24. September 2026

Pokal: WSV darf auf attraktiven Gegner hoffen

Der Wuppertaler SV hat die zweite Runde des Niederrheinpokals mit einem 2:0 (2:0)-Sieg beim FSV Duisburg überstanden. Rund 500 Zuschauer sahen gegen den ambitionierten Bezirksligisten eine bestens vorbereitete, diszipliniert spielende WSV-Mannschaft. Jetzt darf man im Achtelfinale auf einen lukrativen Gegner hoffen, denn sowohl Drittligist RW Essen als auch Regionalligist RW Oberhausen befinden sich noch in der heutigen Lostrommel für Runde drei, die ab dem 7. Oktober gespielt wird.

WSV-Cheftrainer Ismael Jaouri (r.) und Sportvorstand Lennart Strufe konnten zufrieden sein. Die Wuppertaler sind im Niederrheinpokal eine Runde weiter – © Archivfoto Jochen Classen

Welch ein „Fegefeuer“ und Favoriten-Sterben dieser Wettbewerb sein kann, erlebte ja nicht nur der WSV schon. An die Partie in Büderich 2025 sei erinnert, als man spektakulär in letzter Minute mit 1:0 Toren ausschied. Der Niederrheinpokal wartet in dem jetzt laufenden Wettbewerb indessen noch auf seine große Sensation. Während die Blau-Roten in Runde eins gegen Schonnebeck nach 0:3-Rückstand im Elfmeterschiessen noch 7:6 obsiegten, schnupperte Oberligist SV Sonsbeck gegen Rot-Weiss Essen schon an der Überraschung, es ging in die Verlängerung. Erst dort machte RWE dann beim 7:2 kurzen Prozess.

„Blütenträume“ erfüllten sich nicht

Kein Wunder, dass beim siebtklassigen FSV Duisburg „Blütenträume“ reiften, als ihnen jetzt der Wuppertaler Traditions-Verein zugelost war. Da klang es fast schon etwas überheblich, als Duisburgs Sportchef Halil Ibrahim Cobanoglu“ ausführte: „Die Wuppertaler haben in der Oberliga nur ein Spiel gewonnen, die können wir auf jeden Fall schlagen.“ Dann träumte er bereits von einem möglichen Achtelfinal-Los: „Ein Spiel FSV gegen MSV Duisburg wäre natürlich toll.“

Da war es auch sicher kein Zufall, dass der schon mit vielen ehemaligen Oberligaspielern gespickte Kader der Gastgeber gegen den WSV mit Ahmet Efe Aris verstärkt wurde, für den an sich torgefährlichen Akteur hatte man kurzfristig noch die Spielberechtigung erwirkt. Es spricht auch für die WSV-Abwehr, dass dieser dann aber nicht nennenswert in Erscheinung treten konnte.

WSV-Trainer Ismail Jaroui hatte seine Startelf im Vergleich zum vorherigen Ligaspiel gleich auf acht Positionen verändert. Eine Taktik, die er als neuer Coach schon in seinen ersten beiden Spielen mit dem Oberliga-Team erfolgreich anwendete, machte er sein Team für den Gegner damit doch immer weniger berechenbar.

Der Duisburger Club mit türkischer Prägung begann entsprechend selbstbewußt, doch dem WSV gelang in der 15. Minute die psychologisch wichtige Führung. Der 1,97  m große Serhat Kacmaz war aus der Abwehr nach vorne geeilt und köpfte nach einer Ecke von Semir Saric ein. Linus Fröhlich setzte sich wenig später auf der linken Seite durch und legte für Fabrizio Giuseppe Fili auf, der aus rund acht Metern ins lange Eck traf (36.) Der ausgezeichnete FSV-Torhüter Burak Güner verhinderte den dritten Wuppertaler Treffer in Halbzeit eins, als er einen  Distanzschuss von Semir Saric noch entschärfen konnte.

Ismail Jaroui: „Es war kein Augenschmaus“

In der zweiten Spielhälfte ließ der WSV nur wenige Chancen zu, obwohl sich die Gastgeber sehr um den Anschlusstreffer bemühten, gegen die  Wuppertaler Defensive jedoch kein Mittel fanden. In der Schlussphase hatten Efe Tirpan und David Widlarz noch gute Gelegenheiten zur Ergebniskorrektur, scheiterten indessen einmal mehr am starken Duisburger Torwächter.

WSV-Torhüter Maurice Horn (M.) hielt auch im Pokalspiel beim FSV Duisburg seinen Kasten sauber – © Archivfoto Jochen Classen

WSV-Trainer Ismail Jaroui zog ein Fazit: „Es war kein fußballerischer Augenschmaus, den wir gezeigt haben. Aber es war ein Pokalspiel. Ich hatte den FSV Duisburg vorher angeschaut und meine Jungs gewarnt. Die spielen wirklich einen guten Ball. Für uns waren mehr Torchancen da, da wünscht man sich schon die letzte Konsequenz, dass man ein Stück weit konzentrierter ist .“

„Hier ist es auch eklig‘ zu spielen“

Ins gleicher Horn stieß auch Verteidiger Noel Westenberger: “Wir hätten natürlich mehr Tore machen können. Aber wir sind eine Runde weiter. Hier ist es auch ,eklig‘ zu spielen“. Und Torschütze  Serhat Kacmaz relativierte: „Nach den englischen Wochen werden auch die Beine schwer, deswegen war es heute gut. Nach den vier Spielen am Stück haben wir uns jetzt auch die kurze Spielpause etwas verdient.“

Nach dem Pokalspiel haben die Rot-Blauen jetzt eine kleine Pause, in der das Team auf die nächsten schweren Aufgaben vorbereitet werden soll. Weiter geht es erst am 2. Oktober ab 19:30 Uhr im Stadion am Zoo gegen den Tabellendritten Sportfreunde Baumberg. Am 6./7. Oktober wartet dann das Pokal-Achtelfinale, last but not least, am 11. Oktober trifft das Jaroui-Team dann auf den SV Scherpenberg und damit einem direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt.

Text: Siegfried Jähne

FSV Duisburg – Wuppertaler SV 0:2 (0:2)

Tore: 0:1 Serhat Kacmaz (15.), 0:2 Fabrizio Fili (36.)

FSV Duisburg: 1 Burak Güner (T) – 4 Emir Alic, 5 Mert Kefeli, 6 Ibrahim Kücükarslan, 7 Öktem Burak, 8 Emre Sahin (ab 74. Akay), 10 Bora Karadag (K), 11 Deniz-Steven Zarifoglu, 70 Ahmet Efe Aris, 90 Abdül Kilic, 94 Bahlil Bulut (ab 58. Demir) – Trainer: Yusuf Altinisik

Wuppertaler SV: 32 Maurice Horn (T) – 6 Genc Lajqi (ab 25. Westenberger), 7 Semir Saric (ab 46. Tirpan), 9 Birtghney Ignibadolor, 17 Arian Amyn, 19 David Widlarz, 20 Fabrizio Giuseppe Fili (ab 65. Goles), 26 Linus Lillebror Fröhlich, 27 Ariyoh Yussuf Ayinla (ab 76. Biancardi), 39 Kilian Cedric Bielitza, 44 Serhat Kacmaz – Trainer: Ismael Jaouri

Schiedsrichter: Maik Heinen ( Uedemer SV)

Zuschauer: 500

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