnt es sich aber, in Richtung erfolgreicher Länder wie Finnland zu blicken.

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