5. März 2026

Im Abstiegskampf des WSV droht Dramatik

Es könnte noch sehr dramatisch werden für den Wuppertaler SV. Die lange abgeschlagenen „Konkurrenz“ holte aktuell im Regionalliga-Abstiegskampf wichtige Punkte und ließ den WSV wieder auf einen möglichen Abstiegsplatz  (15.) abrutschen. Am Samstag haben die Rotblauen Heimrecht gegen die stark eingeschätzte U23 des SC Paderborn (Anstoß 14 Uhr) und man hofft im WSV-Lager auf ein ähnliches Aufbäumen wie zuletzt gegen U23 des 1.FC Köln.

Angespannte Gesichter bei der WSV-Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den FC Paderborn U23: (v.l.) Sportdirektor Gaetano Manno, Pressesprecher Max Schleicher und Cheftrainer Mike Wunderlich – © Siegfried Jähne

Der Regionalliga-Aufsteiger VfL Bochum U23 gewann am Mittwoch sein Nachholspiel in Velbert mit 3:2 Toren und der SC Wiedenbrück holte zeitgleich gegen die U23 des 1. FC Köln beim 2:2 ebenfalls einen wichtigen Zähler. Bochum überholte damit die Wuppertaler tabellarisch erstmals in dieser Spielzeit. Gespannt darf man sein, wie der WSV das 0:4-Debakel vom letzten Spieltag in Wiedenbrück wegsteckt. WSV-Trainer Mike Wunderlich erklärte auf unsere Frage, mit welcher Philosophie er in die Aufarbeitung der Pleite  gegangen ist: „Mit  Offenheit und mit Ehrlichkeit, ich bin niemand der Dinge verdrängt. Wir sind eine Einheit und stehen zusammen. Aber wir im Trainer-Team fragen uns schon, welchen Schalter wir jetzt drücken sollten“.,

WSV-Coach: Am „Team-Spirit“ fehlt es nicht

Der wichtige „Team-Spirit“, also das Gefühl der Zugehörigkeit und partnerschaftliches Verhalten innerhalb der Mannschaft sei nach seiner Wahrnehmung durchaus gegeben. Er sehe daher das psychologische Problem, mit frühen Rückständen einfach nicht umgehen zu können. Tatsächlich hatte man nach dem frühen und unglücklichem 0:1-Rückstand in Wiedenbrück das Gefühl, dass die Mannschaft völlig aus dem geplanten Konzept geraten zu sein. Auch die relativ schnellen Gegentore zwei und drei taten ein übriges.

Der Geist von „Köln und Dortmund“ würde helfen

Der WSV-Coach setzt am kommenden Samstag auf den Geist, der zuletzt in den Heimspielen gegen Köln und auch gegen Dortmund das Spiel der Wuppertaler prägte. Immerhin holte der WSV in diesen beiden Spielen vier Punkte, weil er überzeugend auftrat. Allerdings fehlen dem Traditionsverein am Samstag gleich sechs wichtige Akteure, so wird  insbesondere die Abwehr enorm geschwächt sein. Miyamoto und Müller sind wegen ihrer fünften gelben Karte gesperrt, Stojanovic fällt wegen einer Adduktoren-Zerrung aus und Hartmann fehlt wegen einer Fingerfraktur. Und last but not least verhindert ein Muskelfaser-Anriss den Einsatz von Offensivspieler Heim.

Finanz-Vorstand Dr. Jochen Leonhardt dementierte Gerüchte um angebliche Zahlungsschwierigkeiten des WSV entschieden – © Siegfried Jähne

Die Entwicklungen rund um den WSV lassen inzwischen auch überregional aufhorchen. Gestreute Gerüchte um Zahlungsschwierigkeiten des Wuppertaler SV wurden von Finanz-Vorstand Dr. Jochen Leonhardt entschieden zurückgewiesen. Er stellt klar: „Trotz Reduzierung des Budgets zahlen wir seit fünf Jahren die Löhne pünktlich. Da gab es noch nie Verspätungen. Unser Budget steht bis zum 30. Juni 2026 und auch für die Zeit danach gibt es bislang von unseren Sponsoren keine negativen Aussagen“.

Auch ein mögliches anderes Motiv für den zum Teil eklatanten Leistungsabfall innerhalb des Teams, nämlich die vielen ungeklärten Arbeitsverhältnisse über den 30. Juni 2026 hinaus, ist für Sportdirektor Gaetano Manno weder erkennbar, noch als Grund für Leistungsschwankungen nachvollziehbar. Gaetano Manno: “Gerade ein Spieler mit Wechselabsichten wäre ja ganz schlecht beraten, nicht die volle Leistung auf den Platz zu bringen.“ Lukrative Vereinswechsel von Spielern, die nicht mit starken Leistungen überzeugen und auf sich aufmerksam machen, seien eher selten. Eigentlich ein überzeugendes Argument!

WDR hat Kamera-Team angekündigt

Für Samstag hat sich im übrigen ein Kamera-Team des WDR  mit dem preisgekrönten TV-Journalisten Frank Konopatzki angesagt. Er will nach der Olympia-Bewerbung der Bergischen Metropole der Frage nachgehen: Wie „olympiatauglich“ ist Wuppertal? Für Sportinteressierte sicher ein Grund mehr, am Samstag ins Stadion zu gehen und dort für gute Stimmung zu sorgen.

Text: Siegfried Jähne

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