4. Oktober 2026Peter Pionke
4:0-Sieg – Das beste WSV-Spiel seit langer Zeit
Großer Jubel bei Mannschaft und Anhang des Wuppertaler SV nach dem klaren Erfolg gegen Baumberg – © Jochen ClassenWar das Team in den ersten fünf Saisonspielen noch punkt- und sieglos mit nur zwei erzielten Toren katastrophal gestartet, holte man nach dem Trainerwechsel zu Ismail Jaroui jetzt in drei Begegnungen zwei Siege sowie ein Remis, mithin sieben Zähler und erzielte in den drei Spielen nicht weniger als neun Tore. Der Regionalliga-Absteiger Wuppertaler SV ist also in der Oberliga angekommen und produziert hier jetzt endlich auch positive Schlagzeilen.
Trainerwechsel zeigt nachhaltig Wirkung
Dabei imponierte die kampfstarke Mannschaft streckenweise mit einem überragend Kombinationsspiel, guter Raumaufteilung und immer währenden Tordrang mit vielen spannenden Torraum-Szenen und trickreichen Finessen, die gegen den bisherigen ambitionierten Tabellenvierten leicht ein noch höheres Ergebnis hätten bringen können. Endlich ein so lange vermisster Sturm, der auch den Namen verdient. Daneben erlebte man eine gut gestaffelte Hintermannschaft mit absolut konsequenter Abwehr sowie ein kluges Mittelfeld, das in Semir Saric wieder einen überragenden Regisseur hatte.
Eren Albayrak, einer der besten im WSV-Trikot, verwandelt den Foulelfmeter sicher zum 3:0 – © Jochen ClassenStürmer mit Qualität – starker Eren Albayrak
Es ist eine alte Weisheit, die natürlich auch im Fußball Gültigkeit hat: Erfolg hat viele Väter! Aber mit dem Focus auf gute Offensivkräfte hatte man bei den Rotblauen offensichtlich diesmal eine gute Hand. So schlugen der polnische Jugendnationalspieler David Widlarz und auch Eren Albayrak ganz hervorragend ein. Sie führen die Torjägerliste mit drei bzw. vier Toren inzwischen an. Beide hatten auch in der Begegnung gegen SF Baumberg zusammen mit Semir Saric und Eve Tirpan diesbezüglich ihre ganz besonderen Erfolgserlebnisse.
Der diesmal in weiß spielende WSV ließ an seiner Platzherren-Rolle nie einen Zweifel aufkommen. Es begann quasi mit einem „Feuerwerk“ als Widlarz, Biancardi und Goles an Gästekeeper Osman Calik scheiterte. Ein Augenschmaus dann ein Fallrückzieher von Albayrak, der mit dem nächsten Angriff die Führung bestens vorbereitete, Widlarz ließ sich die Chance nicht entgegen und traf unter großem Jubel von den Rängen zum wichtigen 1:0 (26.). Kurz darauf setzte Saric auch noch einen Freistoß aus 30 spektakulär auf das Latten-Eck.
Nach dem Seitenwechsel blieb der WSV spielbestimmend, hatte den zweiten Treffer durch Biancardi und Westenberger vor Augen, ehe Saric einen Abpraller aufnahm und zum vielumjubelten 2:0 einschoss (58.). Wieder war es der starke Albayrak, der die Vorarbeit geleistet hatte.
Semir Saric, Torschütze zum 2:0, lieferte auch wieder eine gute Leistung ab. Links Baumbergs Kapitän Sercan Er – © Jochen ClassenDie Gäste machten jetzt mehr Druck, scheiterten aber mehrfach an dem starken WSV-Keeper Fotios Adamidis, der nach seiner Verletzung wieder ins Team gekommen war. Als Biancardi schon auf dem Weg zum 3:0 war, wurde er im Strafraum der Baumberger gelegt. Den fälligen Elfmeter verwandelte Eren Albayrak sicher zum 3:0. In den Schlussminuten kam einmal mehr Albayrak durch, eine Aktion die Tirpan zum 4:0 vollendete (86.) und den positiven Trend der Bergischen bestätigte.
