16. Januar 2026

Stefan Mageney: Wenn wir helfen können, sind wir da!

Stefan Mageney, Dozent, Rocksänger und 1. Vorsitzender des Charité-Vereins WUPPERTAL HILFT!, ist in diesen Tagen viel beschäftigt. Erst durfte er aus den Händen von Oberbürgermeisterin Miriam Scherff, stellvertretend für Bundespräsident Frank Walter Steinmeier die "Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" entgegennehmen. Und dann laufen auch noch die Vorbereitungen für das nächste WUPPERTAL HILFT!-Charity-Festival zugunsten des Bürgervereins "Die Krawatte" auf Hochtouren. Am nächsten Samstag (24.01.) geht es im Live Club Barmen (LCB) über die Bühne. Außerdem ist noch eine separate Kunst-Aktion mit renommierten bildenden Künstlern geplant. Dazu unten mehr.

Rocksänger, Dozent und 1. Vorsitzender von WUPPERTAL HILFT! mit Schlips und Kragen bei der Verleihung der „Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ durch Oberbürgermeisterin Miriam Scherff im Rathaus – © Stadt Wuppertal

Über 545.000 Euro haben Stefan Mageney und seine Mitstreiterinnen seit 2004, als das erste Benefiz-Festival für die Betroffenen der fürchterlichen Tsunami-Katastrophe in Asien stattfand, inzwischen mit den Charity-Festivals mit Hilfe von Partnern aus der Wuppertaler Wirtschaft für den guten Zweck eingespielt.

Wir haben uns mit dem mit der Verdienstmedaille geschmückten, engagierten Ehrenamtler unterhalten.

DS: Sie haben die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland erhalten. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Stefan Mageney: „Das ist eine ganz besondere Ehrung auf höchstem Niveau. Sie bedeutet mir persönlich sehr viel, weil es es eine Anerkennung für das ist, was unsere Vereinsmitglieder und ich – das betone ich ausdrücklich – in den den letzten 20 Jahren gemeinsam geschafft haben. Die Auszeichnung ist für mich ein Ansporn, weiter zu machen – immer weiter!“ 

DS: Ihr Vater Gerd war bei der Ehrung im Rathaus dabei. Warum war Ihnen das so wichtig?

Stefan Mageney: „Mein Papa ist fast 94 Jahre alt und inzwischen gesundheitlich angeschlagen. Er und meine Mutter, die ja leider verstorben ist, waren immer eine wichtige Stütze für mich. Sie haben mir ihre Werte mit auf den Weg gegeben und so dafür gesorgt, dass ich mich als Persönlichkeit entwickeln konnte. Dafür bin ich beiden unheimlich dankbar. Und deshalb ist doch klar, dass ich froh und glücklich war, dass mein Vater bei meiner Ehrung mit dabei sein konnte.“

Der legendäre Bassist Martin Engelin – seit vielen Jahren als Musiker erfolgreich unterwegs – © privat

DS: Nach Peter Jung, Andreas Mucke, Dr. Uwe Schneidewind ist jetzt die aktuelle Oberbürgermeisterin Miriam Scherff Schirmherrin der WUPPERTAL HILFT!-Benefiz-Festivals. Ist das für Sie ein Beweis, welchen Stellenwert und welch soziale Akzeptanz das Benefiz-Festival Ihres Vereins mittlerweile in der Gesellschaft Wuppertals besitzt?

Stefan Mageney: „Auf jeden Fall! Die neue Oberbürgermeisterin hat genauso selbstverständlich zugesagt, als Schirmherren zur Verfügung gestehen, wir ihre drei männlichen Vorgänger zuvor. Alle haben uns von Anfang an voll unterstützt. Und beweist natürlich auch, welch hohen Stellenwert WUPPERTAL HILFT! in der Wuppertaler Politik und auch in der Stadtgesellschaft genießt.“

DS: Am nächsten Samstag (24.01.) steigt das nächste Benefiz-Festival – diesmal zugunsten des Bürgervereins „Die Krawatte“. Wie kam es es dazu?

