23. Februar 2026

Löwen halten lange gegen die Füchse mit

Bis auf zwei Tore kam der Bergische HC in der zweiten Halbzeit gegen die Füchse Berlin heran. Doch ein paar Fehler und nicht verwandelte Chancen kosteten im Duell gegen den Deutschen Meister die kleine Chance. Am Ende fiel die Niederlage mit 28:35 (13:17) ein wenig zu deutlich aus.

Becher (l.) erzielte gegen den haushohen Favoriten vier Treffer für den Bergischen HC – © Sportfotodienst / Jochen Classen

Zu Beginn hatte es noch danach ausgesehen, als ob die Berliner einfaches Spiel mit den Gastgebern haben würden. Mit 9:4 hatten sie vorgelegt, bevor der BHC besser ins Spiel kam. Die Löwen leisteten sich viel weniger technische Fehler als zuletzt gegen Melsungen und Eisenach. Zudem hatten sie immer wieder Phasen, in denen die Deckung in Kombination mit Torhüter Christopher Rudeck gut funktionierte.

Lukas Becher stellte auf 7:10, Sören Steinhaus auf 8:11. Letztgenannter traf insgesamt zuverlässig, während viele andere Spieler regelmäßig an Lasse Ludwig im Berliner Tor scheiterten. Vor der Pause hatte Welthandballer Mathias Gidsel die Riesenchance zum 18:12, doch der Ball prallte an die Latte. Rudeck nutzte die Gunst der Stunde, bediente mit einem Wurf über das komplette Feld Aron Seesing, der auf 13:17 verkürzte. Das Tor fiel so knapp vor dem Pausenpfiff, dass die Unparteiischen den Videobeweis bemühen mussten, um sicherzustellen, dass der Ball rechtzeitig über die Linie gegangen war.

Diesen kleinen psychologischen Vorteil transportierten die Hausherren zunächst nicht in die zweite Halbzeit. Die Hauptstädter zogen auf 25:17 davon und sahen abermals wie der klare Sieger aus. Doch noch waren die Löwen nicht geschlagen. Tomas Babak, Lukas Becher, Sören Steinhaus, per Siebenmeter Noah Beyer sowie zwei Mal Kim Voss-Fels, der jeweils mit Wucht aus dem Rückraum abzog, sorgten für sechs BHC-Tore in Serie.

Kreisläufer Aron Seesing (Nr. 49) hatte einen schweren Stand im Spiel gegen die Füchse Berlin Foto © Sportfotodienst / Jochen Classen

Es hätten sogar sieben oder acht sein können, doch während der starken Phase verloren die Gastgeber im Angriff auch zwei Mal den Ball. Torhüter Christopher Rudeck und die Abwehrreihe vor ihm waren nun voll im Spiel, die 4000 Zuschauer in der ausverkauften Mitsubishi Electric HALLE emotional da. Die Weichen schienen beim 23:25 in Richtung einer ganz engen Schlussphase gestellt zu sein.

Die Berliner allerdings steigerten sich, beendeten durch Tim Freihöfer ihre Torflaute und legten durch Lasse Andersson nach. Der BHC mühte sich, weiter dranzubleiben, machte nun aber doch wieder ein paar Fehler und haderte mit Würfen, die nicht den Weg ins Netz fanden. Die Partie glitt den Löwen nun aus der Hand, so dass die Füchse noch deutlich mit 35:28 gewannen.

Stimmen zum Spiel

Nicolej Krickau: „Wir mussten 60 Minuten konzentriert bleiben, um dieses Spiel für uns zu entscheiden. Das haben wir glücklicherweise fast geschafft. Deshalb sind wir auch sehr zufrieden mit den beiden Punkten, die beim BHC nicht selbstverständlich sind. Unser Spielfluss war weitgehend gut, aber uns fehlte das letzte Finish in einer schwierigen Phase. Christopher Rudeck war mit seinen Paraden auch mal ein Thema, aber grundsätzlich waren wir ganz zufrieden mit unserer Leistung.“

Die BHC-Trainer Markus Pütz (l.) und Arnor Thor Gunnarsson gehen nachdenklich von der „Platte“ – © Sportfotodienst / Jochen Classen

Markus Pütz: „Es war ein absolut verdienter Sieg. Am Anfang waren wir nicht mutig genug, so dass Berlin schnell mit fünf Toren wegzieht. Wir haben zwar auf drei Tore verkürzt, aber waren mit unserer Leistung in der ersten Halbzeit in vielen Bereichen nicht ganz zufrieden. Wir zeigen nach der Pause das Kämpferherz. Gerade in der Phase, als wir auf 17:25 auf 23:25 stellen, decken wir gut und zwingen Berlin in lange Angriffsphasen. Leider machen wir zwei technische Fehler, die uns sehr ärgern. Vielleicht hätten wir Berlin da noch mehr unter Druck setzen können. Man muss auch sagen, dass die Füchse es sehr routiniert machen. Wenn sie ein Tor brauchen, kriegen sie das. Wir kriegen unseren Rückzug dann auch nicht organisiert. Es ärgert mich schon, dass wir es mit minus sieben verlieren. Wenn wir es mit minus vier verlieren, gehen wir positiv gestimmt raus. Minus sieben ist zu viel – da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Trotzdem war es ein Schritt nach vorne – auch in den Einzelleistungen: Sören Steinhaus macht ein gutes Spiel, Aron Seesing einen kleinen Schritt nach vorne. Das brauchen wir, um eine gute Trainingswoche gestalten zu können, um gegen Leipzig voll da zu sein.“

Fabian Gutbrod: „Wir machen es insgesamt ordentlich, aber in irgendeinem Bereich des Handballspiels fehlt uns das Besondere oder Überdurchschnittliche, um Berlin ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. In der ersten Halbzeit machen wir ein paar überhastete Abschlüsse im Rückraum, in der zweiten können wir das Momentum bekommen, verpassen das aber auch. Wir verlieren verdient, wenn auch ein wenig zu hoch. Aber das spielt letztlich keine Rolle. Insgesamt war es nach Eisenach ein Schritt in die richtige Richtung gegen einen sehr guten Gegner.“

Lars Kooij (r.) wird vom ehemaligen BHC-Spieler Max Darj gefoult – © Sportfotodienst / Jochen Classen

Bergischer HC – Füchse Berlin 28:35 (13:17)

Bergischer HC: Rudeck, Diedrich – Beyer (3/3), Becher (4), Massoud, Steinhaus (7), Schöttle (2), Hangstein (2), Babak (2), Babarskas, Seesing (2), Kooij (1), Wasielewski (2), Voss-Fels (2), Fuchs (1), Michalski. Trainer: Arnor Gunnarsson und Markus Pütz

Füchse Berlin: Ludwig, Milosavljev – Freihöfer (11/7), Gidsel (9), Andersson (6), Lichtlein (4), Marsenic (3), West av Teigum (1), Prantner (1), Darj, Arino, Gröndahl, Cehte, Pichiri, Langhoff, Herburger. Trainer: Nicolej Krickau

Schiedsrichter: Fabian Friedel und Rick Herrmann

Siebenmeter: 3/5 – 7/8

Zeitstrafen: 3 – 2 (Kooij, Voss-Fels, Wasielewski – Darj, Marsenic)

Für Sören Steinhaus (M.) gab es kein Durchkommen gegen die engagierte Abwehr der Berliner – © Sportfotodienst / Jochen Classen

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