26. Oktober 2026

WSV: Tolle Reaktion und fünfter Sieg in Folge

An Tagen wie diesen, wünscht man sich, frei nach den „Toten Hosen“, Unendlichkeit. So könnte man die Stimmung beim Wuppertaler SV nach dem klaren 3:0 (1:0) Auswärtssieg gegen den stark eingeschätzten SV Sonsbeck beschreiben. Es war in der Oberliga für die Rotblauen nach dem Trainerwechsel der fünfte Sieg in Folge, der das bergische Team auf Rang acht der Tabelle katapultierte.

Führten den WSV zum fünften Sieg in Folge: Sport-Vorstand Lennart Strufe (l.) und Co-Trainer Niklas Bonnekessel – © Archivfoto Jochen Classen

Nach der nicht unumstrittenen Pokalpleite in Ratingen hat das Team von Cheftrainer Ismail Jaroui in dessen physischer Abwesenheit auf der Bank (rot gesperrt!) auf dem Platz damit  die wohl einzig richtige Reaktion gezeigt.

Die Tatsache, dass dabei ein Torverhältnis von 15:0, also ohne Gegentreffer, erreicht wurde, läßt beim WSV wieder einen nicht unberechtigten Optimismus, noch weiter vorne angreifen zu können, aufkommen. Die Wuppertaler Fans müssten sehr lange zurückblicken, um auf eine solche Erfolgsserie zu stoßen. Dabei waren die Voraussetzungen und Prognosen für diese Begegnung im Kreis Kleve alles andere als günstig, war man zuletzt doch noch am letzten Donnerstag im Niederrhein-Pokal gegen Germania Ratingen mit 1:0 Toren tief enttäuscht gescheitert. Anders die Gastgeber, die in Ratingen neun Tage zuvor nach einer spektakulären Aufholjagd  nach 0:3 noch mit 5:3  en Sieg nach Hause fuhren.

Die vor dem Spiel in der Tabelle besser platzierten Gastgeber traten mit dieser Empfehlung an und hatten ihre Heimstärke nicht zuletzt noch im Pokalspiel gegen Rot-Weiß Essen unter Beweis stellen können, als sie sich gegen den Drittligisten erst in der Verlängerung mit 2:7 geschlagen geben mußten. In der regulären Spielzeit stand die Partie sensationell 2:2-Unentschieden.

Die WSV-Trainer Ismail Jaroui und Philipp Pentke hatten sich bei der Pokal-Niederlage wegen der Schiedsrichter-Entscheidung eines nicht gegebenen Tores in den Schlussminuten so erregt, dass der so gescholtene Lukas Luthe beiden die rote Karte zeigte und diese folglich für das Spiel ins Sonsbeck gesperrt waren.

Ein „Hochsicherheitsspiel“ mit 470 Zuschauern

Aufgrund der polizeilichen Einstufung galt die Partie in Sonsbeck als „Hochsicherheitsspiel“, zu der man im Vergleich zu anderen Begegnungen von einer höheren Zuschauerzahl als üblich ausging und zahlreiche Vorsichtsmaßnahmen traf, wie z.B. eine Fan-Trennung. Am Ende wurden in der 5.000 Zuschauern fassenden Arenagerade einmal 470 Zuschauer gezählt, von denen etwa 100 aus Wuppertal gekommen waren. Aufgrund der Wetterlage hatte man das Spiel im Willy-Lemkens-Sportpark vom Naturrasen-  auf den Kunstrasenplatz verlegt.

Der Wuppertaler 0:3-Erfolg war indessen so gut wie nie gefährdet und am Ende aufgrund des Spielverlaufes hochverdient. Die Bergischen waren von den beiden A-Lizenz-Inhabern, Co-Trainer Niklas Bonnekessel sowie Sport-Vorstand Lennnart Strufe, in Vertretung für Ismail Jaroui auch bestens eingestellt, während  Jaroui von der Tribüne zuschauen mußte. Wichtig: Der WSV konnte, anders als zuletzt in Ratingen, wieder auf auf Mittelfeld-Regisseur Semir Saric bauen. Die Startformation wurde in fünf Positionen verändert, sicher auch um die Doppelbelastung aus der Woche zu kompensieren. Neben Saric, rückten  Sausmikat, Amyn, Westenberger und Fröhlich in die Startformation.

