17. Oktober 2026Peter Pionke
WSV bestätigte gegen ETB SW Essen den Aufwärtstrend
Matchwinner David Widlarz bejubelt mit Mannschaftskameraden seinen „Goldenen Treffer“ – © Jochen classenEs war für die Rotblauen der vierte Sieg in Folge, der ihren Aufwärtstrend bestätigte und im Augenblick immerhin den 11. Tabellenplatz einbrachte. Auch wenn diesmal nichts alles optimal lief, für den bergischen Traditionsverein verkleinerte sich das Sorgenpaket mit Blick auf drohenden Punktabzug („Insolvenzverfahren“) doch erheblich.
WSV konnte sich über Rekordbesuch freuen
Neben der Entwicklung des Teams war es vor allem das Rekord-Ergebnis dieser Spielzeit, der Zuspruch von fast 2.500 Besuchern nämlich, der Anlass zu Optimismus geben dürfte. Nur die mit 4:0 gewonnene eintrittsfreie Begegnung gegen die SG Holzheim am 19. September hatte mit 2.632 Zuschauern bisher eine noch größere Resonanz. Nach dem Spielverlauf und den Chancen hätte das Ergebnis am Freitagabend indessen auch 5:2 für den WSV lauten können. Der kämpferische Einsatz war da, doch in der Feinabstimmung fehlte diesmal doch noch einiges, zu oft wurden Aktionen „unsauber“ und auch planlos ausgeführt.
„Wir waren gegen einen gut eingestellten Gegner nicht gut organisiert, es war am Ende ein Arbeitssieg. Ich bin über das Engagement verdammt stolz“ sagte WSV-Trainer Ismail Jaroui, der jetzt auch im fünften Spiel unter seiner Leitung erfolgreich war. „Wir waren nahe an einem Punkt. Der Sieg des WSV war nicht unverdient“, so die Meinung von Essens Coach Martin Hasenpflug, der das in die Saison schwach gestartete Team erst vor wenigen Tagen übernommen hatte.
Noel Westenberger hatte großes Pech. Er musste verletzt ausscheiden – © Jochen ClassenDavid Widlarz sorgte für die Entscheidung
Beim WSV darf man sich glücklich schätzen, mit David Widlarz (21) einen weiteren Spieler in seinen Reihen zu wissen, der beidfüßig unterwegs und torgefährlich ist. Er machte in der 56. Spielminute das Tor des Tages! Es war sein vierter Saisontreffer, womit er in der Erfolgsquote mit Eren Albayrak gleichzog. Der vielumjubelte Treffer entstand im zweiten Spielabschnitt mit einem satten Schuss ins lange Eck. Nach einem Fehler des Essener Maurice Haar wurde Biancardi ins Spiel gebracht, welcher Widlarz auf Rechtsaußen bediente.
Weil die Gäste sich erst jetzt genötigt sahen, ihre stark defensiv ausgerichtete Spielordnung zu verlassen, kam Feuer in die Partie. Es wurde jetzt ein offener Schlagabtausch, in dem beide Teams sich mehrere torreife Szenen erarbeiteten. Es fiel sogar das vermeintliche 2:0, als Arian Amyn mit einem wunderschönen Schuss nur die Latte traf, Albayrak beim Nachsetzen traf, aber leider wohl im Abseits stand. Gegend die auf den Ausgleich drängenden Gäste eröffneten sich für den WSV etliche Kontermöglichkeiten, die Stadionsprecher Jonas Jütz erfolgreich zum Anlass nahm, das eher ruhige Tribünenpublikum zur verstärkter Anfeuerung zu animieren.
Ein Spiel der verpassten Gelegenheiten
Besonders erwähnenswert eine Szene in der vierten Minute der Nachspielzeit, als der eingewechselte Igbinadolor auf Widlarz spielt, der sofort weiter auf Eren Albayrak weiterleitet. Doch der sonst so erfolgreiche Goalgetter zirkelte diesmal, völlig alleine auf Gäste-Torwart Lenuweit zulaufend, den Ball über den Torkasten. Ähnliche Aktionen hatte es auch schon im ersten Spielabschnitt gegeben. So als Dario Biancardi in bester Position kurz vor der Pause allein vor dem Tor nur einen Gegenspieler anschießen konnte oder an anderer Stelle gleich zu Spielbeginn das Tor verfehlte. Auf der anderen Seite scheiterten die Gäste mehrfach an dem wieder gut disponierten WSV-Torwart Fotios Adamidis, der damit einmal mehr die „Null“ hielt und oft genug einige krasse Abwehrfehler seiner Vorderleute ausbügelte.