„WSV- Team gehört nicht in den Tabellen-Keller“
„Es war mit Abstand unsere beste Saisonleistung“, freute sich Sportvorstand Lennart Strufe. Und WSV-Trainer Ismail Jaroui verriet mit seiner jugendlichen Frische einen Teil des Erfolgsgeheimnisses: „Wir hatten heute das Wort Intensität hochgesetzt!“ Sein Kollege Salah El Halimi, Baumbergs langjähriger Erfolgstrainer, gratulierte ihm: „Diese Mannschaft gehört nicht in den unteren Bereich der Tabelle“. Salah El Halimi sagte das, was viele dachten und nach diesem Erfolg sogleich auch höhere Ambitionen ins Visier nahmen.
Die vier Torschützen beim 4:0-Erfolg des WSV: (v.l.) Widlarz, Saric, Albayrak und Tirpan – © Jochen ClassenUnd der Gäste-Coach sagte noch etwas wichtiges: „Meine Jungens hatten wohl zu viel Ehrfurcht. Ich glaube, sie waren von der für Oberliga-Verhältnisse großen Kulisse im Wuppertaler Stadion stark beeindruckt und eher gehemmt.“ Das sein Team auch ersatzgeschwächt war, nutzte er an dieser Stelle nicht als Ausrede.
Mit dem Erfolg hofft man beim WSV naturgemäß darauf, an frühere Erfolge anknüpfen zu können. Aus der „alten Garde“ war auch der ehemalige Verwaltungsrat-Chef Dr. Jürgen Hoß unter den Besuchern. Sein Statement: „Wenn man wie ich von Kindesbeinen WSVer ist, freut man sich, wenn es wieder aufwärts geht. Es war ein sehr schöner Fußball-Abend!“
Am o7. Oktober steht das Pokalspiel gegen Ratingen auf dem Programm und am 11. Oktober gilt es in der Liga beim Tabellennachbarn SV Scherpenberg anzutreten. Das nächste Heimspiel ist dann am 16. Oktober gegen die momentan abstiegsgefährdeten Essener Schwarz-Weißen.
Text: Siegfried Jähne
Der glückliche und hochzufriedene Trainer Ismael Jaouri umarmt Semir Saric – © Jochen ClassenWuppertaler SV gegen SF Baumberg 4 :0 (1:0)
Tore: 1:0 Widlarz (27.), 2:0 Saric (58.), 3:0 Albayrak (Elfmeter, 70.), 4:0 Tirpan (87.)
Wuppertaler SV: 1 Fotios Adamidis (T) – 3 Felix Herzenbruch (K), 4 Noel Westenberger, 7 Semir Saric (ab 66. Tirpan), 8 Duje Goles, 10 Eren Albayrak, 19 David Widlarz (ab 82. Fili), 21 Dario Biancardi (ab 83. Bozouris), 26 Linus Fröhlich (ab 78. Amyn), 27 Ariyoh Ayinla (ab 76. Bielitza), 44 Serhat Kazmaz – Trainer: Ismael Jaroui
SF Baumberg: 12 Osman Calik (T) – 2 Sertan Yigenoglu (ab 90. Yasmashita), 3 Sercan Er (K), 7 Louis Klotz, 8 Robin Hömig (ab 39. Harouz), 10 Timo Hölscher (ab 46. Haderer), 16 Al-Hassan Turay, 17 Enis Vila, 18 Denis Sitter (ab 80. Neuhäuser), 21 Ernesto Jose Carratala Jimenez, 26 Milan Burovac – Trainer: Salah El Halimi
Zuschauer: 1.742 (inkl. kostenloser Karte für Ü19)
Stadion: Stadion am Zoo
Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Baumberg. Links Gästetrainer Salah El Halimi, rechts WSV-Coach Ismael Jaouri – © Jochen ClassenWeiter mit:
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