2. Juli 2026

Lena Lindemann rettet Handball-Damen den Sieg

Lena Lindemann glänzt bei U20-Frauenhandball-Weltmeisterschaft in Jinzhong City (China)! Die für den BHC in der 2. Bundesliga spielende Torhüterin wurde beim 23:22 (10:13)-Erfolg gegen Norwegen zur besten Spielerin des Spiels gewählt und war Garant für den Einzug ins Halbfinale.

Lena Lindemann, Torhüterin des Frauenhandball-Zweitligisten Bergischer HC und der deuten U20-Nationalmannschaft, lieferte beim 23:22-WM-Erfolg über Norwegen eine Spitzenleistung ab – © Steffi Osenberg

Eine Halbzeit lang hatte Deutschland große Mühe den Ball an Norwegens Torhüterin Leah Langaard vorbeizubringen. Doch die eigene Defensive mit der überragenden Torhüterin Lena Lindemann war der entscheidende Faktor für den am Ende hauchdünnen Sieg. Im Halbfinale wartet nun am Freitag (03.07.) Frankreich.

Vor über 3.000 Zuschauern, darunter auch die trommelnden Eltern der Wuppertalerin, prägten die beiden Torhüterinnen die Anfangsminuten, erst nach über vier Minuten mussten Lena Lindemann auf deutscher Seite und Norwegens Leah Langaard hinter sich greifen. Deutschland setzte gegen den groß gewachsenen Rückraum der Skandinavierinnen vor allem auf eine vorgezogene Deckung mit Lisa Lammich auf der Spitze.

Die jüngste Spielerin im DHB-Team konnte mit dem 4:5 (10.) auch schon offensiv den zweiten Treffer setzen. Mit der Chancenverwertung hatte Deutschland allerdings seine Probleme. Leah Langaard hatte in der Anfangsviertelstunde schon sieben Paraden zu Buche stehen.

Norwegen hatte vor allem über die rechte Seite mit Julie Ellingsen den Weg zu Toren gefunden. Deutschlands Trainer Christopher Nordmeyer nahm angesichts den üblichen Blockwechsel diesmal bei einem 5:9-Rückstand (16.) vor. Vor allem mit Ruslana Litvinov auf der halblinken Abwehrposition bekam Julie Ellingsen nun mächtig Druck. Doch Deutschland scheiterte immer wieder an Leah Langaard, der 10:13-Rückstand hing auch mit 14 Paraden von Norwegens Schlussfrau zusammen.

DHB-Deckung entnervt Norwegen

Die Comeback-Qualitäten, die Deutschlands U20-Nationalmannschaft schon beim 29:28-Krimi-Erfolg gegen Spanien gezeigt hatte, waren auch diesmal wieder gefragt. Doch Norwegen konnte die deutsche Deckung immer wieder knacken und den Vorsprung erneut auf fünf Tore ausbauen: 11:16 lösen.

Mit einem 4:0-Lauf zum 16:17 (41.), den vor allem durch engagierte Abwehrarbeit möglich wurde, war Deutschland wieder im Spiel und zwang Norwegens Coach Axel Stefansson zu einer Auszeit. Das Momentum war jetzt auf deutscher Seite, Farrelle Njinkeu egalisierte zum ersten Mal seit dem 2:2 (6.) und Chiara Rohr konnte 16 Minuten vor dem Ende mit einem Konter das 18:17 erzielen. Die deutschen Handballerinnen lagen jetzt zum ersten Mal in Führung. 

Lena Lindemann mit einer süßen Belohnung – © Steffi Osenberg

Erst nach über elf torlosen Minuten konnte Rechtsaußen Synne With mit dem 19:18 (47.) wieder für ihre Farben treffen. Deutschland hätte auch weiter wegziehen können, weil Lindemann gut parierte, doch auch Norwegen Tordrau Langaard konnte wieder ihre Akzente setzen. Christopher Nordmeyer nahm beim 22:20 (54.) seine zweite Auszeit, doch erst im insgesamt fünften Anlauf sollte die Drei-Tore-Führung gelingen.

Zitterpartie bis zum Schluss

Es blieb bis zur letzten Sekunde ein echter Handball-Krimi. Denn Ada Aalstad sollte mit einem Doppelschlag zum 23:22 (58.) wieder für Spannung sorgen. Den dritten Wurf von Norwegens Top-Torjägerin schnappte sich zum Glück für Deutschland aber Lena Lindemann. Deutschland verpasste die vorzeitige Entscheidung, Njinkeus Notwurf aus spitzem Winkel ins kurze Eck war einfache Beute für Leah Langaard.

Norwegen nahm 40 Sekunden vor dem Ende seine Auszeit. Doch Chiara Rohr konnte in der nächsten Szene das Anspiel auf den rechten Flügel abfangen. Auch Deutschland nahm 10 Sekunden vor dem Ende noch einmal aus taktischen Gründen eine Auszeit. Norwegen nahm die offene Abwehr und erzwang einen Fehler im deutschen Team.

Farrelle Njinkeu verhinderte den schnellen Konter, fing sich drei Sekunden vor dem Ende aber noch eine letzte Zeitstrafe ein. Norwegen versuchte verzweifelt, mit einem langen Pass noch einmal in einen Abschluss zu kommen, doch Marlene Tucholke fing diesen Wurf ab. Das bedeutete den wichtigen Sieg für Deutschland. Riesenjubel nach der Schluss-Sirene!

Text: MANFRED OSENBERG

Deutschland – Norwegen 23:22 (10:13)

Deutschland: Lindemann (16 Paraden) – Steinecke – Walther – Egeling (1, Tor) –  Njinkeu (3) – Mittag – Rohr (6/1) – Litvinov (2) – Lammich (2) – Bornhardt (2) – Kern (2) – Niemann – Klocke – Tucholke (4) – K. Ott (1) – Goldammer

Norwegen: Langaard (18 Paraden)  – Hellebust – Gulliksen – Aalstad (4/2) – Hagenes (3) – Breen – Refsland – Barbosa – With (4) – Leinan (3) – Litland (2) – Gulbrandsen – Ellingsen (4) – Halldorsson (2) – Löfsted – Langseth

Zuschauer: 3.100 (Jinzhong City – Gymnasium)

Schiedsrichter: Heidy Elsaied / Yasmina Elsaied (EGY)

Strafminuten: 4 / 2

Player of the match: Lena Lindemann (GER)

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert