25. Mai 2026

Die bergischen Löwen waren zu zahm für Kiel

Die bergischen Löwen waren zu zahm für den THW Kiel und haben gegen den haushohen Favoriten die Chance verpasst, den Klassenerhalt in der DAIKIN HBL vorzeitig klar zu machen. Das Spiel endete vor 7.528 Zuschauern im Düsseldorfer PSD BANK DOME 23:32 (7:15). Der Bergische HC war auch nie richtig nah dran.

Ein nachhaltiges BHC-Trainergespann Arnor Thor Gunnarsson (l.) und Markus Pütz. Ihre Taktik gegen den haushohen Favoriten ging nicht auf – © Archivfoto Jochen Classen

Gegen den Deutschen Rekordmeister lagen die Gastgeber schnell mit 1:6 hinten. Sören Steinhaus markierte das erste BHC-Tor nach einer schnellen Mitte zum 1:1, danach herrschte erst einmal Flaute. Die Bergischen begingen viele Fehler, scheiterten auch an Andreas Wolff im Kieler Gehäuse und lagen mit 1:6 hinten. 

Danach kamen sie etwas besser ins Spiel, agierten ordentlich in der Abwehr und verkürzten auf 7:11. Die letzten fünf Minuten vor der Pause jedoch hätten kaum schlechter laufen können aus BHC-Sicht. Zwei weitere technische Fehler erhöhten die Gesamtzahl auf acht, dazu freuten sich die Kieler über hastige Abschlüsse, die zur leichten Beute wurden. Statt zumindest noch auf 8:14 zur verkürzen, bekamen die Gäste unverhofft noch einen letzten Angriff und stellten durch Eric Johansson auf 15:7.

Das Match war damit eigentlich schon entschieden. Zwar versuchten es die Bergischen auf den siebten Feldspieler und kamen durch Tore von Aron Seesing, Noah Beyer und wieder Seesing auf 10:15 heran, aber es hätte eine herausragende Vorstellung gebraucht, um dieses Duell noch einmal umzubiegen. Der BHC hatte lediglich ein paar ordentliche Phasen. 

Gäste blieben immer souverän

Auch Julian Fuchs, Fynn Hangstein und Kim Voss-Fels erzielten noch einmal drei Treffer in Serie. Die Kieler allerdings blieben souverän, trafen im Stile eines Spitzenteams immer dann, wenn sie es brauchten. Und sie versenkten auch zwei Mal ins leere Tor, so dass der BHC fortan auf den siebten Feldspieler verzichtete. 

Eine knappe Viertelstunde vor Schluss standen die Gäste bereits als Sieger fest (16:24). Bitter aus BHC-Sicht: In der 54. Minute foulte Johannes Wasielewski Lukas Laube abseits des Balles. Die Schiedsrichter sichteten die Szene im Videobeweis und verhängten neben einer Roten Karte sogar die Blaue. Das bedeutet, dass der Rückraum-Linkshänder gesperrt wird.

Johannes Wasielewski leistete sich ein Foul abseits des Balles. Dafür zeigten ihm die Schiedsrichter die „Blaue Karte“. Das bedeutet, dass er seiner Mannschaft vermutlich in den nächsten Spielen fehlen wird – ©  Archivfoto Jochen Classen

Stimmen zum Spiel

Filip Jicha: „Wir haben eine sehr konzentrierte Leistung gezeigt. Wir hatten uns viel vorgenommen, konnten vieles davon direkt umsetzen. Es freut uns, dass wir im Positionsangriff sehr gute Werte erzielt haben. Die Deckung war beweglich und teilweise aggressiv mit einem ordentlichen Andi Wolff dahinter. So haben wir uns einen Vorsprung in der ersten Halbzeit erspielt. Der BHC hat dann mit dem siebten Feldspieler agiert und auch direkt gute Angriffe. Aber wir sind nicht aus dem Gleichgewicht gekommen. Wir haben unsere konzentrierte Leistung durchgezogen. Wir hatten gute Angriffe mit guten Abschlussquoten. Es freut mich für meine Jungs, dass sie so eine Leistung beim BHC zeigen konnten.“

Markus Pütz: „Es war schwer enttäuschend. Wir kommen schon sehr schlecht rein, liegen 1:6 zurück und verhageln uns vieles durch technische Fehler – alleine acht sind es in der ersten Halbzeit. Kiel macht es sehr gut, führt zu Recht auch in der Höhe. Wobei wir uns natürlich auch über die Phase drei, vier Minuten vor der Pause ärgern, in der wir von 7:11 auf 7:15 zurückfallen. Da agieren wir nicht clever, nehmen zu schnell Abschlüsse. Wir sind in der ersten Halbzeit überhaupt nicht im Angriff da. Sieben Tore sind viel zu wenig. Dann kommen wir auf fünf Tore ran durch das Sieben gegen Sechs, aber auch da fehlt uns einfach Tiefe. Wir sind nicht bereit. Was uns dann umso mehr raushaut, ist die berechtigte Rote Karte gegen Johannes Wasielewski. Er fehlt wahrscheinlich die nächsten Spiele komplett. Das ist nicht clever, das ist nicht gut für uns, und das ist vor allem auch unnötig. Jetzt müssen wir schauen, dass wir uns sammeln. Der Sieg geht auch in der Höhe absolut in Ordnung für Kiel.“

Kreisläufer Aron Seesing, der den BHC am Ende der Saison verlassen wird, war mit fünf Toren bester Werfer des Bergischen HC – © Archivfoto Jochen Classen

Fabian Gutbrod: „Wir haben genauso gut oder schlecht gespielt, wie es das Ergebnis aussagt. Ich finde, dass wir neben dem Rückstand auch nicht das mitgebracht haben, was es gebraucht hätte, um den THW in Bedrängnis zu bringen. Die Körpersprache war nicht gut, die Entscheidungen waren nicht gut, wir machen zu viele technische Fehler. Wir hatten auch nie wirklich Zugriff in der Abwehr und hatten auch zu wenig Unterstützung von den Spielern, die von der Bank kommen. Deswegen verlieren wir, und wir verlieren auch berechtigt mit neun Toren Unterschied.“

Bergischer HC – THW Kiel 23:32 (7:15)

Bergischer HC: Rudeck, Diedrich – Beyer (4/2), Becher (1), Steinhaus (3), Hangstein (2/1), Morante Maldonado, Babak, Babarskas, Seesing (5), Kooij (4), Thiele, Wasielewski (1), Voss-Fels (1), Fuchs (2), Püttmann. Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz

THW Kiel: Wolff (1), Perez de Vargas – Duvnjak, Reinkind (4), Landin Jacobsen (2), Overby, Laube (3), Johansson (7), Ankermann (2), Dahmke, Zerbe (5/2), Abdelhak (1), Bilyk (4), Pekeler, Imre, Nacinovic (3). Trainer Filip Jicha

Schiedsrichter: Markus Kauth und André Kolb

Siebenmeter: 3/5 – 2/2

Blaue Karte: Wasielewski (54.)

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