7. April 2026

Osenberg & Bräuer: Zwei Legenden am „Griffel“

Die Wuppertaler Friedemann Bräuer und Manfred Osenberg, u.a.  44 Jahre lang erster Vorsitzender des Vereins Bergische Sportpresse, feiern in diesem Frühjahr äusserst seltene Jubiläen. Sie sind seit 65 bzw. 60 Jahren als Sportjournalisten tätig. 

Manfred Osenberg (2.v.l.) mit WSV-Legende Günter „Meister“ Pröpper (2.v.r.), dem Unternehmer und Sport-Mäzen Bernd Bigge (r.) und dem Fussball-Funktionär Klaus Jend – © privat

“Wenn ich 1961 geboren wäre und unmittelbar nach meiner Geburt als Säugling mit dem Schreiben angefangen hätte, dann wäre ich jetzt schon im Rentenalter und könnte “den  Griffel” beiseite legen”, sagt scherzhaft Friedemann Bräuer, der allerdings nicht 1961 sondern 1944 geboren und im vergangenen Dezember 81 Jahre alt geworden ist.

Dass seine Schreibtätigkeit jetzt schon 65 Jahre dauert, stimmt allerdings, denn im November 1961 sprach Bräuer als schüchterner 16jähriger zum ersten Mal bei der damals noch in Wuppertal existierenden Westdeutschen Rundschau vor, und der damalige Sportchef Hans H. Doerr entsandte den hoffnungsvollen Nachwuchsschreiber zum Mallack, wo er über das Spiel Schwarz-Weiß Wuppertal gegen Teutonia Essen-Überruhr (Ergebnis 7:2 für die Mallack-Elf) berichten sollte.

Offenbar war der Premierenbericht nicht ganz so schlecht, denn es schlossen sich viele weitere, regelmäßig an. Das war vor 65 Jahren, als die Manuskripte noch mit der Schreibmaschine geschrieben und zu den Redaktionen gebracht werden mussten.

Vokabeln wie Computer, e-mail oder Laptop waren damals gänzlich unbekannt, und das noch viele Jahre lang.

Friedemann Bräuer (M.) bei einer Ehrung. Links Tennis-Funktionär Wolfgang Luchtenberg – © privat

„Skandal um Osi“

Auch als im Verlag Osenberg nacheinander das Sportmagazin, die Bergische Handballzeitung, der Fußball-Report und die Tennis- und Golf-Fachzeitschrift “Matchball” das Licht der Welt erblickten, war Friedemann Bräuer jeweils ein Mann der ersten Stunde.

So wie auch 2009, als auf Wangerooge das Nordsee-Magazin “Moin” erstmals erschien, waren es der vor knapp sechs Jahren verstorbene Fotograf Kurt Keil, Friedemann Bräuer und selbstverständlich Verleger Osenberg, die das inzwischen etablierte Magazin aus der Taufe hoben. 

Drei Wangerooge-Bücher, zwei über den Wuppertaler SV und die Autobiografien “Skandal um Osi” erschienen ebenfalls in den letzten Jahrzehnten im Osenberg-Verlag.

Manfred Osenberg selbst, der rund 60 Jahre für diverse Vereine als Vorstand, Manager, Trainer und Funktionär tätig war und seinen ersten Wohnsitz vom Ehrenberg in Wuppertal auf die kleine Nordsee-Insel Wangerooge verlegt hat, „beherrscht“ mit seinem Team immer noch die Sportszene im Bergischen Land, teilt allen Leserinnen und Lesern die neuesten Nachrichten über Osenberg-Sportpresse täglich mit. Der Fußball-Report kommt pünktlich zur WM 2026 als Printmedium heraus.

Im WM-Jahr 1966 begann Manfred Osenberg mit der „Schreiberei“. Vom Bezirksliga-Ortkampf Germania gegen Cronenberg berichtete er im General-Anzeiger und im Sport-Telegramm. Schon drei Wochen später wurde „Osi“ vom damaligen Sportchef der WZ, Albert Schöndorf, zum Bundesligaspiel nach Dortmund geschickt. 

1983 gründete er u.a. den Fußball-Report, Deutschlands älteste Monats-Fußballzeitschrift. Mit dabei der inzwischen leider verstorbene Kult-Fotograf Kurt Keil und der immer noch für die WZ tätige Autor.   (MO)

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