7. März 2026Peter Pionke
Wuppertaler Journalist erlebte Olympische Spiele hautnah
Der Wuppertaler Journalist Fabian Breuer als Reporter bei den 25. Olympischen Winterspielen in Italien – © privatBreuers journalistische Arbeit wurde von Experten als Mischung aus Professionalität und echter Begeisterung bewertet, die besonders bei der jungen Zielgruppe gut ankam, weil sie sich oft deutlich vom Kommentarstil traditioneller Medien abgehoben habe. „Authentisch und nahbar“, so externe Beobachter, weil er oft persönliche Beobachtungen einfliessen ließ, die ihn fast wie einen „Edelfan“ mit Fachwissen hätte wirken lassen.
Alle Artikel sind veröffentlicht unter olympics.com. Fabian Breuer gehört seit 2023 auch zum Netzwerk unseres Magazins. Wir haben seine persönlichen Eindrücke von den Olympic Winter Games „Milano Cortina 2026“ in den Dolomiten eingefangen, die er insgesamt als „überwältigend“ bezeichnete.
Story schaffte es bis in die Washington Post
Sein Markenzeichen war die Kombination aus Schnelligkeit und „Storytelling“, was das begeisternde und inspirierte Erzählen von Geschichten mit Hilfe von Emotionen meint. Besonders seine Artikel über Olympiasieger Philipp Raimund wurden in Fachkreisen für ihre Mischung aus journalistischer Präzision und moderner Begeisterungsfähigkeit gelobt. Den deutschen Skispringer vom SC Oberstdorf hatte er mit gutem Gespür schon in dessen Olympia-Vorbereitung unter die Lupe genommen und herausgefunden, dass der Überraschungs-Sieger eine bemerkenswerte Vorgeschichte hatte.
Von den den Wettkämpfen auf der Olympia-Schanze in Cortina berichtete Fabian Breuer – © privatSeine Story schaffte es danach bis in die amerikanischen Medien: Phillip Raimund litt unter Angstzuständen auf der Schanze, die im Vorjahr schon zu einer krankheitsbedingten Pause geführt hatten. Raimund war seine „Höhenangst“ therapeutisch angegangen und sprach sie auch offen an. Die „Washington Post“ und andere US-Medien wie die Agentur AP, berichteten dann Anfang Februar 2026 ebenfalls ausführlich über den deutschen Skispringer.
Eröffnungsfeier: Fahnenträger mit Symbolkraft
Vor ihren vierten Olympischen Winterspielen war die deutsche Skisport-Legende Katharina Schmid gemeinsam mit Eishockey-Spieler Leon Draisaitl zu Fahnenträgern der deutschen Delegation bei der Eröffnungszeremonie gewählt geworden. Bewegende Momente für eine der erfolgreichsten Athletinnen der Gegenwart, die inzwischen ihre atemberaubende Karriere beendete. Fabian Breuer reflektierte die Momente mit hoher Symbolkraft.
Die wunderbarste olympische Geschichte
Die wunderbarste olympische Geschichte war die des ecuadorianischen Skilangläufers Klaus Jungbluth Rodriguez – eine außergewöhnliche, menschliche Erfahrung bei den Spielen. In seinem Exklusiv-Interview stellte sich heraus, das Jungbluth deutsche Vorfahren (Urgroßvater) hatte, er in sieben Ländern zu Hause war und perfekt Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch, Norwegisch und Tschechisch spricht.
Fabian Breuer beim Interview mit dem norwegischen Olympia-Helden Johannes Klæbo – © screenshot / privatBei den Spielen in Pyeongchang 2018 (Südkorea) war der Mann aus Equador Pionier für sein Land gestartet. Acht Jahre später, 2026 jetzt in Milano Cortina, trat er – immerhin schon 46 Jahre alt – zum zweiten Male unter den fünf Ringen. Gerade die Olympischen Winterspiele sind die Hauptantriebskraft für einen Skilanglauf-Athleten, dessen Hauptziel für das 10-km -Intervall-Startrennen darin besteht, das Rennen zu beenden, „ohne zu stürzen“, ergänzte Jungbluth lachend und unterstrich damit eindrucksvoll den olympischen Gedanken: „Dabei sein ist alles“.
