18. März 2026Peter Pionke
Rennen um den Nicht-Abstiegsplatz bleibt offen
Kadi Atmaca hatte in Rödinghausen die beste Torchance für den abstiegsbedrohten WSV auf dem Fuß – © Archivfoto Jochen ClassenAngesichts der prekären Ausgangslage darf man das Ergebnis für den WSV nach drei Niederlagen in Folge durchaus als Erfolg bewerten. Rödinghausen hatte nämlich zuletzt in Bonn 1:0 gewonnen und damit eine 107-tägige Durststrecke beendet. Die lange als Absteiger gehandelten Ostwestfalen waren damit in der Tabelle erstmals am WSV vorbei gezogen, was in dem Luftkurort mit seinen 10.000 Einwohnern Jubel und Erleichterung auslöste.
Die Angst zu verlieren, spielte mit
Es war von beiden Seiten ein ganz schwaches Spiel, die Angst zu verlieren, in jeder Phase erkennbar. Das Hauptaugenmerk lag auf der Sicherung der Abwehr, weniger im Spielaufbau, schon gar nicht in der Offensive. Bei nur 700 Zuschauer im „Häcker Wiehenstadion“, davon diesmal nur etwa 100 aus Wuppertal, fehlte da auch so etwas wie die richtige Atmosphäre. Ein Zwischenruf von der Tribüne beschrieb haargenau die Stimmung: „Spielt einfach mal Fußball!“ Beifall gab es schon, wenn der Ball nur energisch genug ins Aus getreten wurde. Die ungünstigen Platzverhältnisse taten ein übriges.
Beide Vereine hatten nur je eine echte Torchance. Nach einem Fehlpass von Subaru Nishimura landete das Leder letztlich bei Rödinghausens Torjäger Eduard Probst, der aber aus elf Metern verzog (10.). Dabei ist Probst mit 14 Treffern in dieser Saison zusammen mit dem Düsseldorfer Deniz Bindemann der bislang erfolgreichste Stürmer der Regionalliga West. Ihn ganz ausgeschaltet zu haben, verdient bereits Anerkennung.
Dildar Atmaca mit der einzigen Chance
Die zweite Torchance des Spieles hatte der WSV. Dildar „Kadi“ Atmaca spielte zwei Gegenspieler aus und knallte dann das Leder aus 20 Metern an die Unterkante des Alu-Rahmens (67.). WSV-Coach Mike Wunderlich fasste in seiner Spielanalyse zusammen: „In der zweiten Halbzeit haben wir zwar keinen brutal guten Fußball gespielt, aber hatten unsere Situationen, auch mit dem Ding von Kadi, das abgefälscht war. In der Phase, in der man steckt, wünscht man sich natürlich, dass der dann auch mal reinrutscht.“
Josue Santo kam auch in Rödinghausen nicht so richtig zum Zuge – das lag aber auch an der mangelnden Unterstützung – © Archivfoto Jochen ClassenAuch Rödinghausens Coach Lars Fleischer (31), langjähriger Co-Trainer bei Rot-Weiss Essen in der 3. Liga, war erst ihm Dezember mit der Rückrunde verpflichtet worden. A-Lizenz Inhaber Fleischer: „Die Geschichte des Spiels ist schnell erzählt. Wir hatten uns nach dem Wochenende vorgenommen, dass wir diese sehr energetische Leistung noch einmal auf den Platz bekommen. Das haben wir nicht geschafft“. Und weiter: “Wir waren etwas müde, haben nicht frisch gewirkt. Lange Rede, kurzer Sinn: Es war ein verdientes 0:0“.
Offene Fragen: WSV-Spieler suspendiert?
Der WSV-Trainer ließ hinten mit einer Viererkette spielen und hatte das Primär-Ziel, keine Gegentore zu kassieren. Trotzdem wollte er wollte „voll auf Sieg“ spielen. In der Spitze agierte Josue Santo, dem oft die Unterstützung fehlte und der auch deshalb wenig Wirkung erzielen konnte. Kadi Atmaca und Semir Saric waren in der Startelf, dafür musste Levin Müller zunächst auf der Auswechselbank Platz nehmen. Vincent Schaub fehlte gelbgesperrt. Einmal mehr fanden die Spieler Amin Bouzraa (bisher 5 Tore) und Aldin Dervisevic aus nicht genannten Gründen keine Berücksichtigung. Dazu nur dies: Die Spieler sind für die drei Spiele gegen Siegen, Rödinghausen und Lotte zunächst freigestellt. Unbestätigten Informationen zufolge sollen beim WSV inzwischen nach Chesron Oostwoud und Ronay Arabaci weitere Spieler aus dem ehemals 30köpfigen Kader suspendiert worden sein.
Schiri Schröder gab den Hinweis
Der erst 21jährige Schiedsrichter Henry Schröder (VfL Hiddesen) leitete die Partie in Rödinghausen mit viel Fingerspitzengefühl. Vor zwei Jahren war er als „Nachwuchs-Schiedsrichter des Jahres“ ausgezeichnet worden. Mit 19 wurde der Unparteiische bereits in der Regionalliga West und in der Junioren-Bundesliga eingesetzt. In der Pause soll er dem Wuppertaler Trainer einen Hinweis gegeben haben, das der bereits gelb-verwarnte Dominic Duncan Gefahr liefe, einen Platzverweis zu bekommen. Für den wieder etwas unglücklich agierenden WSV-Kapitän kam dann auch in der zweiten Hälfte Salmin Rebronja ins Spiel. Die Kapitänswürde wurde dann bis zu dessen Auswechselung (63.) Semir Saric übertragen.
Dem Trainerteam um Co-Trainer Kevin Rodrigues Pires (l.), Cheftrainer Mike Wunderlich (M.) und Co-Trainer Adli Lachheb bleibt nur viel Arbeit und die Hoffnung, den Abstieg doch noch verhindern zu können – © Archivfoto Jochen ClassenFür den WSV geht es schon am kommenden Samstag (21.03.) um 14:00 Uhr mit dem Heimspiel gegen Sportfreunde Lotte weiter. „Das müssen wir ziehen. Die Jungs haben heute alles auf dem Platz gelassen. Das ist das, was wir wollen. Wir müssen alles rausknallen und hoffen, dass es am Ende reichen wird“, so der Wuppertaler Coach Mike Wunderlich.
Text: Siegfried Jähne
SV Rödinghauen – Wuppertaler SV 0:0
Aufstellung SV Rödinghausen: Gorka – Miftaraj, Hippe, Chato, Schwermann (81. Yildirim), Bauer, Firmino Dantas, Rohlfing, Tia, Reutter (81. Gresler), Probst
Aufstellung Wuppertaler SV: Luyambula – Nishimura, Miyamoto, Duncan (46. Rebronja), Saric (63. Müller), Aydogan, Santo (75. Heim), Hirschberger, Atmaca (90.+2 Fehr), Stojanovic, Durgun
Schiedsrichter: Henry Schröder (VfL Hiddesen)
Gelbe Karten: Hippe (8.) – Duncan (13.), Hirschberger (32.), Saric (57.), Heim (79.), Nishimura (88.)
Zuschauer: 700
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