13. März 2026Peter Pionke
Skulpturenpark präsentiert Werke von Rebecca Horn
Tony Cragg, weltbekannter Bildhauer und Hausherr des Skulpturenparks „Waldfrieden“, führte beim Presserundgang höchstpersönlich durch die Ausstellung von Rebecca Horn – © Ralf SilberkuhlDie retrospektiv angelegte Schau vereint großformatige Installationen und kinetische Kunstwerke aus vier Jahrzehnten und zeigt in allen Ausstellungshallen sowie in der Villa Waldfrieden das vielseitige, medienübergreifende Schaffen einer der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.
Entstanden ist die Ausstellung in enger Zusammenarbeit mit der von Rebecca Horn 2007 in Bad König gegründeten „Moontower Foundation“, die seit dem Tod der Künstlerin ihren künstlerischen Nachlass verwaltet und betreut. Ihr Stiftungsziel ist, Künstlerinnen und Künstler zu fördern und das Werk Rebecca Horns lebendig zu halten sowie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Rebecca Horn wurde 1944 in Michelstadt im Odenwald geboren. Die Arbeit an ihren ersten Körperskulpturen, die sie während ihres Studiums an der Hochschule für bildende Künste Hamburg in den 1960er-Jahren als Kunststoffabformungen umsetzte, führten aufgrund der im Verarbeitungsprozess entstandenen giftigen Dämpfe zu einem langen Krankenhausaufenthalt der Künstlerin.
„The Glance of Infinity“, eines der ausgestellten Kunstwerke der im Jahr 2024 verstorbenen Künstlerin Rebecca Horn – © Ralf SilberkuhlAus dieser Erfahrung der Isolation sind Rebecca Horns „Körperextensionen“ entstanden: Objekte, die den menschlichen Körper erweitern und die Horn in Performances präsentierte. Die Thematik von Fragilität, Verletzlichkeit und die räumliche Begrenzung menschlicher Existenz ist zum zentralen Gegenstand in Rebecca Horns Werk geworden.
Fragen nach physischen und metaphysischen Bedingungen des Menschseins, nach Sehnsucht und Begierde übersetzte sie in kinetische Objekte, Malerei, Grafik, Dichtung, Film, Performance, in Bühnenbilder oder ortsbezogene Installationen. Die Arbeiten ihres sechs Jahrzehnte umfassendes Œuvres sind durch Materialen, Maschinen, Funktionen oder die Wiederverwendung einzelner Objekte miteinander verbunden und werden auf einer symbolischen Ebene vom Austarieren von Materie und Poesie geeint.
Journalisten und Kunst-Expertinnen und -Experten lauschten der Einführung-Ansprache von Künstler und Hausherr Tony Cragg (r.) – © Ralf SilberkuhlDie Ausstellung im Skulpturenpark Waldfrieden zeigt dreizehn Arbeiten von Rebecca Horn, die zwischen den 1980er- und 2010er-Jahren entstanden sind, darunter großformatige kinetische Skulpturen, die durch ihre Mechanik Klänge erzeugen.
Rebecca Horns Arbeiten sind weltweit ausgestellt worden. 1972 präsentierte sie bei der Documenta 5 erstmals ihre „Körperextensionen“. Bereits 1993 erhielt sie – als erste weibliche Künstlerin – im New Yorker Guggenheim Museum eine Retrospektive. Rebecca Horn wurden im Verlauf ihres Schaffens zahlreiche internationale Auszeichnungen und Preise verliehen, darunter zuletzt: Praemium Imperiale for Sculpture (Tokio, 2010), Grande Médaille des Arts Plastiques (Paris, 2011), Orden pour le mérite für Wissenschaften und Künste (Berlin, 2016) und Wilhelm-Lehmbruck-Preis (Duisburg, 2017).
Tony Cragg unter Rebecca Horns Werk „Concept for Anarchy“ (2006) – © Ralf SilberkuhlTermine
„Rebecca Horn. Emotion in Motion“
Eröffnung: Samstag 14.03.2026 – 11:00 Uhr
Skulpturenpark Waldfrieden –
Ausstellungsdauer: 30. August 2026
https://skulpturenpark-waldfrieden.de/ausstellungen/wechselausstellungen/details/rebecca-horn-2026
Die begnadete Künstlerin Rebecca Horn (1944–2024) – © Gunter Lepkowski
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