21. Januar 2026

Ulrike Donié & Andrea Raak präsentieren „Kipppunkt“

Die Künstlerinnen Ulrike Donié und Andrea Raak zeigen im Raum des Neuer Kunstverein Wuppertal aktuelle Arbeiten zu einem gemeinsamen Thema. Titel ihrer Ausstellung:„Kipppunkt“: Sie ist noch bis zum 28. Februar zu sehen. 

Die Wuppertaler Künstlerin Andrea Raak präsentiert in einer Gemeinschaftsausstellung mit Ulrike Donié ihre Werke – © privat

„Kipppunkt“ inszeniert bewusst den Widerspruch zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen, zwischen dem Leben und dem Material, das es nur imitiert. Die beiden Künstlerinnen beschäftigen sich auf unterschiedliche Weise mit den Themen Natur und Materialwirtschaft. 

Auf den ersten Blick suggeriert der Raum eine Reise in die Ursprünglichkeit – vielleicht eine Schau natürlicher Materialien, Landschaften oder ökologischer Zusammenhänge. Wer die Schwelle zur Ausstellung überschreitet, merkt schnell: Nichts ist hier „natürlich“, wie es zu scheinen meint. „Kipppunkt“ entführt Besucherinnen und Besucher in eine scheinbar üppige Welt – aus wuchernden Strukturen, exotisch anmutenden Gebilden. Auf den zweiten Blick entpuppen sich die Objekte als Illusion: Keine Pflanze wächst hier wirklich. Die organisch erscheinenden Objekte bestehen aus industriell gefertigten Materialien –Draht, Polyurethan, Styropor und Verpackungsnetzen.

Von Beginn an war die Natur für den Menschen ambivalent: Lebensquelle und Bedrohung zugleich. Der Mensch war verletzlich und schutzlos in der Natur. Er durfte lernen, sich zu bewegen und sich die Natur zu Nutze zu machen. Werkzeuge, Feuer, Schutzräume – die Technik war ein Akt der Notwehr, ein Mittel zum Überleben. 

Die Wuppertaler Künstlerin Ulrike Donié – © privat

Doch dieser kreative Überlebensdrang hat sich über Jahrtausende verselbständigt. Aus dem Versuch, sich vor der Natur zu schützen, wurde ein fortwährender Eingriff, eine zunehmende Kontrolle, eine Aneignung. „Heute sind wir an einem Punkt angelangt, an dem der Mensch die Natur nicht nur verändert, sondern weitgehend ersetzt hat – mit Stoffen, die in der Natur keinen Ursprung, keinen Kreislauf, keine Rückkehr kennen“, so die Message von Ulrike Donié und Andrea Raak.

Die Ausstellung zeigt eine Welt, in der die Natur nur noch als Oberfläche, als Bild, als Simulation existiert. Die Ästhetik des Gezeigten ist faszinierend, fast lebendig, aber das Leben selbst fehlt. Der Mensch, einst Teil der Natur, hat sich durch seine Errungenschaften so weit von ihr entfernt, dass er nun die Grundlagen seiner eigenen Existenz gefährdet.

Eines der Werke, das in der Ausstellung „Kipppunkt“ gezeigt wird – © Raak / Donie

Ausstellung

„KIPPPUNKT“

Ulrike Donié & Andrea Raak 

23. Januar bis 28. Februar 2026

Neuer Kunstverein Wuppertal – Hofaue 51 (Kolkmannhaus) – 42103 Wuppertal

Weitere Infos und die Öffnungszeiten finden Sie auf der Webseite des „Neuen Kunstvereins Wuppertal“: 

www.neuerkunstvereinwuppertal.de

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