Stefan Mageney: „Der Verein hat uns angesprochen und eingeladen. Wir haben diese Einladung gerne angenommen und uns vor Ort über die wertvolle Arbeit der ‚Krawatte“-Initiatoren informiert. Wir waren sehr beeindruckt davon, was es dort in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Krawatten-Fabrik an sozialen Angeboten gibt: Integrationshilfe, Sprachförderung, Essensausgabe, Hausaufgabenbetreuung und jede Menge Kultur. Da waren wir uns schnell einig, dass wir diese Initiative unterstützen wollen.“

DS: WUPPERTAL HILFT! hat weltweit Tsunami-Opfer, Betroffene von Erdbebenkatastrophen und auch Ukraine-Flüchtlinge tatkräftig unterstützt. Aber auch gemeinnützige Institutionen in Wuppertal konnten sich auf Ihre Hilfe verlassen, wie etwa das Luise-Winnacker-Haus, die Kindertafel Vohwinkel, das Frauenhaus, die Wuppertaler Tafel und demnächst „Die Krawatte“. Nach welchen Kriterien wählen Sie aus, wen oder was Sie unterstützen?

Stefan Mageney: „Auslöser für die Vereinsgründung war die verheerende Tsunami-Katastrophe 2004. Wenn es eine globale Katastrophe gibt, muss unsere Hilfe als Erstes den Betroffenen jeweils dort vor Ort gelten. Das war nicht nur beim Tsunami in Thailand so, sondern auch bei den schweren Erdbeben in Haiti und in der Türkei. Das hat für uns absoluten Vorrang. Aber wir haben dann festgestellt, dass es auch in Wuppertal viele ehrenamtliche Institutionen und Vereine gibt, die eine hervorragende Arbeit leisten und unsere Hilfe benötigen und verdienen. Wenn wir helfen können, sind wir da.“

Die ukrainische Opernsängerin Nadia Sheremetieva – © privat

DS: Ehrenamtliche Arbeit wird immer wichtiger, anderen zu helfen, die sich selbst nicht helfen können oder zumindest tatkräftige Unterstützung benötigen, wie schafft man das in Zeiten, in denen die Spendenbereitschaft an Grenzen stösst?

Stefan Mageney: „Ich will das gar nicht daran festmachen, wie groß am Ende der finanzielle Erlös ist. Jeder freut sich letztlich über ein gutes Ergebnis. Aber das Wichtigste ist erst einmal, dass man helfen will und diesen Entschluss auch konsequent in die Tat umsetzt. Aber wenn für die gute Sache am Ende nur ein Euro übrig bleibt, ist das immer noch besser als kein Euro.“

DS: Die Bethe-Stiftung war bislang ein treuer Begleiter und hat oft Ihre Festival-Erlöse verdoppelt, ist das diesmal wieder so?

Stefan Mageney: „Ja, die Bethe-Stiftung verdoppelt auch diesmal wieder jede Spende und jede Sponsorensumme. Die Eintrittskarte kostet 10 €. Unterm Strich bedeutet das also 20 € Hilfe für „Die Krawatte“. Erich Bethe ist ein ganz toller, beeindruckender Mann. Wir sind ihm und seiner Stiftung sehr, sehr dankbar.“

DS: Für die Besucher bedeutet das Festival für vier Stunden beste Unterhaltung, Spaß und das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben. Für Sie und Ihre Mitstreiter bedeutet es es viel Arbeit, ein solches Festival auf die Beine zu stellen. Wie hoch ist der zeitliche Zeitaufwand für die Organisation im Vorfeld?

Stefan Mageney: „Das kann nicht genau beziffern, ist aber am Ende enorm. Am Anfang ist der Aufwand noch überschaubar. Es beginnt mit ersten Planungstreffen. Je näher der Festival-Termin dann aber rückt, umso größer wird der Zeitaufwand für uns Vereinsmitglieder von WUPPERTAL HILFT!. Wir opfern für die gute Sache schon sehr viel Freizeit. Den Festival-Tag, an dem wir sicher  mehr als 14 Stunden im Einsatz sind, gar nicht eingerechnet. Aber das ist uns die Sache wert.“

Das „Odessa Projekt“ präsentiert Klezmer, Balkangrooves und Romalieder – © privat

DS: Welche Unterstützer aus der Wuppertaler Wirtschaft sind denn diesmal wieder dabei?

Stefan Mageney: „Ohne natürlich irgendwelche Summen zu nennen, bedanken wir uns herzlich bei unseren langjährigen Partnern und Unterstützern wie der Sparkasse Wuppertal,  den Wuppertaler Stadtwerken, der E/D/E-Stiftung, der BarmeniaGothaer-Versicherung, der Firma ‚Wupperküchen‘ und – wie schon erwähnt – der Bethe-Stiftung.“

DS: Was sind denn die künstlerischen Highlights beim neuen Festival?