WSV-Sportvorstand Lennart Strufe fieberte an der Seitenlinie mit – © Jochen cCassenNoel Westenberger: Es war ein brutales Kampfspiel
Überhaupt ist zu sagen, dass die meisten gegnerischen Chancen erst aus Fehlern und Unsicherheiten der WSV-Abwehr resultierten. Auf der anderen Seite verfehlte die konsequente Manndeckung der Gäste ihre Wirkung nicht. Insgesamt ist zu konstatieren, dass der WSV an die zuletzt im Heimspiel gezeigten Leistungen diesmal in einer doch sehr harten Auseinandersetzungen nicht hat anknüpfen können. Der erst 22jährige Schiedsrichter Marvin Konopatzki aus Kleve zückte (nur) fünfmal die gelbe Karte und wurde damit in diesem Punkt dem Spielgeschehen nicht immer gerecht, das zahlreiche Verletzungen verzeichnete. Beim WSV traf es insbesondere Noel Westenberger, der das Spiel nur noch humpelnd beenden konnte und danach sagte: „Es war ein brutales Kampfspiel mit einem positiven Ende“,
Jetzt ist der Blick beim WSV auf auf den kommende Donnerstag gerichtet, wenn das Team von Cheftrainer Ismail Jaroui im Niederrhein-Pokal in Ratingen auf die dortige Germania 04/09 trifft. Die Ratinger leisteten sich zeitgleich im Heimspiel gegen den aktuellen Tabellenvierten SV Sonsbeck nach 3:0 Führung eine 3:5-Heimniederlage und verloren ihren Stammtorwart Leon Klußman noch vor dem Halbzeitpfiff durch Platzverweis, nachdem der den Ball ausserhalb des Strafraumes mit der Hand gespielt hatte.
Jetzt beginnen die Wochen der Wahrheit
Nach den Statuten (§ 9 Abs. 3 WDF-RuVO) darf ein Spieler nach Platzvereis bei „gleichrangigen Wettbewerben“ für mindestens zwei Spielen nicht eingesetzt werden und würde demnach gegen den WSV im Pokalspiel fehlen. Gleichwohl ist für die Rotblauen in Ratingen Vorsicht geboten, denn mit Lukas Korytowski haben die Gastgeber einen gefährlichen Torjäger in ihren Reihen, der gegen Sonsbeck bis zum „Blackout“ der Ratinger alle drei Treffer markierte hatte.
Ein zufriedener WSV-Trainer Ismael Jaouri (r.) und ein enttäuschter ETB-Coach Martin Hasenpflug bei der PK nach dem Spiel – © Jochen ClassenAm 25. Oktober muss der WSV beim SV Sonsbeck antreten, danach folgen Spielen gegen Meerbusch (Heimspiel am 6. November), ehe es dann am 14.11. nach Uerdingen geht und am 27. 11. im Stadion am Zoo das schon mit Spannung erwartete Lokalderby gegen die 1. SpVg Solingen-Wald 03 steigt. Jetzt beginnen also, wenn am so will, die Wochen der Wahrheit!
Text: Siegfried Jähne
Wuppertaler SV – ETB SW Essen 1:0 (0:0)
Wuppertaler SV: Adamidis – Herzenbruch (76. Bielitza), Westenberger, Kacmaz, Ayinla (83. Igbinadolor) – Tirpan (68. Fröhlich), Biancardi (79. Fili), Widlarz – Saric, Goles (72. Amyn), Albayrak.
ETB SW Essen: Lenuweit – Haar, Lucas (82. Urban), Kern, Pinke – Poznanski, Glavas (83. Khattari) – Kaminski (79. Oteng-Appiah), Said, Gawryluk (78. Becker) – El-Hany (63. Ghaznawi)
Schiedsrichter: Marvin Konopatzki (Kleve)
Tor: 1:0 Widlarz (56.)
Zuschauer: 2.459
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