14. September 2026

Wissenschaft & Wirtschaft: Wie wird Industrie krisenfest?

Diese Frage beweget Wissenschaft und Wirtschaft gleichermassen! Wie kann die industrielle Transformation angesichts verschärften internationalen Wettbewerbs, geopolitischer Unsicherheiten und verbindlicher Klimaziele erfolgreich umgesetzt werden? Auf einer zweitägigen Konferenz in Gelsenkirchen diskutierten rund 200 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, welche konkreten Maßnahmen dafür notwendig seien.

Prof. Dr. Clemens Rohde, Leiter der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut – © NRW.Energy4Climate / Philip Lehmann

Unter dem Titel „Wissenschaft trifft Wirtschaft V: Industrietransformation gestalten – Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Klimaneutralität sichern“ brachte die vom Wuppertal Institut mit seinem Projekt „SCI4climate.NRW“ organisierte Veranstaltung aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der industriellen Praxis zusammen. 

Im Mittelpunkt standen die politischen Weichenstellungen auf europäischer Ebene, die aktuellen Herausforderungen für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit Nordrhein-Westfalens und Deutschlands – und die Frage, wie die Transformation unter zunehmend schwierigen Rahmenbedingungen mit dem notwendigen Tempo vorangetrieben werden kann.

Der Wissenschaftspark Gelsenkirchen stand ganz im Zeichen der industriellen Transformation: Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft setzten sich mit aktuellen Herausforderungen und konkreten Wegen auseinander, um die industrielle Transformation erfolgreich umzusetzen.

Silke Krebs, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes NRW – © NRW.Energy4Climate / Philip Lehmann

In fachspezifischen Foren und Panels diskutierten die Experten diese und weitere Fragestellungen. Unter den Teilnehmenden waren Vertreter von Bundes- und Landesministerien, Unternehmen der energieintensiven Industrie, wie BASF und Speira, aber auch von Organisationen wie der Deutschen Energie-Agentur (dena), PWC, dem Jacques Delors Centre, den Gewerkschaften IG Metall und IGBCE oder des Kompetenzzentrums Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI).

Inhaltlich reichte das Konferenzprogramm von technischen und infrastrukturellen Herausforderungen über gesellschaftliche Fragestellungen bis hin zu Fragen der politischen Umsetzung. Zwei hochkarätig besetzte Paneldiskussionen beleuchteten zentrale Herausforderungen der industriellen Transformation aus unterschiedlichen Perspektiven: Im ersten Panel diskutierten die Teilnehmenden, wie sich Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Klimaneutralität zusammenbringen lassen und welche industriepolitische Flankierung dafür nötig wären.

Das zweite Panel nahm die Finanzierung der Transformation in den Blick – mit Fokus auf die Frage, wie sich die notwendigen Investitionen mobilisieren lassen. Zehn themenspezifische Fachforen boten Raum für vertiefte Diskussionen zu zentralen Fragen der Industrietransformation: Von technischen Lösungen über branchenspezifische Analysen bis hin zu (geo-)politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen wurde alles thematisiert.

Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführung „NRW.Energy4Climate“ – © NRW.Energy4Climate / Philip Lehmann

Silke Krebs, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte: „Unsere Industrie steht vor einer grundlegenden Veränderung: Wir müssen unabhängiger werden und zugleich den Zugang zu bezahlbaren, verlässlichen und möglichst europäischen Energie- und Rohstoffquellen sichern. Dafür müssen wir schneller ins Machen kommen. Formate wie ‚Wissenschaft trifft Wirtschaft‘ bringen die richtigen Menschen an einen Tisch: Sie verbinden neue Erkenntnisse mit unternehmerischer Praxis und politischen Entscheidungen. Genau dieser Austausch ist entscheidend, wenn wir industrielle Stärke in Nordrhein-Westfalen erhalten und gleichzeitig neue Technologien, Märkte und Wertschöpfung hier im Land entwickeln wollen.“

„Die industrielle Transformation muss erheblich an Schwung gewinnen, damit das Zukunftsprojekt gelingt – und zwar jetzt: Angesichts des wachsenden internationalen Wettbewerbs und geopolitischer Unsicherheiten müssen wir Klimaneutralität und industrielle Wettbewerbsfähigkeit zusammenbringen. Dafür braucht es verlässliche politische, bezahlbare Energie, leistungsfähige Infrastrukturen und vor allem eines: Tempo! Unternehmen müssen investieren wollen – aber auch können. Die Politik muss dafür die richtigen Weichen stellen und Planungssicherheit schaffen. Wenn uns das gelingt, wird die Transformation zum Treiber von Innovation, Wertschöpfung und zukunftsfähigen Arbeitsplätzen,“ ergänzt Prof. Dr.-Ing. Clemens Rohde, Leiter der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut.

Rund 200 hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Bundesministerien, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kamen auf der Konferenz „Wissenschaft trifft Wirtschaft V“ in Gelsenkirchen zusammen – ©  NRW.Energy4Climate  / Philip Lehmann

„Nachhaltige Technologien und Geschäftsmodelle bieten die heute entscheidenden Lösungen. Ob Erneuerbare Energien und Wärme, Wasserstoff oder Circular Economy: Sie alle sind nicht nur Schlüsselelemente für die Begrenzung des Klimawandels, dessen Folgen schon jetzt Jahr für Jahr spürbarer werden, sondern machen uns auch unabhängiger von fossilen Lieferketten und damit verbundenen Unsicherheiten und Preisschocks. Die Frage ist also nicht ob, sondern wie schnell wir es schaffen, zu transformieren. Nordrhein-Westfalen zeigt als starkes Industrie- und Forschungsland, wo Wissenschaft und Wirtschaft Hand in Hand arbeiten, heute einmal mehr, dass und wie die Chancen der Transformation genutzt werden,“ erläutert Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführerin von „NRW.Energy4Climate“.

Mit der Konferenz möchten „SCI4climate.NRW“ und die bei der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz, „NRW.Energy4Climate“, angesiedelte Landesinitiative „IN4climate.NRW“ die Industrietransformation in NRW vorantreiben. Dafür bringen sie Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen, um Herausforderungen zu diskutieren und konkrete Lösungen zu schaffen.

In „SCI4climate.NRW“ forschen das Wuppertal Institut, Fraunhofer UMSICHT, das Institut der deutschen Wirtschaft, das VDEh-Betriebsforschungsinstitut und die VDZ Technology gGmbH an Lösungen für die Industrietransformation. Die zweitägige Konferenz ist die Fortführung der erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Wissenschaft trifft Wirtschaft“.

Link zur Webseite des Wuppertal Instituts: 

http://www.wupperinst.org

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