Stefan Mageney: „Im Vorfeld haben sich 40 Bands oder Einzelinterpreten beworben. Eigentlich ist jeder einzelne Act, der jetzt dabei ist, ein echtes Highlight. Trotzdem möchte ich drei hervorheben: Die Band „Sender“, die den deutschen Pop- & Rock-Preis gewonnen hat, Martin Engelin, Ex-Bassist der Klaus-Lage-Band, der mit seinem Musik-Projekt „Go Music“ dabei ist und die weltweit erfolgreiche, ukrainische Opernsängerin Nadia Sheremetieva, die gerade erst zwei begehrte Preise erhalten hat und in der berühmten Carnegie Hall in New York ausgezeichnet wurde. Sie wird gemeinsam mit ‚Go Music‘ Pop- und Rock-Songs präsentieren. Ich habe auch das Vergnügen, mit Martin Engelin und seinen Musikern auf der Bühne zu stehen. Mein Sohn Jason ist diesmal bei „Go Music’ als Drummer im Einsatz.“

DS: Vielen Dank für das offene, interessante Gespräch.

Das Interview führte Peter Pionke

Wenn der Vater (Stefan Mageney) mit dem Sohne (Jason Mageney) auf der Bühne steht und Musik macht – © KD Claßen

Das Programm von WUPPERTAL HILFT!

Aus 40 Bewerbungen hat Stefan Mageney acht spannende, völlig unterschiedliche Acts ausgewählt. Professionell und charmant durchs Programm führt wie immer Michael Brockordt, beliebter Moderator von „Radio Wuppertal“.

Auf der Bühne stehen die Blues-Band „Stainless Blue“, der „Krawattenchor“, das „Odessa Projekt“, das Klezmer, Balkangrooves und Romalieder präsentiert, „The True Beyond“, eine Band aus Solingen, die Rock, Metal, Alternative und Postgrunge im Gepäck hat, der Trash-Schlagersänger Jochen Calypso, die mit dem deutschen Rock- & Pop-Preis ausgezeichnete Pop-Band „Sender“ und Alexander W. Für den famosen Schlussakkord des Festival-Abends sorgen Martin Engelin, Ex-Bassist der Klaus-Lage-Band (1.000 und 1 Nacht“) und sein bekanntes Band-Projekt „Go Music“. Engelin und Co., verstärkt durch Drummer Jason Mageney, rollen auch der gerade erst zweimal in New York preisgekrönten Opernsängerin Nadia Sheremetieva und Stefan „Steven“ Mageney musikalisch den rotem Teppich aus.

Das Publikum im LCB bekommt ein 5-Stunden-Kultur-Programm vom Feinsten serviert. Der Eintritt kostet 10 €. Die kompletten 10 € fließen in den Spendentopf für „Die Krawatte“. Es gibt übrigens noch Tickets an Abendkasse.

Moderator Michael Brockordt und im Hintergrund Stefan Mageney (l.) und Ex-OB Dr. Uwe Schneidewind bei einem der letzten WUPPERTAL HILFT!-Festivals – © Taro Kataoka

Für „Die Krawatte“: Drei bekannte Künstler stiften eines ihrer Werke

Zusätzlich zum Charity-Festival gibt es noch eine gesonderte attraktive Kunst-Aktion! Drei bekannte bildende Künstler stiften jeweils ein Werk für eine Kunst-Auktion, deren Erlös auch dem Bürgerverein „Die Krawatte“ zugute kommt. Stefan Mageney, 1. Vorsitzender des Charity-Vereins WUPPERTAL HILFT! besucht die Künstler in ihren Ateliers und präsentiert mit ihnen gemeinsam das für die Auktion zur Verfügung gestellte Werk. Die genauen „Spielregeln“ der hochkarätigen-Kunst-Aktion und -Auktion werden noch mitgeteilt.

Diese prominenten Künstler beteiligen sich großzügiger Weise an der Aktion für die gute Sache: Der Bildhauer Hans-Jürgen Hiby, der Maler Christian von Grumbkow, beide leben und arbeiten in Wuppertal – sowie der Essener Pop-Art-Künstler Sharyar Azhdari.

Link zur Webseite von WUPPERTAL HILFT!:

http://www.wuppertal-hilft.de

Link zur Webseite von Hans-Jürgen Hiby:

http://www.hiby-skulpturen.de

Link zur Webseite von Christian von Grumbkow:

http://www.grumbkow-colors.de

Link zur Webseite von Sharyar Azhdari: 

http://www.s-art-events.de

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