Eren Albayrak mit dem siebten Saisontreffer

Während Sonsbeck verhalten startete, riss der WSV das Spielgeschehen sofort an sich. Schon nach elf Minuten ging er per Foulelfmeter durch Eren Albayrak dann auch prompt in Führung. Es war sein sechster Saison-Treffer. Timoteusz Miller hatte Sam Sausmikat im Strafraum gefoult. Die Partie wurde in strömenden Regen bei starken Wind zusehends hektischer und von vielen Fouls bestimmt. Es dauerte bis zur 54. Minute, bis die Wuppertaler die Vorentscheidung erzwingen konnten. SVS-Torwart Hinsenkamp ließ einen Schuß von Arian Amyn abklatschen und wieder einmal war Eren Albayrak zur Stelle, sein siebter Saisontreffer zum 0:2. Obwohl SVS-Trainer Heinrich Losing jetzt mit einem „Vierfachwechsel“ reagierte, blieb der WSV spielbestimmend.

Eden Albayrak (r.) erzielte in Sonsbeck die Treffer fünf und sechs für den Wuppertaler SV – © Archivfoto Jochen Classen

Einmal mehr trumpfte der stark spielende Arian Amyn vorne auf, traf aber nur den Torpfosten, während auf der anderen Seite WSV-Schlussmann Fotios Adamidis mehrfach mit starken Paraden aufwartete. Als der WSV sich auf das Konterspiel verlegte, gelang der dritte Treffer in der Nachspielzeit abermals per Elfmeter. Diesmal durch den eingewechselten Brightney Igbinadolor, der zuvor gefoult worden war und auch selbst antrat. Jetzt stimmten die mitgereisten treuen Fans stimmungsvoll das Heimatlied der Striekspöns „Et Lehnchen“ an.

WSV-Stürmer Arian Amyn: Es war ein geiles Gefühl

WSV-Co-Trainer Niklas Bonnekessel: „Es war turbulent nach dem schwer verdaulichen Pokal-Ausscheiden. Aber auch toll, dass die Mannschaft ein richtiges Interesse hatte, eine Antwort zu geben und wir heute eine Energieleistung und Intensität auf den Platz gebracht haben.“ Der ehemalige Irakische U20 Nationalspieler des WSV, Arian Amyn: „Es war einer meiner ersten Einsätze von Anfang an. Ich habe das Vertrauen vom Trainerteam, von den Mitspielern und den Fans bekommen. Das ist unbeschreiblich und macht einfach Spaß, für den Verein zu spielen. Es war ein geiles Gefühl, nach der Niederlage in Ratingen die nächsten drei Punkte einzufahren.“

Wie singen doch die „Toten Hosen“: „An Tagen wie diesen, wünscht man sich Unendlichkeit“. Am 6. November geht es für den WSV im Stadion am Zoo gegen den TSV Meerbusch weiter.

Text: Siegfried Jähne

Sportverein 1919 Sonsbeck – Wuppertaler Sportverein 0:3 (0:1)

SV Sonsbeck: 21 Jannik Hinsenkamp (T) – 2 Tymoteusz Miller (ab 57. Güngör), 5 Philipp Elspaß, 6 Giusepppe Mirason Geukes (ab 76. Kim), 8 Kilian Schaar (ab 57. Ghrayeb), 9 Niklas Binn, 17 Tom Cappel (ab 57. Pozniak), 18 Dominic Louis Miller, 22 Robin Schoofs (K), 23 Linus Krajac, 25 Luca Steffen Janßen (ab 57. Leurs) – Trainer: Heinrich Losing

Wuppertaler SV: 1 Fotios Adamidis (T) – 3 Felix Herzenbruch (K), 4 Noel Westenberger, 7 Semir Saric (ab 51. Tirpan), 10 Eren Albayrak (ab 66. Ignibadolor), 11 Sam Sausmikat (ab 66. Widlarz), 17 Arian Amyn (ab 88. Goles), 21 Dario Biancardi, 26 Linus Fröhlich, 27 Ariyoh Ayinla (ab 85. Bielitza), 44 Serhat Kacmaz – Trainer: Ismail Jaroui (gesperrt), Lennart Strufe, Co-Trainer: Niklas Bonnekessel

Tore: 0:1 Albayrak (11.), 0:2 Albayrak (55.), 0:3 Ignibadolor (90.+1)

Zuschauer: 470

Ecken: 1:6

Gelbe Karten: T. Miller (10.), Leurs (90.) – Saric (10.), Albayrak (35.), Tirpan (65.)

Schiedsrichterin: Sandra Nicole Gasch –  SC Grimlinghausen, Kreis Grevenbroich

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