26. März 2026

Wuppertal Institut kritisiert „Klimaschutzprogramm“

Das Wuppertal Institut kritisiert das vom Bundeskabinett verabschiedete „Klimaschutzprogramm 2026“. Es geht davon aus, dass damit das im Bundes-Klimaschutzgesetz festgeschriebene Ziel der Reduzierung der Treibhausgasemissionen um 65 Prozent bis 2030 nicht erreicht wird. 

Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Präsident und wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie – © Wuppertal Institut

Das Wissenschaftler-Team um Prof.-Ing. Manfred Fischedick, Dr. Sascha Samadi, Prof. Dr.-Ing. Clemens Rohde und Dr. Stefan Thomas diagnostiziert in einem gemeinsamen Statement, dass die sogenannte „Klimaschutzlücke“ – die nach derzeitigem Stand zu erwartende Zielverfehlung im Jahr 2030 – deutlich größer ausfällt, als im „Klimaschutzprogramm“ der Bundesregierung um Carsten Schneider (SPD), Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz und Naturschutz, prognostiziert wird.  

Dies liegt – so Prof. Dr. Fischedick & Co. – insbesondere an aktuellen energiepolitischen Plänen der Bundesregierung – allen voran dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) und der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) –, deren Klimawirkungen im „Klimaschutzprogramm“ unberücksichtigt bleiben würden.

Die Einschätzung des Wuppertaler Wissenschaftler-Teams: „Eine Umsetzung dieser aktuellen Pläne würde nicht nur zu höheren Treibhausgasemissionen im Jahr 2030 und darüber hinaus führen, sondern sie würde auch einer angesichts der gegenwärtigen geopolitischen Entwicklungen dringend gebotenen Minderung der Importabhängigkeit von Mineralöl und Erdgas entgegenwirken.“ 

Der Sitz des Wuppertal Instituts in unmittelbarer Nähe des Döppersbergs – © Wuppertal Institut

Fischedick, Samadi, Rohde und Thomas kommen in ihrem Statement zur folgenden Schlussfolgerung: „Gerade jetzt braucht es aus ökologischen, ökonomischen und sozialen Gründen sowie zur Verringerung von Sicherheitsrisiken eine konsequente Abkehr von der Nutzung fossiler Energieträger. Eine solche Politik würde nicht zuletzt erhebliche Innovationsimpulse auslösen und Deutschland „fit“ machen für die globalen Zukunftsmärkte, statt Investoren und Innovatoren durch Fehlanreize in Richtung fossiler Energieträger massiv zu verunsichern.“

Und weiter: „Deutschland steht am Scheideweg: Stellen wir uns mit unserer Innovationskraft dem Wettrennen um die Technologiemärkte von morgen, indem wir trotz zunehmend starker Konkurrenz nach wie vor gut abschneiden können? Oder setzen wir weiter auf Mineralöl und Erdgas, deren Einsatz wir mit viel Geld unterstützen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben? Das wäre ein Rennen, das wir nicht gewinnen können und bei dem uns nach einigen Jahren die Luft ausgehen würde.“

Link zur Webseite des Wuppertal Instituts:

http://www.wupperinst.org

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