15. Januar 2026Peter Pionke
Ausstellung „Effort & Flow“: Kunst trifft Wissenschaft
Informierten die Journalisten beim Presserundgang durch die Ausstellung „effort & flow“: u.a. Kunst-Professorin Katja Pfeiffer (l.) und Prof. Birgit Jacob (M.), Port Hamiltonian Institute Uni Wuppertal – © Ralf SilberkuhlMit der Übernahme im Jahr 2024 durch die Fakultät für Design und Kunst der Bergischen Universität Wuppertal ist die Kunsthalle Barmen ein Ort, an dem Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft aufeinandertreffen. „Im Rahmen des universitären Transferprojekts wird die Kunsthalle zu einer ‚Wuppertaler Wunderkammer`, in der interdisziplinäre Zusammenarbeit zum zentralen Prinzip wird“, so die Verantwortlichen.
Kooperation mit dem Sonderforschungsbereich Port-Hamiltonian Systems
Die neue Ausstellung „effort + flow – Mathematik und Kunst im Austausch“ (Kraft & Fluss) führt diesen Ansatz konsequent fort. Sie entsteht in Kooperation mit dem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereich „Port-Hamiltonian Systems“ der Bergischen Universität, der an der Schnittstelle von Mathematik, Ingenieurwesen und Physik grundlegende Modelle für Energieflüsse und dynamische Wechselwirkungen erforscht. Erstmals werden jetzt diese theoretischen Konzepte in Beziehung zu künstlerischen Arbeiten gesetzt und zugleich als Impulse für gestalterische und künstlerische Forschung genutzt.
Der „Handschuh“ von Maximilian Petzold, eines der spannenden und Neugier weckenden Exponate der Ausstellung – © Ralf SilberkuhlIm Zentrum der Ausstellung stehen Werke, die Prinzipien mathematischer Modellbildung reflektieren: Energie, die in Objekten und Umwelten zirkuliert; Kräfte, die sich koppeln und rückkoppeln; Felder, die sich organisieren, schwingen oder Gleichgewichte suchen; Schnittstellen, an denen Systeme aufeinandertreffen. Gezeigt werden Installationen, Objekte, Videos und interaktive Experimente u. a. von Katja Davar, Sabrina Fritsch, Theo Jansen, Fischli/Weiss und Thomas Rentmeister. Sie reichen von algorithmischen und kinetischen Prozessen bis hin zu Arbeiten, die ökologische oder soziale Systeme sichtbar machen.
Raum für neue Formate
Die Kunsthalle Barmen bietet dafür ein besonders offenes Umfeld. Ihre Lage im Haus der Jugend verbindet sie mit einer breiten und heterogenen Öffentlichkeit. Gleichzeitig entsteht durch die enge Zusammenarbeit mit Studierenden der Bergischen Universität ein Labor für neue Formen kultureller Bildung und somit ein Raum mit flachen Hierarchien und neuen Lern- und Vermittlungsformaten.
In diesem lebendigen Kontext begegnen sich Mathematik und Kunst als zwei eigenständige, aber anschlussfähige Erkenntnissysteme. Beide suchen nach Mustern, Energieströmen und Strukturen, die Welt formen und Wirklichkeit modellieren – jedoch auf unterschiedliche Weise. Die Ausstellung macht diese Übergänge sichtbar: ein Suchen nach Resonanz, nach gemeinsamen Vokabularen, nach Bewegungen zwischen Struktur und Wahrnehmung.
Das „Drawbot Projekt“, das von Studierenden der Architektur in den Jahren 2018 und 2019 geschaffen wurde – © Ralf SilberkuhlEin umfassendes Begleitprogramm mit Vorträgen, Workshops und Führungen vertieft diesen Dialog und eröffnet neue Zugänge zu Energieflüssen, Dynamiken und Modellen in Kunst und Wissenschaft. Das Programm wird bis zum Ausstellungsbeginn auf der Webseite der Kunsthalle Barmen veröffentlicht: kunsthallebarmen.de/.
Die Ausstellung effort + flow lädt dazu ein, Systeme nicht nur zu analysieren, sondern zu erleben, und Kunst wie Mathematik als Impulse für neue Horizonte zu begreifen.
Über die Kunsthalle Barmen
Die 2024 wiedereröffnete Kunsthalle Barmen im Haus der Jugend wird in Trägerschaft der Bergischen Universität Wuppertal sowie gefördert durch den Landschaftsverband Rheinland und die Stadt Wuppertal über drei Jahre hinweg für jährlich drei Ausstellungen genutzt. Seit Beginn der Neuausrichtung wurden bereits die Ausstellungen „Shared Spaces“, „Fruchtbare Strukturen“, „Do Worry Be Happy“ und zuletzt „EX NIHILO“ realisiert – jeweils mit dem Ziel, Kunst, Wissenschaft und Stadtgesellschaft in neuen Formen miteinander zu vernetzen.
Werke von Katja Daver, die in den Jahren 2024 und 2025 entstanden sind – © Ralf SilberkuhlIn kurzer Zeit haben sich vielfältige regionale und überregionale Kooperationen entwickelt, unter anderem mit dem Pina Bausch Zentrum, dem Von der Heydt-Museum, dem Wuppertal Institut, Utopiastadt sowie Hochschulpartnerschaften unter anderem mit der Kunstakademie Düsseldorf, der Hochschule Düsseldorf und der Folkwang Universität der Künste. Auch Schulen aus der Region werden durch gezielte Vermittlungsprogramme eingebunden.
Termin:
Ausstellung
„effort + flow – Mathematik und Kunst im Austausch“
Vernissage: Freitag – 16.01.2026 – 19:00 Uhr
Kunsthalle Barmen – Geschwister-Scholl-Platz 4-6 – 42275 Wuppertal
Die Ausstellung läuft bis 29.03.2026
Link zur Webseite der Kunsthalle Barmen:
http://www.kunsthallebarmen.de

Weiter mit:
Kommentare
Neuen Kommentar verfassen