3. Februar 2026Peter Pionke
„Die vier Sterblichen“ stellen quicklebendig aus
Der Wuppertaler Künstler Frank N alias Frank Niermann – © Frank NEingeladen von Bestattermeister Philipp Harnisch, besetzen die vier Kunstschaffenden Räume, die sonst dem Abschied gehören. Kunst und Tod stehen hier nicht gegenüber, sondern nebeneinander. Ohne Pathos, ohne Trostversprechen. Die Positionen könnten unterschiedlicher kaum sein: Christiane Mamok zeigt Trauer als Zustand mit vielen Gesichtern – widersprüchlich, leise und laut zugleich.
Andreu Ginestet versteht Kunst als Gegenwehr, als Mittel gegen die Angst vor dem Ende. Frank N öffnet mit Engeln und parallelen Bildwelten Räume jenseits linearer Zeit. Gerhard Rossmann denkt radikal: über einen Tod vor und nach dem Leben – und über das Dazwischen.
Das Werk „Dreams of Barceló“ von Frank N – © Frank NWas diese Arbeiten verbindet, ist kein Stil und keine Botschaft, sondern ein geteiltes Wissen: Sterblichkeit ist keine Ausnahme, sondern Voraussetzung. Die Architektur des Ortes verstärkt diese Spannung. Unter den Bögen der ehemaligen Nordbahntrasse, heute ein öffentlicher Bewegungsraum, entstehen Innen- und Außenflächen, Übergänge, Brüche. Genau dort setzt die Ausstellung an: zwischen Alltag und Endlichkeit, zwischen Gehen und Bleiben.
Die „Vier Sterblichen“ präsentieren keine Ausstellung über den Tod. Für sie ist es eine Ausstellung darüber, was es heißt, jetzt zu leben.
„Die vier Sterblichen“: (v.l.) Christiane Mamok, Andreu Ginestet, Frank N und Gerhard RossmannTermin:
Die vier Sterblichen
Kunstausstellung
Vernissage: Samstag – 21.02.2026 – 14:00 Uhr
Einführungsrede: Lovis Mai
Musik: Christian Stritzel – Theremin
Edith Sonnenschein – Bestattungen & Trauerbegleitung – Carnaper Straße 6 – 42283 Wuppertal
Öffnungszeiten: Mo – Fr von 12-16 Uhr und jeden 1. und 3. Sa im Monat von 10-14 Uhr
Die Ausstellung läuft bis zum 04. Oktober 2026
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