18. März 2026

Von der Heydt-Museum feiert Carl Grossberg

Da Von der Heydt-Museum feiert in einer großen Ausstellung ab dem 22. März die Wiederentdeckung eines der wichtigsten Maler der 1920er Jahre in Deutschland: Carl Grossberg (1894–1940). Sein Werk spiegelt wie kaum ein anderes den Fortschrittsgeist der Epoche wider, aber auch die Unsicherheiten und Ängste, die mit Industrialisierung und Technisierung, mit dem Leben in modernen Zeiten verbunden sind. 

Museumsdirektor Dr. Roland Mönig bei Presserundgang vor einem beeindruckenden Werk von Künstler Carl Grossberg – © Ralf Silberkuhl

Carl Grossbergs Bilder sind heute – in einem Moment, in dem wieder neue Technologien uns herausfordern – aktueller denn je. Das macht Museum-Direktor Dr. Roland Böning bei einem Presserundgang durch dir Ausstellung mehr als deutlich.

Die Ausstellung des Von der Heydt-Museums feiert die Wiederentdeckung eines der herausragenden Maler der Neuen Sachlichkeit: Carl Grossberg (1894–1940). Sein umfangreiches Werk, das in einem Zeitraum von nur knapp 20 Jahren entstanden ist, widmet sich fast ausschließlich den Themen Architektur und Industrie. Mit seiner formalen Klarheit und Strenge ist es Ausdruck eines neuen, fotografischen Sehens und spiegelt den technischen Fortschritt im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Dabei regen die reduzierten Kompositionen dazu an, den industriellen Fortschritt und seine Wirkungen auf den Menschen kritisch zu hinterfragen.

Die Ausstellung, die erste Retrospektive seit über 30 Jahren, betrachtet Carl Grossbergs Schaffen umfassend neu und präsentiert eine Reihe von bisher unbekannten Arbeiten. Dabei zeigt sich, wie aktuell Grossbergs Werke sind, in künstlerischer wie in gesellschaftlicher Hinsicht. Insbesondere die vieldeutig lesbaren „Traumbilder“, einzigartig in der Kunst der 1920er und 1930er Jahre, weisen ihn als hoch sensiblen Intellektuellen aus. Grossbergs Kunst beschwört die Magie der Dinge, macht die Komplexität der modernen Welt und ihre inneren Widersprüche sichtbar. Parallelen zu heute ergeben sich aus dem aktuell stattfindenden Strukturwandel mit noch unabsehbaren gesellschaftlichen Folgen, für den überzeugende visuelle Formen gerade ausgehandelt werden.

Dr. Anna Storm, stellv. Museumsdirektorin, erläuterte die Werke des Malers Carl Grossberg – © Ralf Silberkuhl

Carl Grossbergs Motivwahl und die Nüchternheit seiner Malerei sind untrennbar verbunden mit der gleichzeitig entstandenen Fotografie. Und sie haben ihrerseits wegweisende Fotografen nachfolgender Generationen inspiriert. Beispielhaft ausgewählte Positionen von August Sander über Bernd und Hilla Becher bis hin zu Thomas Ruff machen das deutlich. Allerdings treffen Grossbergs Bilder heute auf einen fundamental anderen Umgang mit medialen Bildern, die in schneller Folge erzeugt, unablässig in digitale Netzwerke eingespeist und vielfachen Manipulationen unterworfen werden, bis sie nachgerade zu „Traumbildern“ werden können.

Das Von der Heydt-Museum realisiert die Ausstellung „Carl Grossberg. Sachlich – magisch – visionär“ in Kooperation mit dem Museum im Kulturspeicher Würzburg (MiK). Beide Museen sind eng mit der Biografie des Künstlers verbunden: Er wurde in Elberfeld geboren, das heute zu Wuppertal gehört, und lebte ab 1921 in Sommerhausen, südlich von Würzburg. Dementsprechend ist er in den Sammlungen beider Häuser gut vertreten.

Die Kinoreihe des Kunst- und Museumsvereins im Wuppertaler Rex-Kino am Kipdorf, „Museum in Motion“, zeigt filmische Meisterwerke, die genau in jenen Jahren erdacht und produziert wurden, in denen Grossberg seine faszinierenden Bilder schuf.

Museumsdirektor Dr. Roland König präsentiert den Katalog zur Ausstellung v on Carl Großbritannien org. Im Hintergrund seine Stellvertreterin Dr. Anna Storm – © Ralf Silberkuhl

Nächster Film nach „Metropolis“ von Regisseur Fritz Lang ist dessen zweites Werk „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ (1931), einer der frühesten deutschen Tonfilme und ein fesselnder Krimi. Zugleich vermittelt er das Lebensgefühl in Berlin während der Weltwirtschaftskrise. Gezeigt wird er am Donnertag (09.04.) um 18:00 Uhr im Rex.

Der dritte Film aus der Epoche ist „Modern Times“ (1933 – 1936), das Meisterwerk von Carly Chaplin. Er handelt mit viel schwarzem Humor vom Kampf des Menschen mit Mechanisierung, Technisierung und Rationalisierung. Das Bild des Arbeiters, der buchstäblich zwischen und unter die Räder einer riesigen Maschine gerät, gehört zu den berühmtesten der Filmgeschichte.

Dieser Klassiker Flimmer am Donnertag (21.05.) um 18:00 Uhr über die Leinwand des REX-Filmtheaters. An beiden Filmabenden gibt es eine kleine Einführung durch Museumsdirektor Dr. Roland Mönig.

Link zur Webseite des Von der Heydt-Museums: 

http://www.von-der-heydt-museum.de

 

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