Traf erfolgreichsten Olympioniken aller Zeiten
Wie alle akkreditierten Journalisten, so hatte Fabian Breuer naturgemäß Zugang zur „Mixed Zone“, wie man den Bereich nennt, in dem unmittelbar nach einem Sportereignis Medienvertreter und Sportler zusammenkommen. Dieser Bereich ist bei Journalisten beliebt, weil hier am ehesten noch authentische, emotionale und spontane Äußerungen der Sportprofis zu erwarten sind. Hier traf Fabian Breuer auch den mit elf olympischen Goldmedaillen (sechs davon 2026) erfolgreichsten Winterolympioniken aller Zeiten, den Norweger Johannes Klæbo (29). Der war auch noch eine Stunde nach dem Ende seiner Rennen für ihn da und beantwortete seine Fragen. Eine Geduld, wie sie Breuer in seiner bisherigen Laufbahn bei Sportlern so nur selten antraf.
Fabian Breuer beim Interview mit dem deutschen Olympiasieger Philipp Raimund – © Screenshot / privatGroße Emotionen vor malerische Kulisse
Große Emotionen beschrieb er zum Bronze-Coup von Gimmler/Rydzek. Der Teamsprint ist nach dem Einzelsprint eigentlich das kürzeste aller Skilanglauf-Formate bei Olympischen Winterspielen. Dennoch: In diesem nur rund 15minütigen Event steckte bei Olympia 2026 am Ende – zu mindestens aus deutscher Sicht – womöglich am meisten drin. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille sorgte das Duo für große Emotionen, die sich kurz nach Rydzeks großartigem Zielsprint zu Bronze nicht nur bei den beiden Athletinnen offenbarten. Eine emotionale Story, die erst Recht in Verbindung mit der Inspiration durch ihren Bruder, Johannes Rydzek, Tiefe bekommen sollte. Dieser, zuvor noch ihr Trostspender, wurde noch zu ihrem großen Bewunderer. “Unfassbar, wie die beiden dem Druck standgehalten haben“, schwärmte nicht nur das „Bruder-Herz“.
Da die Spiele 2026 stark dezentralisiert waren (Mailand, Cortina, Antholz, Val di Fiemme), machte Fabian Breuer die italienische Lebensart, die Stimmung und Atmosphäre (Vibe) zu einem Teil seiner Story. Er fing die Begeisterung der Tifosi (der italienischen Fans) an den Strecken ein, etwa beim Biathlon in Antholz oder an der Skisprung-Schanze. Sein Stil war dabei oft geprägt von einem Augenzwinkern, wenn er den harten Leistungssport mit der malerischen Kulisse der Dolomiten und dem Flair der italienischen Gastgeber verknüpfte.
Sind nach Olympia wiedervereint: Sportjournalist Fabian Breuer und sein Hund Anton – © privat„Top 3“ im Medaillenspiegel verfehlt
Mit acht Goldmedaillen für das deutsche Team verliefen die Spiele mit Platz fünf im Medaillenspiegel eher durchwachsen, da das Ziel „Top 3″ verfehlt wurde. Hier sieht Fabian Breuer mit vierten und fünften Plätzen viel „Edelmetall-Pech“. Am Ende habe man bei der hohen Erwartungshaltung die enormen Verbesserungen, insbesondere bei der norwegischen, französischen und österreichischen Konkurrenz, wohl nicht unbedingt auf dem Plan gehabt.
Die Olympischen Spiele sind für ihn indes jenseits aller oft geäußerten, teilweise vielleicht auch nicht gänzlich unberechtigten Kritik, mehr als nur ein großes Sportspektakel. Fabian Breuer: „Die Olympischen Spiele sind ein sportliches Großereignis, mit einer völkerverbindende Idee, geprägt von Pierre de Coubertins Vision, Menschen durch sportlichen Wettkampf, Freundschaft und Respekt zu verbinden“. Diese Idee gelte es zu bewahren, aber auch weiterzuentwickeln.
Text: Siegfried Jähne
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