20. April 2026Peter Pionke
BHC im Final 4-Finale: Berliner Füchse waren zu schlau
Die sechs Tore, die Noah Beyer (Nr. 2) im Final 4-Finale gegen die Füchse Berlin erzielte, reichten nicht aus. Das Endspiel ging klar verloren – © Archivfoto Jochen ClassenWar es der Mannschaft weniger als 24 Stunden zuvor gegen Magdeburg noch gelungen, in der Deckung zuzupacken und den Gegner zur Verzweiflung zu bringen, ließen sich die Berliner kaum aufhalten. Immer wieder erarbeiteten sie sich gute Chancen, die sie auch hochprozentig verwerteten. Mathias Gidsel und Lasse Andersson bekam der BHC überhaupt nicht in den Griff.
Im eigenen Angriff hielten die Löwen zwar so gut wie möglich dagegen, doch so hochprozentig wie ihr Gegner trafen sie über die gesamte Distanz nicht. Einige Bälle landeten in den Fängen von Dejan Milosavljev, andere gingen im Angriff verloren, so dass die Füchse sofort zum Gegenstoß ansetzten und eigentlich immer entschlossen bestraften.
Der BHC kämpfte, stemmte sich mit seinen fantastischen Fans im Rücken mit aller Macht dagegen und hielt durch Tore von Julian Fuchs, Fynn Hangstein, Sören Steinhaus und Noah Beyer bis zum 16:17 vier Minuten vor der Halbzeit noch gut mit. Die Phase bis zur Pause misslang allerdings dann komplett. Aron Seesing traf zwar noch, doch die Berliner stellten auf 22:17 und sorgten so schon für eine Vorentscheidung.
Den bergischen Löwen war Müdigkeit anzumerken
Um das Match noch drehen, hätte sich der BHC vor allem defensiv gewaltig steigern müssen. Lukas Diedrich lieferte zwar ein paar Paraden, aber letztlich überrollten die Hauptstädter den Außenseiter auch in der zweiten Hälfte. Je länger das Finale dauerte, desto mehr war den Bergischen ihre Müdigkeit anzumerken, desto deutlicher wurde die Berliner Dominanz.
Die Füchse feierten einen verdienten Pokalsieg, der BHC konnte einige Minuten nach dem Schlusspfiff bereits seine Enttäuschung über die Finalniederlage überwinden und über Silber jubeln. Es war eine denkwürdige Pokalreise mit zwei epischen Spielen, die unvergessen bleiben: Das 40:38 gegen die TSV Hannover-Burgdorf im Achtelfinale nach zwei Verlängerungen sowie die Sensation gegen Magdeburg vor 20.000 Fans in der LANXESS arena. Der BHC hat bewiesen, dass er auf der größten Handballbühne mitspielen kann.
Die Taktik des BHC-Trainergespanns Arnor Thor Gunnarsson (l.) und Markus Pütz ging diesmal nicht auf. Die Berliner waren zu stark – © Archivfoto Jochen ClassenStimmen zum Spiel
Nicolej Krickau: „Der BHC hat an diesem Wochenende beeindruckt. Riesenrespekt von unserer Seite. Vielen Dank an die Handball-Bundesliga für die tolle Veranstaltung und einen Dank an alle Fans, die hier waren. Ein besonderes Dankeschön geht an unsere Fans, die toll gekämpft haben das ganze Wochenende. Das hilft uns sehr. Wir haben in der Woche bei uns die Gewinner-Kultur innerhalb der Mannschaft gespürt. Ich bin mit vielen Dingen zufrieden, aber wir haben über da Wochenende von allen etwas bekommen. Nicht nur Spielanteile, sondern auch Rollen außerhalb des Spielfeldes. Ich bin stolz, ein Teil der Füchse Berlin zu sein. Das war ein fantastisches Wochenende.“
Markus Pütz: „Uns bedeutet die Silbermedaille sehr viel. Die Füchse Berlin haben den Pokal verdient gewonnen. Sie haben in den letzten Wochen und Monaten außergewöhnlich gut gespielt. Es schmerzt uns natürlich im ersten Moment, weil wir nah dran waren, einen Titel gewinnen zu können. Aber das wird schnell umschlagen. Wir freuen uns über eine fantastische Reise einer ganz jungen Mannschaft, die viele Erfahrungswerte mitnimmt. Das bedeutet uns etwas. Wir nehmen jetzt Rückenwind mit. Wir haben noch Bundesliga-Punkte zu holen, weil wir gerne in der 1. Liga weiterspielen wollen. Silber beim Final4 nehmen wir als Schub für die nächsten Aufgaben mit.“
Fabian Gutbrod: „Es war ein absolut verdienter Berliner Sieg. Wir hatten die Möglichkeit, uns hier auf der großen Bühne zu zeigen. Wir haben uns am Samstag sehr, sehr gut präsentiert und viele Sympathiepunkte gewinnen können. Heute sind wir an der Qualität der Füchse gescheitert. Das ist auch okay, das können wir einordnen. Darüber hinaus freuen wir uns, dass wir dieses Highlight hatten und hoffen, dass wir Kraft für die wichtigen bevorstehenden Aufgaben in der Bundesliga ziehen können.“
Füchse Berlin – Bergischer HC 42:33 (22:17)
Füchse Berlin: Milosavljev, Ludwig – Darj (2), Prantner (1), Andersson (10), Arino (3), Gröndahl (4/4), Lichtlein (3), Gidsel (9), Freihöfer (1), Cehte, Pichiri, Langhoff, Herburger, West av Teigum (6), Marsenic (3). Trainer: Nicolej Krickau
Bergischer HC: Rudeck, Diedrich – Beyer (6/4), Becher (1), Massoud, Steinhaus (5), Hangstein (6), Morante Maldonado (2), Babak, Babarskas, Seesing (4), Kooij, Thiele, Wasielewski (3), Voss-Fels (1), Fuchs (5). Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz
Schiedsrichter: Ramesh Thiyagarajah und Suresh Thiyagarajah
Siebenmeter: 4/4 – 4/5
Zeitstrafen: 4 – 4 (Marsenic (2), Darj, Andersson – Babarskas, Morante Maldonado, Wasielewski, Beyer)
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