21. April 2026

Comedian Alfons begeisterte mit tiefsinnigem Humor

Er gilt als der Vorzeige-Franzose schlechthin. Die Rede ist von Emmanuel Peterfalvi. Unter diesem bürgerlichen Namen kennen ihn nur wenige, als Kunstfigur „Alfons“ dagegen Millionen. Die orangefarbene Trainingsjacke aus DDR-Zeiten, das Mikrofon mit dem überdimensionalen Windschutz und sein ausgeprägter französischer Akzent sind seine unverwechselbaren Erkennungszeichen.

Emmanuel Peterfalvi alias Alfons mit seinen Markenzeichen: Die orangefarbene Trainingsjacke aus DDR-Zeiten und das Mikrofon mit den überdimensionalen Windschutz – © Guido Werner

Mit seinem Programm „Le Best of“ hat „Alfons“ jetzt sein Publikum im fast ausverkauften Kulturzentrum Immanuelskirche zwei Stunden lang total begeistert.  

Der gebürtige Pariser bereits seit 1991 in Hamburg. Er besitzt mittlerweile auch die deutsche Staatsbürgerschaft und ist sogar stolzer Träger des Bundesverdienstkreuzes. Seinen französischen Akzent kultiviert er eigentlich nur noch als Stilmittel auf der Bühne. Beim herzlichen Treffen in seiner Garderobe nach mehreren Zugaben und dem minutenlangen Schlussapplaus war davon so gut wie nichts mehr zu hören. Der Comedian freute sich, so dermassen gut beim Wuppertaler Publikum angekommen zu sein: „Und das auch noch in einer Kirche.“

„Alfons“ schaut den deutschen Landsleuten in seiner Wahlheimat von jeher humorvoll „aufs Maul“ und thematisiert auf charmante, lustige und pointierte Weise die kulturellen Unterschiede zwischen Franzosen und Deutschen. Kostproben für seinen feinsinnigen Humor gefällig?

Thema Bundeswehr. „Ihr beklagt immer in aller Öffentlichkeit, dass die Jagdbomber nicht fliegen, die Panzer nicht fahren, Schiffe untergehen und die Tausende Soldaten fehlen. Ist das gegenüber dem Feind wirklich klug oder wäre es nicht besser, diese Mängel geheim zu halten?“

Thema Verkehrsschilder: „Bei uns in Frankreich sind Verkehrsschilder eigentlich nur Dekoration, hier hält sich jeder haargenau an die Vorgaben.“

Im Rahmen seines Projekte „Alfons spielt für Schulen“ diskutierte Emmanuel Peterfalvi mit Bonner Schülerinnen und Schüler über Menschlichkeit und Demokratie – © privat

Thema rote Ampel: „In Frankreich ist ein rote Ampel höchstens ein Vorschlag. Hier gibt es sogar Fußgängerampeln, an denen man geduldig stehenbleibt, selbst bei Starkregen und wenn auf 800 Meter kein Auto in Sicht ist. Warum wurde hier eigentlich 1961 die Mauer erbaut, rote Ampeln hätte doch ausgereicht.“

Thema Reißverschlussverfahren: „Undenkbar in Frankreich. Da würde niemand einen anderen  Autofahrer von der Seite in den Verkehr einfädeln lassen. Das gäbe eine großes Hubkonzert, Chaos pur und vielleicht sogar eine Prügelei.“

Zum Thema Bürokratie: „Wie würde der erste Mensch erkennen, dass er wirklich der erste Mensch ist – er hätte die Sozialversicherungs-Nummer 1“. 

Und auch einige seiner legendären Interviews, die Alfons als Einspieler auf der Leinwand präsentierte, sorgten für wahre Lachstürme. Da ging es beispielsweise um das Thema Sexualität und Liebesleben. So fragte Alfons einen Ehemann: „Was war denn das Schärfste, was Ihre Frau für Sie gemacht hat?“ – Kurze, prägnante Antwort: „Cili con Carne!“

Aber der 59 Jahre alte Comedian brachte sein Publikum beileibe nicht nur mit seinen oft sehr tiefsinnigen Geschichten und Anekdoten zum Lachen, er hatte auch einige ernste Anliegen im Gepäck – wie sein pädagogischen Projekt „Alfons spielt in Schulen“, bei dem er Schülerinnen und Schülern Demokratieverständnis vermitteln will. Er machte auch Werbung für seine „Grand Mare Stift“, die nach seiner geliebten Großmutter benannt ist. Ziel dieser Stiftung ist es, jedes Jahr 5.000 Demokratie-Stipendien an Schülerinnen und Schüler in Deutschland zu begeben. 

Der erfolgreiche Kabarettist Emmanuel Peterfalvi, den viele nur unter seinem Künstlernamen Alfons kennen – © Guido Werner

Emmanuel Peterfalvi alias „Alfons“, ein Künstler, der nicht nur die Lachmuskeln seines Publikums strapazieren will, sondern den Menschen auch die Message mit auf den Weg gibt, wie wichtig Freiheit und Demokratie gerade jetzt in einer Welt sind, die von Krisen geschüttelt wird. Ein kurzweiliger, ein denkwürdiger Auftritt. 

Text: Peter Pionke

 

Lesen SIE auch: „Kabarettist Alfons: Ein Künstler, der Farbe bekennt“: 

https://www.die-stadtzeitung.de/index.php/2026/04/05/kabarettist-alfons-ein-kuenstler-der-farbe-bekennt/

Link zur Webseite der „Grand Mére Stiftung“

http://gm-stiftung.org

HIER können SIE spenden:

Grand Mère Stiftung gGmbH

HASPA Hamburger Sparkasse

IBAN: DE50 2005 0550 1506 5626 83

BIC: HASPDEHHXXX

 

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert